18. April 2012 | 06:50 Uhr

santorin_getty © Getty Images

Nach 60 Jahren Ruhe

Santorin-Vulkan in Griechenland erwacht

Forscher beruhigen: Ein Vulkanausbruch muss nicht direkt bevorstehen.

Nach über 60 Jahren Ruhe regt sich der Vulkan der griechischen Insel Santorin wieder, wie Wissenschafter aus den USA, Griechenland und der Schweiz im aktuellen Fachblatt "Geophysical Research Letters" berichten. Der gleiche Vulkan hatte in einer katastrophalen Explosion vor über 3.000 Jahren die minoische Seefahrerkultur dezimiert.

Die Wissenschafter hatten in der Region seit 2006 ein dichtes Netz von GPS-Stationen installiert, um die Caldera zu überwachen. Dies ist eine kreisförmige Ansammlung von Inseln, die einen früheren Vulkankrater darstellen. Santorin ist die Hauptinsel davon.

Kleine Erdbeben

Im Jänner 2011 meldeten Seismographen in der Region eine Serie kleiner Erdbeben, was auf eine erneute Aktivität des Vulkans hinwies. In der Folge bewegten sich die GPS-Stationen langsam vom Zentrum der Caldera fort. Anfang 2012 war der ehemalige Vulkankrater um etwa 14 Zentimeter gewachsen.

Das Aufblähen des Vulkans rühre daher, dass rund 14 Millionen Kubikmeter Lava in einen Hohlraum in vier bis fünf Kilometer Tiefe geflossen seien, schrieben die Wissenschafter. Dies entspricht etwa fünfmal dem Volumen der Cheops-Pyramide in Ägypten.

Dies bedeute aber nicht, dass ein Vulkanausbruch direkt bevorstehe, beruhigen die Forscher. Andere Calderas in der Nähe hätten ähnliche Ausdehnungen gezeigt, ohne auszubrechen. Und beim minoischen Vulkanausbruch sei die Lavamenge um ein Vielfaches höher gewesen.

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