15. November 2019 | 10:24 Uhr

Aus Sicherheitsgründen

Venedig-Hochwasser: Markusplatz gesperrt

Öffentlicher Wasserverkehr auf Canal Grande eingestellt.

Venedig. Nach dem schweren Hochwasser in Venedig hat sich die Lage am Freitag erneut angespannt. Weil der Wasserstand am Vormittag wegen einer Schlechtwetterfront verbunden mit Schirokko-Wind weiterhin anstieg, beschloss Bürgermeister Luigi Bruganro aus Sicherheitsgründen die Sperre des kompletten Markusplatzes. Außerdem wurde der öffentliche Wasserverkehr auf dem Canal Grande eingestellt.

 

70 Prozent der Innenstadt überschwemmt

Wegen des starken Schirokko-Windes und heftigen Niederschlägen ist das Hochwasser in Venedig am Freitag auf 154 Zentimeter über dem Meeresspiegel gestiegen. Damit waren 70 Prozent der Innenstadt überschwemmt, teilte die Gemeinde mit. Im Raum Giudecca wurden Bürger und Touristen aufgefordert, wegen des starken Windes auf Bäume zu achten, die umstürzen könnten.
 
Aus Sicherheitsgründen wurde die Sperre des kompletten Markusplatzes beschlossen. Außerdem wurde der öffentliche Wasserverkehr auf dem Canal Grande eingestellt. Schulen waren genauso wie die Universität und mehrere Museen geschlossen. Bürger wurden angesichts der schwierigen Wetterlage aufgefordert, zu Hause zu bleiben.
 

Schulen bleiben geschlossen 

Die Lagunenstadt ist auch am Freitag immer noch nicht den Weg zur Normalität zurückgefunden. Wegen einer neuen Schlechtwetterfront mit starkem Schirokko-Wind blieben Schulen, Kindergärten und die Universität in der Lagunenstadt weiter geschlossen.
 
Die Sorge vor weiteren Überschwemmungen ist groß. Auch das Museum Palazzo Ducale und das Opernhaus La Fenice waren angesichts der Wetterprognosen gesperrt. Bürgermeister Luigi Brugnaro rief die Bürger auf, wenn möglich, zu Hause zu bleiben.
 

Notstand über Venedig verhängt 

Bei einer Ministerratsitzung in Rom wurde am Donnerstagabend der Notstand über Venedig verhängt. Damit werden Geldmittel für die Schadensbehebung nach dem Hochwasser freigesetzt. Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte an, dass die Regierung 20 Millionen Euro zur Behebung der Schäden lockermacht. Private können mit Soforthilfen bis zu 5.000 Euro und Geschäftsleute mit bis zu 20. 000 Euro rechnen. Später werde der Staat bei großen Schäden und nach eingehender Prüfung auch weitere Zahlungen leisten.
 
Premier Conte kündigte an, dass der Bürgermeister von Venedig die Kompetenzen eines Regierungskommissars erhalten wird. Damit soll er mehr Zuständigkeiten bei der Behebung der strukturellen Probleme der Stadt bekommen, erklärte Conte im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Freitagsausgabe). Am 26. November soll außerdem eine Sonderkommission über die "Probleme Venedigs" beraten. Dabei soll es laut Conte auch um ein geplantes Anlegeverbot für große Kreuzfahrtschiffe und das umstrittene Hochwasserschutzsystem "MOSE" gehen, das die Lagunenstadt mit schwimmenden Barrieren schützen soll.
 
In Italien begannen unterdessen Spendensammlungen zur Finanzierung der Behebung der Schäden in Venedig. Die italienischen Botschaften und Konsulate im Ausland werden Initiativen zur Unterstützung Venetiens starten, kündigte Außenminister Luigi Di Maio an. Italiens viermaliger Premier Silvio Berlusconi rief die großen Staaten der Welt auf, mit Spenden Venedig finanziell zu unterstützen.

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