17. April 2017 | 09:27 Uhr

Sri Lanka Müll © APA/AFP/ISHARA S. KODIKARA

Unglück in Sri Lanka

Müll-Katastrophe: 26 Tote, Hunderte Obdachlose

Soldaten suchen in den Abfallbergen nach weiteren Opfern.

Beim Einsturz einer Müllhalde in Sri Lanka sind mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen und hunderte weitere obdachlos geworden. Drei Tage nach dem Unglück am Stadtrand von Colombo wurden rund 1.700 Menschen in Notunterkünften in Schulen untergebracht, wie die Behörden am Montag mitteilten.

Hunderte Soldaten suchten in den Abfall- und Trümmerbergen weiter nach Überlebenden. Hoffnung gab es jedoch kaum noch.

Müll begrub Häuser unter sich

Die 90 Meter hohe Müllhalde in Kolonnawa am nordöstlichen Stadtrand von Colombo war am Freitag nach starken Regenfällen ins Rutschen geraten. Der Müll begrub zahlreiche Häuser und Menschen unter sich. Bis Montag wurden 26 Leichen geborgen, unter den Todesopfern waren auch mehrere Kinder und Jugendliche. Sechs weitere Menschen galten noch als vermisst.

"Wir setzen die Suche fort", sagte der Militärsprecher Roshan Seneviratne. "Wir haben aber nicht viel Hoffnung, unter diesen Bedingungen noch jemanden lebend zu finden."

Nach Angaben der Polizei wurden 145 Hütten und Häuser in dem Armenviertel zerstört. Viele weitere Häuser wurden beschädigt und drohten einzustürzen. Mehr als 400 Familien wurden deshalb vorerst in Notunterkünften in nahegelegenen Schulen untergebracht.

Plünderungen

Präsident Maithripala Sirisena ordnete den Einsatz von hunderten Soldaten bei der Rettungsaktion an. Nach Berichten über Plünderungen erhöhte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen am Unglücksort. 23 Verdächtige, die Opfer der Müllkatastrophe bestohlen haben sollen, wurden festgenommen.

Regierungschef Ranil Wickremesinghe erklärte, vor dem Unglück seien bereits Vorkehrungen für eine Schließung der Müllhalde getroffen worden. Die Abräumarbeiten hatten aber noch nicht begonnen.

Die Mülldeponie von Kolonnawa wächst täglich um rund 800 Tonnen Müll, insgesamt werden dort etwa 23 Millionen Tonnen Abfall gelagert. Gesundheitsexperten warnen seit Langem vor den Gefahren. Das srilankische Parlament hatte erst kürzlich die Schließung der Müllhalde verlangt. Es gibt Pläne zum Bau eines Kraftwerks, mit dem durch die Verbrennung des Mülls Energie gewonnen werden soll.

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