07. August 2017 | 17:13 Uhr

funchal.jpg © APA

Urlauber gestrandet

Winde stürzen Urlaubsparadies ins Chaos

Chaos im Urlaubsparadies: Am Cristiano Ronaldo Airport geht nichts mehr.

Wegen heftiger Winde an der Küste sind auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira tausende Urlauber gestrandet. Bereits seit dem Wochenende herrschten auf dem Flughafen von Funchal chaotische Zustände, denn fast alle Flüge von und nach Funchal wurden annulliert. Infos gab es kaum - und der Zorn unter den Touristen wuchs.

Allein am Sonntag seien bis zum Abend 56 Verbindungen annulliert worden, berichteten portugiesische Medien unter Berufung auf den Flughafenbetreiber ANA. Betroffen waren 5.500 Passagiere, und auch zum Wochenbeginn war zunächst keine Entspannung der Lage in Sicht.

Montagfrüh gab es nach Auskunft von gestrandeten Urlaubern stundenlang weder Starts noch Landungen. Ab dem Vormittag steuerten schließlich mehrere Maschinen aus Großbritannien die Insel an - und verließen sie wenig später wieder mit erleichterten Touristen an Bord. Informationen dazu, ob und wann sich die Lage ändern sollte, gebe es nicht. Verbindungen etwa nach Paris, Lissabon und Helsinki wurden erneut annulliert.

Unverständnis herrschte besonders darüber, dass die drohenden Winde seit Donnerstag bekannt waren, die Airlines sich aber nicht auf die Situation eingestellt hätten, erklärte eine deutsche Urlauberin am "Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo". Der Flughafen war erst vor wenigen Monaten auf den Namen des berühmten Inselsohnes umgetauft worden.

Der Anflug gilt als extrem schwierig, da sich die Landebahn direkt am Steilhang zwischen Atlantik und Bergen befindet. Wegen der Küstenlage wird der Flughafen oft von heftigen Winden heimgesucht. Nach Angaben einer Mitarbeiterin sei es deshalb nicht ungewöhnlich, dass es in Funchal zu Ausfällen kommt. Mehrere Maschinen seien seit Sonntag auf der Nachbarinsel Port Santo gelandet, wo es windstiller sei, so portugiesische Zeitungen. Die Urlauber wurden anschließend mit Fähren nach Madeira gebracht.

Viele verzweifelte Touristen schliefen einstweilen in Funchal auf dem Boden der Terminals. Andere suchten sich privat eine Unterkunft in der Hauptstadt und pendelten seit dem Wochenende zwischen Hotel und Flughafen, um auf neue Informationen zu warten. "Das ist allerdings sehr teuer, allein eine Taxifahrt in die Stadt kostet jedes Mal 45 Euro", sagte eine Betroffene. Einige Airlines hätten Busverbindungen organisiert, andere ließen die Fluggäste völlig im Stich, hieß es.

Die "Blumeninsel" Madeira liegt etwa 950 Kilometer südwestlich von Lissabon. Wann die Winde nachlassen und wieder Normalität einkehren könnte, war am Montagnachmittag weiterhin nicht abzusehen.
 

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