25. September 2019 | 11:38 Uhr

Arktis Eis © Nick Cobbing/Greenpeace

Weltklimarat schlägt Alarm

Meeresspiegel steigen viel stärker als angenommen

Anstieg je nach Szenario um 43 bis 84 Zentimeter bis Ende des Jahrhunderts 

Die Eiswelten und Ozeane der Erde verändern sich durch den Klimawandel markant. Die gesamte Erdbevölkerung ist direkt oder indirekt davon betroffen, warnte der Weltklimarat in einem am Mittwoch in Monaco veröffentlichten Sonderbericht.
 
Der Bericht des Weltklimarats IPCC zeigt die Veränderungen auf, die die Ozeane und weltweiten Eis- und Schneevorkommen (Kryosphäre) im Zuge des Klimawandels durchlaufen haben und wahrscheinlich noch durchlaufen werden. Und die damit verbundenen Risiken, die je nach Grad der Klimaerwärmung zunehmen.
 

Bis zu 84 Zentimeter

Je nach Szenario wird der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um 43 bis 84 Zentimeter steigen. Gebiete werden dadurch unbewohnbar, in denen heute Hunderte Millionen Menschen leben. Gletscher dürften von 2015 bis 2100 zwischen 18 und 36 Prozent ihrer Masse verlieren, in Europa sogar über 80 Prozent. Ohne Klimaschutz werden bis Ende des Jahrhunderts 49 bis 89 Prozent der wenig tiefen Permafrostböden tauen.
 
"Die Hänge in den Alpen und anderswo werden durch die immer wärmeren Permafrostböden instabil und setzen in den Polarregionen Kohlenstoff-Reservoire frei, die dort seit Tausenden von Jahren ruhten", ließ sich Konrad Steffen, Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL und Autor des IPCC-Berichtes, in einer Mitteilung der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT zitieren. Dadurch gelangen bis Ende 2100 Dutzende oder gar Hunderte von Gigatonnen als Kohlendioxid oder Methan in die Atmosphäre.
 

Gletscher schmelzen

Das Schmelzen der Eisschilde und Gletscher beschleunige den Anstieg des Meeresspiegels, sagte Nicolas Gruber von der ETH Zürich, ebenfalls Autor des Berichts. Zwischen 2006 und 2015 lag der Anstieg bereits bei 3,6 Millimetern pro Jahr und damit 2,5 Mal höher als der durchschnittliche jährliche Anstieg zwischen 1901 und 1990, wie der "Summary for Policymakers" des Sonderberichts zu entnehmen ist.
 
Bei den bisherigen Prognosen des Meeresspiegelanstiegs wurde gerade der Anteil des schmelzenden Eises in der Antarktis bisher unterschätzt, schrieb die SCNAT. Mit dem steigenden Meeresspiegel nehmen in diesem Jahrhundert Risiken wie Fluten oder Küstenerosion deutlich zu. Alleine die Schäden durch Überschwemmungen werden jährlich auf das 100- bis 1.000-Fache ansteigen.
 
Der Bericht, an dem über 100 Forschende aus über 37 Ländern mitarbeiteten, unterstreicht die Dringlichkeit von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. Die Treibhausgas-Emissionen müssten "dringend und ambitioniert" gesenkt und die Folgen des Klimawandels auf die lebenserhaltenden Ozeane und die Kryosphäre gemindert werden, z. B. durch den Ausbau des Küstenschutzes durch Bauten oder Bepflanzungen.

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Häufig Regen, später Sonnenfenster. 13/19°

Ein großflächiges Regengebiet zieht im Laufe des Nachmittags langsam ostwärts ab, dahinter gibt es zaghafte Auflockerungen, aber auch noch ein paar Regenschauer. Ganz im Osten und Südosten Österreichs hält sich der Wolkenschirm bis zum Abend, der Regen klingt jedoch auch dort weitgehend ab. Der Wind weht vor allem in der Ostregion noch für einige Stunden mäßig bis lebhaft aus West-Nordwest. Die Lufttemperaturen kommen kaum über 15 bis 21 Grad hinaus. Heute Nacht: In den Abendstunden klingen die letzten Regenschauer ab, die Restbewölkung bricht selbst im Bergland mehr und mehr auf. Somit verläuft die Nacht über weite Strecken meist aufgelockert bewölkt bis sternenklar. Der Wind flaut zuletzt auch ganz im Osten weitgehend ab. Tiefsttemperaturen meist 6 bis 15 Grad.
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