08. Februar 2012 | 06:50 Uhr

kälte_epa.jpg © EPA

Minus 25 Grad

Klirrende Kälte hat Europa im Griff

Kältechaos in Europa. Heftige Schneefälle und Tote auch im nördlichen Afrika.

Weiterhin klirrende Kälte im Großteil Europas - und tiefe Temperaturen sorgen auch im nördlichen Afrika für Probleme. In Algerien starben in den vergangenen Tagen 25 Menschen bei wetterbedingten Verkehrsunfällen oder infolge von Kohlenmonoxidvergiftungen. In etlichen Regionen des Landes und im benachbarten Tunesien hatte es in den vergangenen Tagen erstmals seit Jahrzehnten heftig geschneit. In beiden Ländern waren etliche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. In Europa hat die Kältewelle bisher mehr als 300 Menschen das Leben gekostet.

Kältetote in Polen
In Polen erfroren in der Nacht auf Dienstag sechs meist obdachlose Menschen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums in Warschau mit. In Tschechien fanden Polizisten in einer Prager Kleingartensiedlung die Leiche eines 44 Jahre alten Obdachlosen. Die tiefste Temperatur wurde dort zuletzt mit minus 24,8 Grad in Sindelova (Schindlwald) im westlichen Erzgebirge gemessen.

Nichts gehr mehr in Bulgarien

In Bulgarien haben heftige Schneestürme den Verkehr lahmgelegt. Am schwersten getroffen war die Region der Donaustadt Russe. Dort gab es drei Meter hohe Schneeverwehungen, berichtete der Rundfunk in Sofia. Die einzige Brücke über die Donau nach Rumänien bei Russe wurde geschlossen. Die Hauptstadt Sofia versank bei minus neun Grad im Schnee. Regierungschef Boiko Borissow rief die Menschen am Dienstag auf, auf unnötige Fahrten zu verzichten. Für das ganze Land galt ein Fahrverbot für schwere Lastwagen.

Schulen geschlossen
In Rumänien sind in der Nacht nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei Menschen an der Kälte gestorben. Wichtige Fernstraßen sind gesperrt, Tausende Schulen geschlossen. Mindestens 130 Ortschaften blieben ohne Strom. In Ungarn starben nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI in den vergangenen 24 Stunden vier Menschen in der Kälte. Auch in Litauen überlebten zwei Menschen den Frost in der Nacht nicht. Am Wochenende hatten die Temperaturen im Baltikum noch minus 30 Grad und weniger betragen.

Probleme am Balkan
Die meisten Regionen auf dem westlichen Balkan sind nach einem massiven Schneesturm mit einer frischen Lage Schnee überdeckt, der vielerorts den Verkehr zum Erliegen und die Stromversorgung unterbrochen hat. In Belgrad wurde Polizeiangaben zufolge eine Frau von einem vier Kilogramm schweren Eiszapfen erschlagen, der von einem zwölfstöckigen Gebäude auf den Gehweg herunterkrachte. Auf der griechischen Insel Symi wurde nach schweren Regenfällen eine Frau aus Großbritannien von den Wassermassen erfasst und ertrank.

Flüge ausgefallen

Auf dem Münchner Flughafen fielen nach Angaben eines Sprechers am Dienstag zehn Flüge aus, etliche Maschinen gingen verspätet in die Luft, da beide Start- und Landebahnen abwechselnd geräumt und die Flieger enteist werden mussten. Für den Münchner S-Bahn-Verkehr werden derzeit die Züge über Nacht in Bewegung gehalten, damit sie nicht einfrieren, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.
 

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Im W sonnig, sonst Wolken. 3°/17°

In den westlichen Landesteilen präsentiert sich das Wetter bis zum Abend sonnig und trocken. Weiter im Osten und Südosten ziehen hingegen bis in den Nachmittag hinein noch zahlreiche dichte Wolken durch. Abgesehen von einzelnen Regentropfen am Alpenostrand bleibt es jedoch trocken. Die Sonne zeigt sich dabei zunächst nur zwischendurch. Bis zum Abend werden die Wolken jedoch von Norden weniger und die Sonne zeigt sich noch öfters. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Nordwest bis Nordost, in Tirol und Vorarlberg bleibt der Wind deutlich schwächer. Die Nachmittagstemperaturen 14 bis 22 Grad. Heute Nacht: Abgesehen von ein paar Wolkenresten im Südosten verläuft das Wetter im Ostalpenraum in der Nacht auf Freitag weitgehend wolkenlos. Der Wind aus West bis Nordwest weht im Bergland und im Nordosten weiter mäßig, in höheren Lagen auch lebhaft. Die Temperaturen umspannen minus 1 bis plus 9 Grad.
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