04. November 2015 | 09:07 Uhr

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Todesopfer befürchtet

Zyklon "Chapala" verwüstet Jemen

Seltener Tropensturm verursachte schwere Überschwemmungen und Schäden.

Der ohnehin von einem bewaffneten Konflikt erschütterte Jemen hat durch einen Zyklon weitere Zerstörungen erlitten. Der Tropensturm "Chapala" traf in der Nacht zum Dienstag auf die Küste des Landes im Süden der arabischen Halbinsel und löste schwere Überschwemmungen und Schäden aus. Die Schäden seien enorm, und es seien Todesopfer zu befürchten, sagte Fischereiminister Fahd Kafain.

"Chapala" traf mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern auf die Küstenprovinzen Schabwa und Hadramut. Der Zyklon hatte zuvor die 350 Kilometer von der Küste entfernte Insel Sokotra getroffen.

200 Verletzte
Nach Angaben des Bürgermeisters des Inselbezirks Hadibo, Salem Saher, wurden mehr als 200 Menschen auf Sokotra verletzt. Dutzende Häuser seien zerstört oder gänzlich weggeschwemmt worden. Am Dienstagvormittag fegte der Wind nach Angaben des Ministers noch mit mehr als hundert Stundenkilometern über die Provinzen Schabwa, Hadramut und Al-Mahra und löste an den Küsten hohe Wellen aus.

Bilder aus den sozialen Netzwerken zeigten schwere Überflutungen in Mukalla, der Provinzhauptstadt von Hadramut. Die Zeitung "Yemen Post" schrieb, Mukalla stehe "unter Wasser". Die Stadt wird seit April weitgehend vom Terrornetzwerk Al-Kaida kontrolliert, die das Chaos im Jemen ausnutzt.

Anfang des Jahres hatten die schiitischen Huthi-Rebellen mit Unterstützung der Anhänger des früheren Präsidenten Ali Abdallah Saleh dessen Nachfolger Abd Rabbo Mansur Hadi gestürzt. Die Rebellen kontrollieren bereits seit September 2014 die jemenitische Hauptstadt Sanaa.

WHO liefert Notfall-Ausrüstung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, sie habe Notfall-Ausrüstung, die für rund tausend Verletzte reiche, nach Mukalla geliefert. Außerdem werde sie Krankenhäuser und Rettungswagen mit Benzin versorgen. Hadramut und Schabwa hätten zusammen 1,8 Millionen Bewohner, darunter 100.000 Binnenvertriebene und 27.000 Flüchtlinge und Migranten. Im Jemen sind wegen des Konflikts ohnehin große Teile der Bevölkerung auf Unterstützung angewiesen. Die Hilfslieferungen gelangen wegen der Kämpfe und der Luftangriffe auf die Rebellen durch eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz jedoch nur schwer ins Land.

Die UN-Wetterorganisation (WMO) hatte bereits am Montag von einem ungewöhnlichen Tropensturm gesprochen. "'Chapala' hat starke Regenfälle verursacht, die weit über das hinausgehen, was diese trockene Region gewohnt ist", erklärte die Organisation.

Laut einer am Dienstag gemeinsam mit der indischen Wetterbehörde veröffentlichten Mitteilung hatte "Chapala" Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern, als er auf Land traf. Die Organisationen erwarteten, dass sich der Zyklon im Laufe des Dienstag zu einem Tief abschwächen würde.

Der im Osten angrenzende Oman senkte seine Alarmstufe, da sich der Zyklon westwärts weiterbewege und das Sultanat nicht direkt treffen werde. Die Wetterbehörde im Oman warnte jedoch vor bis zu drei Meter hohen Wellen an den Küsten der Provinzen Dhofar und Al-Wusta. Die WMO hatte am Freitag den Oman ebenso wie den Jemen vor dem Zyklon gewarnt.

 

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