04. Mai 2011 | 11:32 Uhr

frost.jpg © dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

"Verfrühte Eisheilige"

Kälte lässt Österreich frösteln

Das bisher letzte Mal war es 1982 in Österreich im Mai so kalt.

Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "Sopherl" haben sich offenbar im Datum geirrt. Die "Eisheiligen", die sonst eher von 12. bis 15. Mai für ein letztes Aufbäumen des Winters sorgen, lassen derzeit ganz Österreich frösteln. Klimatologe Gerhard Hohenwarter von der ZAMG hat in den Temperaturstatistiken gekramt und ist fündig geworden: Das bisher letze Mal war es 1982 in Österreich im Mai so kalt.

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Minus 4,8 Grad
Kältepol der vergangenen Nacht war St. Michael im Lungau (Salzburg) mit minus 4,8 Grad. Am "wärmsten" war es in Bludenz (Vorarlberg) mit 4,9 Grad. Selbst in der Wiener Innenstadt schaffte es das Quecksilber nur bis zur 4,4 Grad-Marke. "Dort war es seit 1985 im Mai nicht mehr so kalt", sagte Hohenwarter. "So schnell werden wir in nächster Zeit keine Kaltlufteinbrüche haben. Deshalb ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das die verfrühten Eisheiligen sind."

Ungewöhnliche Wettersituation
Für Meteorologen herrscht im Moment eine ungewöhnliche Wettersituation vor. Denn über Zentraleuropa "parkt" ein Hochdruckgebiet, dass zwar relativ viel Sonnenschein beschert, hingegen kaum Niederschlag. "Oberösterreich wartet schon seit sieben Monaten auf durchschnittliche Regenmengen. Dort werden die Bauern langsam nervös", so der Klimatologe. Auch in der kommenden Woche seien kaum Niederschläge zu erwarten - rund 20 Grad, Sonnenschein, aber kein Tropfen, der vom Himmel fällt.

Die derzeitige Kaltluft stammt übrigens aus Skandinavien. Auf ihrem Weg in den Süden hat sie Polen sogar Schnee beschert. Doch für Wetterexperten sind dermaßen niedrige Temperaturen im Mai keine Sensation. Mit Kälteeinbrüchen müsse man bis Ende Mai rechnen. Apropos Kälte: Der bisher frostigste Mai-Tag stammt aus dem Jahr 1957. Am 9. Mai lag der Höchstwert bei 1,6 Grad und wurde in den Leiser Bergen (NÖ) gemessen, der Tiefstwert bei minus 7 Grad in Puchberg am Schneeberg.

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Regen- und Schneeschauer, etwas Sonne, 1/9°

Unter Störungseinfluss wechseln kurze sonnige Abschnitte mit zahlreichen dichten Wolken. Bis zum Abend muss außerdem wiederholt mit dem einen oder anderen Regenschauer gerechnet werden. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 300 und 900m Seehöhe. Freundlicher ist es südlich des Alpenhauptkammes. Hier sorgt auflebender Nordföhn für längere sonnige Abschnitte. Aber auch hier gehen lokale Regenschauer nieder. Der Wind aus West bis Nord bläst mäßig bis lebhaft bei Frühtemperaturen zwischen minus 2 und plus 5 Grad. Die Nachmittagstemperaturen sind mit 5 bis 12 Grad erreicht.
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