13. Februar 2024 | 13:00 Uhr

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Winter-Totalausfall

Februar so warm wie seit 140 Jahren nicht mehr

Warum der aktuelle Februar in Deutschland als Totalausfall des Winters gilt und welche Auswirkungen die ungewöhnlich milden Temperaturen haben. 

Rekordtemperaturen und ein Februar wie seit über 140 Jahren nicht

Deutschland. Während Winterlinge in Brandenburg bereits blühen, stellt sich die Frage: Ist dies wirklich noch Winter? Die überraschend milden Temperaturen, das Fehlen von Schnee und kaum frostige Tage lassen Deutschland im Februar eher frühlingshaft erscheinen. Ein Blick auf die kommenden 10 bis 14 Tage lässt kaum Hoffnung auf eine Wetteränderung zu – stattdessen setzt sich die ungewöhnliche Milde fort.

Untypischer Wetterverlauf

Mittwoch bis Samstag versprechen außergewöhnlich milde Temperaturen von bis zu 17 Grad – Werte, die eher an April als an Mitte Februar erinnern. Der Winter scheint sich vorerst verabschiedet zu haben, und die Vorhersagen deuten auf anhaltende Milde hin.

Nassester Winter seit 12 Jahren

Der Grund für dieses ungewöhnliche Wetterphänomen liegt im extrem warmen Atlantik. Dies begünstigt eine erhöhte Verdunstung von Wasser, wodurch die Luftmassen feuchter werden und vermehrt Niederschlag fällt. Hochwasser-Alarm um Weihnachten in Deutschland war bereits ein Vorbote dieser ungewöhnlichen Wetterlage, die auch den Klimawandel in den Fokus rückt.

Rückblick zeigt stetiges Auf und Ab

Trotz vereinzelter kalter Phasen mit Schnee im Dezember und Januar bleibt der aktuelle Februar als Gesamtbetrachtung extrem mild. Ein Muster, das den klassischen Wintercharakter in Frage stellt und den Einfluss des Klimawandels verdeutlicht.

Langfristige Auswirkungen

Die aktuellen ungewöhnlich hohen Temperaturen während des Winters werfen auch einen Blick auf die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur hat bereits zu Veränderungen in den Wettermustern geführt, und Extremereignisse werden häufiger. Die anhaltende Erwärmung der Ozeane und der Atmosphäre trägt zu einem gesteigerten Energiegehalt im System bei, was zu unvorhersehbaren und extremeren Wetterereignissen führen kann.

Veränderungen im arktischen Klima

Besonders relevant für die derzeitige milde Wetterlage ist die Situation in der Arktis. Der Rückgang des arktischen Meereises und die Erwärmung der arktischen Regionen können sich auf die großräumigen atmosphärischen Zirkulationsmuster auswirken. Dies könnte zu einem verstärkten Einfluss von milden Luftmassen auf gemäßigte Breiten führen, was wiederum zu milderen Wintern in Mitteleuropa führt. 

Meereswärme auf Rekordhoch

In den oberen Ozeanschichten offenbart sich ein alarmierender Trend: Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Meere hat bereits im Februar die Marke von 21,12 Grad überschritten, ein Wert, der normalerweise erst im April erwartet wird.

Diese beunruhigenden Daten, basierend auf Messungen der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), werfen nicht nur einen Blick auf den durch den Klimawandel verursachten Temperaturanstieg, sondern verdeutlichen auch die Rolle natürlicher Faktoren wie das El Niño-Phänomen.

Über 21 Grad seit einiger Zeit

Seit geraumer Zeit liegt die globale Durchschnittstemperatur der Ozeane konstant über 21 Grad. Dieser bedenkliche Anstieg spiegelt sich nicht nur in den aktuellen Daten wider, sondern geht auch über den bisherigen Rekord von 2016 hinaus. 

Rekord-Februar in Sicht

Mit einer mittleren Temperatur über 6,0 Grad könnte der aktuelle Februar einer der wärmsten seit mehr als 140 Jahren werden. Eine Entwicklung, die die saisonalen Normen deutlich übertrifft und den Winter in den Schatten stellt. 

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