17. April 2014 | 10:14 Uhr

golfstrom.jpg © APA

Unser Wärmespeicher

Golfstrom schon 15 Millionen Jahren alt

Neue Erkenntnis: Europas Wärmelieferant im Atlantik stammt aus der Urzeit.

Als sich Nord- und Südamerika vor Millionen Jahren trafen und damit den Weg für Meeresströmungen dichtmachten, konnte im Atlantik der Golfstrom entstehen. Nicht nur heute, sondern schon vor 15 Millionen Jahren brachte er Wärme aus dem Süden bis nach Island und verlangsamte dort die Abkühlung, die damals weltweit im Gang war, berichten österreichische Forscher in der Zeitschrift "Biogeosciences".

Die Wissenschafter um den Österreicher Thomas Denk, der am Institut für Paläontologie des Naturhistorischen Reichsmuseums in Schweden arbeitet, verglichen rund 800.000 Jahre alte bis fünfzehn Millionen Jahre alte versteinerte Blätter, Wurzeln, Samen, Baumzapfen und Pollen, die sie und ihre Kollegen auf Island gesammelt hatten, mit jenen von heutigen Gewächsen. So fanden sie heute lebende Pflanzen, die den unterschiedlich alten Fossilien jeweils möglichst ähnlich sind. Aus den Klimazonen, in denen die entsprechenden Pflanzen heute vorkommen, konnten die Forscher das prähistorische Klima und seine Veränderungen rekonstruieren.

Island war früher ein Tropen-Paradies:
Vor 15 Millionen Jahren gab es auf dem subarktischen Island Sumpfwälder, wie man sie heute im tropischen Florida findet", so Fridgeir Grimsson vom Institut für Paläontologie der Universität Wien im Gespräch mit der APA. Dort wuchsen riesige Bäume wie Mammut-und Tulpenbäume, während in vergleichbaren Gebieten die wärmeliebenden und kälteempfindlichen Pflanzen verschwanden, sagte er. Dies könne man fast nur damit erklären, dass zu dieser Zeit (dem mittleren Miozän) schon der Golfstrom aktiv war und Wärme in den subarktischen Nordatlantik transportierte.

Die Entwicklung wurde aber auch in Island nur verzögert und nicht aufgehalten. Etwa vor zwölf Millionen Jahren schlug auch dort trotz Golfstrom die Abkühlung durch und die Pflanzenwelt auf Island änderte sich daraufhin, so Grimsson. Die jüngsten, 800.000 Jahre alten Fossilien entsprechen schließlich jenen Pflanzen, die heute in subarktischen und arktischen Kältesteppen vorkommen, erklärte der Urzeit-Botaniker.
 

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Meist viel Sonne, im W. Wolkenaufzug. 0/13°

Unter abnehmendem Hochdruckeinfluss steht abseits der Nebelregionen ein sehr sonniger letzter Februartag bevor. Nebelfelder sind im Donauraum, im Waldviertel aber auch im Südosten zu erwarten und lösen sich bis Mittag meist auf. In weiten Teilen des Landes scheint die Sonne nahezu ungestört, lediglich ein paar harmlose Schleierwolken ziehen durch. Am Nachmittag kommen dann im Westen erste dichtere Wolken auf. Dabei bleibt es vorerst aber noch trocken. Der Wind weht meist nur schwach, im Nordosten mäßig aus östlichen Richtungen, alpennordseitig wird es gebietsweise leicht föhnig. Tageshöchsttemperaturen 11 bis 18 Grad, mit den höchsten Werten im leicht föhnigen Westen.
mehr Österreich-Wetter