28. Mai 2020 | 18:23 Uhr

Karlskirche-Titel-Getty.gif © Getty Images

Barockes Schmuckstück

Die Wiener Karlskirche

Hier erfahren Sie alles über die 300-jährige Geschichte der "Pestkirche" am Karlsplatz. 

Die barocke Wiener Karlskirche befindet sich am Südrand des Karlsplatzes, unweit eines Verkehrsknotenpunkts im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden. Ihre Entstehungsgeschichte geht auf die letzte große Pestepidemie im Oktober 1713 zurück. Der damalige Habsburger Kaiser Karl VI. gelobte, seinem Namenpatron Karl Borromäus, der auch gleichzeitig als Pestheiliger galt, eine Kirche zu stiften, sollte die Epidemie abebben. Tatsächlich konnte die Pest im darauffolgenden Jahr besiegt werden. Sein Versprechen einlösend ließ Karl VI. den Grundstein zu dieser „Votivkirche“ (Votivgabe = Dankgeschenk) legen. Weil der Wienfluss, der an dieser Stelle heute nur mehr unterirdisch fließt, im 18. Jahrhundert noch nicht reguliert war, baute man die Kirche auf einer kleinen Anhöhe am rechten Ufer des Gewässers.

 

Gebäude und Symbolik

Bis heute dominiert an dieser Stelle der von Johann Bernhard Fischer von Erlach geplante Barockbau den Karlsplatz. Die Karlskirche beeindruckt nicht nur durch eine imposante, 72 Meter hohe Kuppel, sondern auch durch zwei verzierte Säulen am Eingang. An diesen Säulen zeigt sich die Verbindung von religiösen Motiven mit kaiserlicher Machtdemonstration. So wie der Rest der Kirche und ihre reiche Innenausstattung sollten die großen Säulen nämlich die Wichtigkeit der Habsburger demonstrieren. Die Bauart der Säulen ist an römische Vorbilder angelehnt und soll die weise Herrschaft von Karl VI. unterstreichen. Spiralförmig winden sich Reliefs an den Säulen hinauf, welche Szenen aus dem Leben des Hl. Karl Borromäus zeigen, nach dem die Kirche benannt ist. So gelingt der Brückenschlag zwischen Karl dem Heiligen und Karl dem Habsburger.

Für die Renovierung der Deckenfresken wurde ein Panoramaaufzug im Kirchenschiff errichtet, der auch heute noch einen beeindruckenden Blick auf die Fresken erlaubt, jedoch den Gesamteindruck des Innenraumes stört. Seit März 2018 ist dieser Lift auch barrierefrei benützbar.

 

Umgebung und Events

Den Vorplatz der Karlskirche, der in den Resselpark übergeht, ziert eine Wasserfläche mit einer modernen Plastik von Henry Moore.  Rund um diese Wasserfläche finden alljährlich verschiedene Veranstaltungen statt, die nicht nur von Touristen, sondern auch von Wienern gern besucht werden. Zu diesen Events zählt das „Buskers Festival“, bei dem Straßenkünstler zelebriert werden, sowie ein Christkindlmarkt, der auf Kunsthandwerk spezialisiert ist.

 

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag jeweils von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Sonn- und Feiertag von 12:00 Uhr bis 19:00 Uhr

 

Eintrittspreise

Erwachsene EUR 8,00
Gruppen ab 6 Personen EUR 6,00 pro Person
SchülerInnen und StudentInnen EUR 4,00
Kinder unter 10 Jahren gratis


In diesen Preisen ist auch der Besuch des Museo Borromäo (Schatzkammer), des Museo Novo (Sonderausstellungen) und des Panoramalifts, der Sie auf 32,5 m Höhe bringt, inkludiert.

 

Messen und Events

Öffentlich zugängliche Messen finden an Sonn- und Feiertagen um 9:30 Uhr und 11:00 Uhr, sowie Montag bis Samstag um jeweils 18:00 Uhr statt.

Außerdem finden regelmäßige Konzerte und Musikveranstaltungen statt. Konkretes finden Sie unter https://www.karlskirche.info/deutsch/konzerte/.

 

Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Karlskirche befindet sich an der Adresse Kreuzherrengasse 1, 1040 Wien und ist mit folgenden Linien erreichbar:

  • U-Bahn: Linien U1, U2, U4 (Station Karlsplatz)
  • Straßenbahn: Linien 1, 2, D, 62 und 71
  • Autobus: Linie 4A und Linie 59A
  • Lokalbahn Wien-Baden ("Badner Bahn"): beim Aufgang "Kärntner Ring"

 

Anreise mit dem Auto

In der unmittelbaren Umgebung befinden sich zwei Garagen:

  • Karlsplatz Garage (ÖPARK) in der Mattiellistr. 2-4, 1040 Wien, ohne Behindertenparkmöglichkeit.
  • WIPARK Operngasse 13, 1040 Wien (bei der Technischen Universität), mit Behindertenparkmöglichkeit.

 

Barrierefreiheit 

Auf der Seite der Argentinierstraße befindet sich eine z-förmige Rampe, die mit einer integrierten Beleuchtung und von außen selbstständig öffnenden Türen ausgestattet ist. Auch die Benützung des Lifts ist barrierefrei.