11. Jänner 2017 09:17

Höhepunkt der Kältewelle in Österreich

Höhepunkt der Kältewelle in Österreich
© Eva Kelety
Höhepunkt der Kältewelle in Österreich
© AFP

In Österreich ist es heute deutlich kälter als am Polarkreis.

Eisige Kälte hat weite Teile Europas im Griff. Auch in Österreich ist es kälter als in einer Tiefkühltruhe - und deutlich kälter als am Polarkreis, wo es derzeit (recht warme) -1 Grad hat.

Mittwochfrüh wurden die tiefsten Temperaturen im Osten Österreichs gemessen. Kältepole waren Groß Gerungs und Pöggstall (Niederösterreich) mit jeweils -22 Grad. In Wien wurden Temperaturen von -12 Grad gemessen. Die Kraftwerke der Wien Energie laufen auch Hochtouren und liefern rund 30 Prozent mehr Fernwärme als an normalen Wintertagen mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt. Im Wiener Hafen ist der Eisbrecher "Eisvogel" im Einsatz.

Auch beim Gasverbrauch hat sich die Kälte bemerkbar gemacht. In der vergangenen Woche wurden 38,329 Millionen Kubikmeter Gas verbraucht - um 6 Prozent mehr als in der ersten Kalenderwoche.

Schuld sind die Tiefs „Caius“ und "Dieter". Diese haben über dem Atlantik polare Luft getankt, "Dieter" wandert dann quer über Deutschland bis zu uns. Die Tiefs lassen bei uns die Eiseskälte frei. Am Mittwoch räumt eine Warmfront die Kälte aus - mit Regen ist aber Glatteis möglich. >> Alle Infos: Glatteis-Warnung für Teile Österreichs .

Extreme Kältewelle in Europa

Schnee und Glätte bremsten am Dienstag in mehreren deutschen Bundesländern den Verkehr. Die Oder wurde wegen Eisgangs für die Schifffahrt gesperrt. Es warteten 13 Eisbrecher in Deutschland und Polen auf ihren Einsatz auf dem Grenzfluss, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde am Dienstag mit.

Nach tagelangem Schneefall stürzte in der türkischen Metropole Istanbul das Dach einer Moschee ein und begrub mehrere Menschen unter sich. Einer sei getötet und mehr als 40 verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf offizielle Angaben. Eine Kaltfront hatte am Freitag zu einem Temperatursturz in Istanbul geführt. Es begann, stark zu schneien. In den vergangenen Tagen wurde nach Angaben der Zeitung "Hürriyet" in manchen Bezirken der Millionenmetropole mehr als ein Meter Schnee gemessen. Das Blatt sprach vom stärksten Schneefall in Istanbul seit 30 Jahren - inzwischen taut es.

Selbst in manchen Regionen Kretas brauchten die Griechen am Dienstag Schneeketten, um voranzukommen. In der Hauptstadt Athen hingegen taute der Schnee im Laufe des Tages. Dafür ging es in der nördlichen Hafenstadt Thessaloniki erst richtig los. Dick eingeschneit sind außerdem weiter die Insel Euböa und die Sporaden-Inseln in der Ostägäis. Dort lagen bis zu zwei Meter Schnee, viele Häuser blieben ohne Strom und Wasser.

In Budapest verbrannte ein Obdachloser in einem aus Lumpen und Abfall selbst gebauten Unterstand, wie die Nachrichtenagentur MTI am Dienstag berichtete. Der Mann wollte sich an dem Feuer wärmen, das er am Ende nicht zu kontrollieren vermochte. Am vergangenen Wochenende erfroren zwei Obdachlose in einer Abbruch-Ruine in der ungarischen Hauptstadt.

Bulgarien stellte die Donau-Schifffahrt wegen Eisschollen auf dem gemeinsamen Abschnitt mit Rumänien ein. Der Fluss sei bis zu 70 Prozent mit Treibeis bedeckt, teilte die bulgarische Flussaufsicht mit. Das Verbot trat am Dienstagmittag (Ortszeit) in Kraft. Die Maßnahme sei mit Rumänien abgestimmt. Schiffe dürften nur bei Rettungsaktionen ausnahmsweise fahren. Im bulgarischen Russe sank die Lufttemperatur in der Nacht auf Dienstag auf minus 16,2 Grad. Außerdem machte den Bulgaren viel Schnee zu schaffen. Im Raum Burgas blieben Fahrzeuge in Schneeverwehungen stecken. Die Behörden riefen im mehreren Regionen die zweithöchste Alarmstufe aus. In Sofia und an vielen anderen Orten wurden die Schulferien erneut verlängert: Die Klassenräume konnten nicht ausreichend beheizt werden.

Auch in Rumänien blieben wegen der klirrenden Kälte viele Schulen und Kindergärten geschlossen, im Großraum Bukarest sollten diese Schnee-Ferien sogar diese ganze Woche dauern. Vor allem in Südrumänien drohten in den nächsten Tagen neue Schneestürme. Nachts wurden weiter zweistellige Minusgrade erwartet.

Am Dienstag beruhigte sich die Lage die Tschechien. Die meisten Straßen waren mit Vorsicht wieder zu befahren. Der nationale Wetterdienst warnte zugleich vor neuen Schneeverwehungen und Glatteis in weiten Teilen des Landes. Es sind gute Zeiten für Wintersportler: Bis Ende der Woche soll in den tschechischen Mittelgebirgen bis zu einem halben Meter Schnee fallen.
 




 

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