07. Mai 2014 | 12:30 Uhr

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Das ist die dicht-besiedelste Insel der Welt

Malé, die Hauptstadt der Malediven platzt aus allen Nähten! Doch das Paradies droht unterzugehen.

123.000 Einwohner zählt Malé, die Hauptstadt der Malediven. Damit ist die Tropen-Metropole in etwa so groß wie Innsbruck oder wie die beiden Wiener Gemeindebezirke Döbling und Brigittenau zusammen. Die Bevölkerungsdichte aber liegt in Malé bei unfassbaren 21.280 Menschen pro Quadratkilometer! Fünf Mal höher als in Wien. Mithilfe künstlich angelegter Inseln soll mehr Platz entstehen. Dabei ist das nicht das größte Problem der Malediven. Die Hauptstadt liegt auf gerade einmal einem Meter (!) Seehöhe. Die gesamte Inselgruppe ist kaum höher.

Die Malediven werden versinken:
Berge gibt es auf den Malediven nicht, auch keine Hügel, nicht einmal Dünen. Die höchste natürliche Erhebung liegt auf 2,4 Metern über dem Meeresspiegel. Und damit entstehen dem Tropenparadies enorme Probleme, denn das Meer rückt näher. Infolge des Klimawandels steigt das Wasser an - hunderte Inseln sind vom Untergang bedroht.

Diashow: Ein Tropenparadies geht unter

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21.280 Menschen drängen sich auf einem Quadratkilometer.
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Malé von oben.
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Die Häuser reichen bis ans Meer.
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Das ist Flughafen - mitten im Meer.
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Der Hafen der Hauptstadt.
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Man sieht nur Häuser im Meer.
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Landeanflug auf eines der Atolle.
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Kurz vor der Landung in Malé.
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Ein kleines Tropen-Paradies von oben.
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So sehen Strände auf den Malediven aus.


330.000 Menschen sollen umziehen:

Ex-Präsident Mohamed Nasheed hatte einst die Idee, einen Teil der Touristen-Milliarden abzuzweigen, um eine neue Heimat woanders zu kaufen. Indien oder Sri Lanka schwebten ihm vor, vielleicht auch Australien - das sei nicht so bewohnt. Allerdings: Ein Mann aus dem ebenfalls durch den Klimawandel bedrohten Pazifik-Staat Kiribati wollte im vergangenen Jahr der erste Klimaflüchtling nach den Vorgaben der UN-Flüchtlingskonvention werden. Doch sein Asylantrag in Neuseeland wurde abgelehnt. Auch deswegen verfolgen die Malediven derzeit lieber andere Strategien. Sie vergrößern etwa ihre Inseln, indem sie Sand vom Meeresboden holen und sie damit aufschütten. Fotos aus der Luft zeigen, dass beispielsweise die Fläche der Hauptinsel fast verdoppelt wurde.

Kein Platz mehr auf den kleinen Inseln:

Trotzdem ist die Hauptstadt Male so überbesiedelt, dass selbst für Müllhalden kein Platz mehr ist. Der Abfall landet deswegen in einer nahe gelegenen Lagune. "Tilafushi war früher nur ein Riff. Daraus haben wir Anfang der 90er-Jahre eine Müllinsel gemacht", sagt Mohamed Shihab, Ex-Innenminister und jetzt Bürgermeister von Male. Die nun U-förmige Insel ist so angewachsen, dass sie mittlerweile als Industriegebiet mit zahlreichen Lager- und Produktionshallen genutzt wird.

Wird das Inselparadies zerstört?

Häuserkomplex schießt nun neben Häuserkomplex empor, wo vor wenigen Jahren noch eine türkisblaue Lagune war. Doch es gibt auch schneeweiße Strände und bereits große Palmen. "Stellenweise sieht Hulumale natürlicher aus als Male", findet der Umweltaktivist Ali Rilwan. Nach etwa fünf Jahren bilde sich in den neu geschaffenen Inseln durch das Regenwasser sogar trinkbares Grundwasser.

Auf Hulumale sollen nach offiziellen Angaben bis zu 60.000 Menschen wohnen können - das wäre etwa ein Sechstel der derzeitigen Einwohner. Die Regierung rechnet damit, dass zunehmende Stürme, Starkregen und Trockenperioden dazu führen, dass mehr Menschen sich von den kleineren auf die größeren Inseln retten wollen. Nach dem Tsunami 2004 standen manche Inseln unter Wasser - das noch einmal zurückging. Doch Tausende Menschen migrierten nach Male und in andere Zentren.

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Erst recht sonnig, dann Wetterumschwung. 3/18°

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