07. Jänner 2015 | 16:59 Uhr

syrien.jpg © AFP

400.000 Menschen frieren

Syrien-Flüchtlinge sterben bei Wintersturm

Aus Syrien sind sie entkommen, jetzt droht 400.000 Flüchtlingen der Kältetod.

Ein schwerer Wintersturm, der in dieser Woche die Region östlich des Mittelmeers heimsucht, macht insbesondere den Kriegsflüchtlingen im Gazastreifen und den syrischen Flüchtlingen im Libanon schwer zu schaffen. In ihren schlecht beheizten Zelten und Notunterkünften litten sie besonders unter der Kälte, berichteten am Donnerstag das Rote Kreuz und die Flüchtlingshelfer der UNO.

Winter in Nahost:
Im Raum Jerusalem gab es am Donnerstag leichte Wetterberuhigung. Im Gazastreifen, wo seit dem Krieg radikaler Palästinensergruppen mit den israelischen Streitkräften weiter mehr als 100.000 Menschen nicht in ihre durch Bombardements zerstörten oder beschädigten Wohnungen zurückkehren konnten, ging am Mittwoch und Donnerstag heftiger Eisregen nieder. Sturmböen und Hagelschauer peitschten um die Notunterkünfte.

Weil das einzige Kraftwerk in dem Küstenstreifen aus Brennstoffmangel nur sechs Stunden pro Tag Strom liefert, sitzen die Menschen bei Kerzenschein und mit Holzfeuern in ihren Zelten und provisorischen Hütten, die sie mit Sandsäcken gegen eindringendes Wasser schützen. Nur etwas komfortabler haben es die 17.000 Flüchtlinge, die weiter in UN-Schulräumen leben.

Linksgerichtete Palästinensergruppen kritisierten angesichts des Elends die radikalislamische Hamas, die faktisch weiter die Kontrolle über den Gazastreifen ausübt, aber auch die in Ramallah ansässige Palästinensische Autonomiebehörde, weil die Beseitigung der Kriegsschäden nur schleppend angelaufen sei. Sie machen dafür vor allem deren mangelnden Willen zur Zusammenarbeit verantwortlich.

Flüchlinge leiden:
Im Libanon leiden unter den Winterstürmen vor allem 80.000 besonders bedürftige Flüchtlingsfamilien aus dem angrenzenden Bürgerkriegsland Syrien. Ein Mann und ein sechsjähriger Bursche, die aus Syrien über das Grenzgebirge in den Südlibanon flüchteten, wurden dort am Mittwoch erfroren aufgefunden, berichtete das Internationale Rote Kreuz. Flüchtlingshelfer der UNO verteilten an die Menschen in den Zeltlagern Hilfsgelder und Bezugsscheine für Brennstoffe. Die Temperaturen lagen bei starkem Schneefall um null Grad.

Schnee auch in Jerusalem:
In Jerusalem, wo ein halber Meter Schnee erwartet worden waren, fielen bis Donnerstagnachmittag weniger als zehn Zentimeter Schnee. Bei zahlreichen Gewittern und schweren Sturmböen hagelte und regnete es jedoch stark. Am Donnerstag beruhigte sich das Wetter und die am Vortag geschlossenen Schulen wurden wieder geöffnet. Auch die beiden Autobahnen von Tel Aviv ins hochgelegene Jerusalem wurden wieder für den Verkehr freigegeben.

Schulen bleiben zu:
Geschlossen blieben Schulen und viele öffentliche Einrichtungen dagegen auch am Donnerstag im Norden Israels und im Westjordanland. Auf den Golanhöhen fielen 40 Zentimeter Neuschnee, am Berg Hermon waren es 90 Zentimeter, berichtete der Wetterdienst. Etwa 10.000 Menschen in der zentralen israelischen Küstenebene waren seit Mittwoch ohne Strom, weil Sturmschäden ihre Versorgung lahmlegten, erklärte die staatliche Elektrizitätsgesellschaft.

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Zunehmend schauer- und gewitteranfällig, 14/27°

Teils mächtige Quellwolken bringen verbreitet Schauern und Gewittern. Teils fallen diese kräftig aus und es muss mit starken Windböen gerechnet werden und auch örtlicher Hagel ist nicht auszuschließen. Der Schwerpunkt liegt im Norden sowie im Süden und Südosten des Landes, in den Abendstunden ziehen kräftige Gewitter auch am Alpennordrand, sowie im Nordosten auf. Zwischen den Wolken scheint gebietsweise immer mal wieder die Sonne. Abseits der Gewitter weht der Wind schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Die Nachmittagstemperaturen liegen zwischen 23 und 31 Grad. Heute Nacht: In den Abendstunden und bis in die erste Nachthälfte hinein ziehen noch zahlreiche Gewitter und Regenschauer über das Land hinweg. Der Schwerpunkt liegt dabei entlang des Alpennordrands und im Norden des Landes. In der zweiten Nachthälfte ist zwar nicht mehr mit Gewittern zu rechnen, jedoch sorgt eine Kaltfront, die von Ost nach West über das Land hinweg zieht, weiterhin für Niederschlag und auch für dichte Wolken. Der Wind weht meist schwach bis mäßig, am Alpenostrand auch lebhaft, aus West bis Nord. In Gewitternähe sind auch kräftige Böen möglich. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen 9 und 18 Grad.
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