30. Juni 2015 | 08:48 Uhr

solar902.jpg © Solar Impulse / Jean Revillard
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Schwierigster Abschnitt

Solarflieger: Jetzt gibt es kein Zurück mehr

Die "Solar Impulse 2" startete zu ihrem Flug von Japan nach Hawaii.

Nach fast einem Monat am Boden hatte die Zitterpartie für "Solar Impulse 2" ein Ende. In aller Stille startete das mit Sonnenenergie angetriebene Leichtflugzeug Montagfrüh mit dem Schweizer Piloten Andre Borschberg vom zentraljapanischen Nagoya aus zu seinem fünftägigen Flug nach Hawaii. Es ist der schwierigste Abschnitt bei dem Rekordversuch, die Erde ohne Treibstoff im Solarflugzeug zu umrunden.

"Mitten auf dem Weg nach Hawaii. Starke Gefühle, da ich den Punkt erreicht habe, an dem es kein Zurück mehr gibt: Hier beginnt die Entdeckungsreise", teilte der 62-jährige Pilot über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Sein Team meldete rund zehn Stunden nach dem Start: "Kein Weg mehr zurück! Das ist ein simples Hinflugticket nach Hawaii."

Keine Zwischenlandung möglich
Die Strecke ist 7.900 Kilometer lang, der Flug sollte fünf Tage und Nächte dauern. Nach etwa zwölf Stunden hatte "Solar Impulse" laut seiner Website bereits mehr als tausend Kilometer zurückgelegt. Auf der gesamten Strecke hat Borschberg nun keine Möglichkeit mehr zur Zwischenlandung, im Notfall bleiben ihm nur noch der Fallschirm und ein aufblasbares Rettungsboot. Während des rund 120-stündigen Flugs hält er sich mit Yoga fit, schlafen will er nicht mehr als 20 Minuten am Stück.

Der sonnenbetriebene Einsitzer war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Über dem Oman ging es weiter über Indien, Myanmar und China nach Japan. Nach dem Flug über den Pazifik soll "Solar Impulse 2" die USA überqueren.

Schlechtwetter-Pausen
Schlechtes Wetter zwang das Flugzeug und seine Piloten Borschberg und Bertrand Picccard immer wieder zu unfreiwilligen Pausen - unter anderem musste die "Solar Impulse 2" in der Nacht auf den 2. Juni auf dem Weg von China nach Hawaii einen unfreiwilligen Zwischenstopp in Japan einlegen. Seitdem wartete das Team auf bessere Bedingungen.

Der Entscheidung, am Montag zu starten, waren komplizierte Berechnungen der Flugroute vorhergegangen, da das nur 2,3 Tonnen schwere Flugzeug wolkenlosen Himmel benötigt. "In den ersten zehn Stunden nach dem Start" gab es laut Piccard dann technische Probleme. "Wir standen schon kurz davor, den Flug abzubrechen", sagte Piccard. Doch inzwischen laufe alles wieder normal.

Wegen der kürzer werdenden Tage war die Sorge groß, das Flugzeug müsse in Japan überwintern. Ein Start wäre nur noch bis zum 5. August möglich gewesen.

In mehreren Etappen soll "Solar Impulse 2" die Erde ohne einen Tropfen Treibstoff umrunden. Angetrieben wird das Leichtflugzeug auf seiner 35.000 Kilometer langen Reise von mehr als 17.000 Solarzellen. Mit ihrer spektakulären Mission wollen Borschberg und Piccard für den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien - besonders von Sonnenenergie - werben.
 

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