19. Juli 2017 | 11:39 Uhr

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Nach 75 Jahren

Familientragödie aufgeklärt? Zwei Leichen im ewigen Eis entdeckt

Eltern von sieben Kindern waren 1942 verschwunden. 

75 Jahre nach ihrem Verschwinden in den Westschweizer Bergen sind offenbar die Leichen einer Frau und ihres Mannes auf dem Tsanfleuron-Gletscher entdeckt worden. Die unter dem Eis vollständig konservierten Toten lagen eng nebeneinander, daneben fand ein Angestellter einer Skistation Rucksäcke, eine Flasche, ein Buch und eine Uhr, sagte der Geschäftsführer von Glacier 3000 der Zeitung "Le Matin".

DNA-Analysen sollen Klarheit bringen
Die beiden Toten, die auf einer Höhe von mehr als 2.600 Metern oberhalb von Les Diablerets gefunden wurden, hätten Kleidung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs getragen, berichtete der Chef der Skistation, Bernhard Tschannen. Die Leichen seien am vergangenen Donnerstag gefunden worden. Tschannen vermutet, dass das Paar in eine Gletscherspalte fiel - erst Jahrzehnte später gab der Gletscher die beiden Leichen infolge der Klimaerwärmung frei. Die Polizei will die Toten mithilfe einer DNA-Analyse identifizieren.

Familientragödie
Dem Bericht von "Le Matin" zufolge handelt es sich bei den Toten um einen 40-jährigen Schuhmacher und seine 37-jährige Frau, eine Lehrerin. Die beiden seien Mitte August 1942 zu Fuß von ihrem Dorf Chandolin aufgebrochen, um ihr Vieh auf der Alm mit Futter zu versorgen. Demnach hatte das Paar am selben Abend zurückkehren wollen, tauchte aber nie wieder auf. Nach zweieinhalb Monaten vergeblicher Suche wurden die sieben Kinder des Paares in Pflegefamilien gegeben. Die Geschwister hätten ihr Leben damit verbracht, ihre Eltern zu suchen, sagte eine Tochter der Zeitung "Le Matin" - sie war zum Zeitpunkt des Verschwindens ihrer Eltern vier Jahre alt.

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