22. April 2014 | 14:15 Uhr

everest.jpg © AFP

Nach 16 Lawinen-Toten

Alle Mount-Everest-Expeditionen abgesagt

Nepalesiche Bergführer wollen kein weiteres Risiko eingehen.

Nach dem schweren Lawinenunglück am Mount Everest werden die nepalesischen Bergführer nach eigenen Angaben diese Saison keine Expeditionen begleiten. "Wir haben nach einer langen Sitzung an diesem Nachmittag beschlossen, zu Ehren unserer gestorbenen Brüder unsere Bergtouren einzustellen", sagte der Bergführer Tulsi Gurung am Dienstag im Basislager.

"Alle Sherpas stehen hinter dieser Entscheidung", fügte er hinzu. Ein weiterer Sherpa sowie ein US-Bergsteiger bestätigten die Angaben. Einige der Führer haben demnach das Basislager bereits verlassen.

Diashow: Schlimmstes Everest-Unglück aller Zeiten

leichvorkrematorium.jpg
Eine Leiche wird für das Krematorium vorbereitet.
leichenwagen.jpg
Der Leichenwagen mit einem der Opfer.
apa_budmonchbeten.jpg
Buddhistische Mönche beten.
leichenzug.jpg
Leichenzüge ziehen durch das Dorf.
afp_familienritual.jpg
Familienrituale werden durchgeführt.
begrabniszeremonie.jpg
Eine Begräbniszeremonie
apa_beten.jpg
Eine ältere Frau trauert und betet.
apa_bumonchsargteil.jpg
Ein Mönch trägt den Teil eines Sarges.
verzweiflung.jpg
Verzweiflung bei den Hinterbliebenen.
buddmoensche.jpg
Buddhistische Mönchen am Beten.


16 Tote bei Lawinen-Unglück:

Beim bisher schlimmsten Unglück am Mount Everest waren am Freitag insgesamt 16 nepalesische Bergführer ums Leben gekommen. Sie waren in der Früh auf 5.800 Metern Höhe im sogenannten Popcorn-Feld verschüttet worden, das auf der Route zum tückischen Khumbu-Eisfall liegt. Die Sherpas hatten Zelte, Seile und Lebensmittel dabei, um eine Route zum Gipfel des Everest vorzubereiten - denn Ende April beginnt üblicherweise die Bergsteiger-Saison im Himalaya.

Neun der Bergführer konnten lebend aus den Eis- und Schneemassen gerettet werden, 13 weitere wurden tot geborgen. Am Sonntag wurde die Suche nach drei zuletzt noch vermissten Bergführern endgültig eingestellt.

"Denkmal für die Opfer":

Als Konsequenz hatten die nepalesischen Bergführer mit Streik gedroht, sollte die Regierung ihre Unfall- und Lebensversicherungen nicht erhöhen und keinen Hilfsfonds einrichten. Sie stellten der Regierung ein Ultimatum bis nächsten Montag, um auf ihre Forderungen einzugehen. Mit ihrer Entscheidung scheinen die Verhandlungen jedoch nun hinfällig.

"Sie haben entschieden, dass es nicht nur um die Frage der Entschädigung geht. Sie haben vielmehr das Gefühl, dass sie als eine Art Denkmal für alle, die umkamen, den Mount Everest für dieses Jahr stilllegen sollten", sagte der 67-jährige ehemalige Anwalt Ed Marzec, der ursprünglich als ältester US-Bürger den höchsten Berg erklimmen wollte. Er hatte seine Pläne bereits am Montag abgesagt, weil unter den Opfern auch ein Sherpa seines Teams war.

Jährlich versuchen hunderte Bergsteiger aus aller Welt den strapaziösen Aufstieg zum 8.848 Meter hohen "Dach der Welt". Seit der Erstbesteigung durch den Neuseeländer Edmund Hillary und seinen einheimischen Bergführer Tenzing Norgay 1953 kamen bereits mehr als 300 Menschen bei Aufstiegsversuchen ums Leben, die meisten von ihnen waren Sherpas.

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16

Sonne und Quellwolken, nur geringe Schauerneigung 0/14

Der Tag beginnt in vielen Landesteilen sonnig. Im Laufe des Tages bilden sich etwas mehr Wolken, insbesondere Quellwolken, und vom Bergland ausgehend gibt es stellenweise Regenschauer. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1200 und 1600m Seehöhe. Der Wind weht überwiegend schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Tageshöchsttemperaturen 12 bis 16 Grad. Heute Nacht: Im Zentralraum sowie im Süden lockert die Bewölkung in der Nacht generell nach und nach auf, während im Westen und Osten des Landes weiterhin Restwolken durchziehen, die regional unterschiedlich kompakt sind. Besonders im westlichen Bergland sind bis Mitternacht auch noch einige leichte Schauer möglich, überall sonst bleibt es voraussichtlich niederschlagsfrei. Der Wind weht meist nur schwach aus Südwest bis Nordwest. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 3 und plus 5 Grad.
mehr Österreich-Wetter