01. November 2018 | 11:25 Uhr

OBERDRAUBURG Hochwasser © APA/EXPA/JOHANN GRODER

Wieder Starkregen!

Zivilschutz-Alarm in Kärnten ausgerufen

In Mörtschach wurden die Menschen angehalten zu Hause zu bleiben.

Keine Entspannung der Situation ist am Donnerstagnachmittag aus den von neuerlich starken Regenfällen betroffenen Kärntner Bezirken Hermagor und Spittal gemeldet worden. Neue Murenabgänge hab es zwar vorerst nicht, wegen der anhaltenden Niederschläge gingen die Behörden aber von einer akuten Gefahr aus. Für die Mölltaler Gemeinde Mörtschach gab es eine Zivilschutzwarnung.

Die Menschen sollten zur Sicherheit in ihren Häusern bleiben, sagte der Spittaler Bezirkshauptmann Klaus Brandner zur APA. Ein Abschnitt der Mölltal Straße (B106) bei Lainach wurde wegen eines Hangs, der abzurutschen drohte, für den gesamten Verkehr gesperrt.

Auch im Bezirk Hermagor war die Situation weiter angespannt. Trotz Starkregens waren zunächst keine neuen Probleme dazugekommen, sagte Bezirkshauptmann Heinz Pansi. Er erklärte, dass man Vorbereitungen für weitere Sicherungsmaßnahmen an den Dämmen im Gailtal treffe, die ab Freitag umgesetzt werden sollen. Am Donnerstag wurde an der Freigabe letzter Verbindungsstraßen gearbeitet.

Die Straße ins Lesachtal ist weiterhin für den allgemeinen Verkehr gesperrt, lediglich Einsatzfahrzeuge dürfen passieren. Für den normalen Verkehr wäre die nur einspurig befahrbare Strecke zu gefährlich, erklärte Pansi. Im Lesachtal ging es mit der Wiederherstellung der Stromversorgung nur schleppend voran. Die Arbeiten mussten teilweise eingestellt werden, weil sie bei den starken Regenfällen zu gefährlich für die Mitarbeiter gewesen wären.
 

Aufräumarbeiten werden lange dauern

Auch die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) verzeichnete vorerst keine neuen Murenabgänge. Die Feuerwehren machten aber Kontrollfahrten, hieß es. Die Aufräumarbeiten nach den schweren Unwettern der vergangenen Tage dürften laut Einschätzung der LAWZ noch lange dauern. Laut Prognosen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dürften die Regenfälle in der Nacht abklingen. Heftige Niederschläge waren für die kommenden Tage keine mehr angesagt.

Seriöse Schadensschätzungen gab es zunächst keine. Auch vonseiten der Behörden heiß es, dass man sich etwa die Forstschäden durch den Sturm erst in einem zweiten Schritt anschauen werde. Vonseiten der Politik hatte es am Mittwoch Bekundungen gegeben, man werde den betroffenen Menschen schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe zukommen lassen. Aus den Mitteln des Katastrophenfonds stünden derzeit insgesamt noch bis zu 102 Millionen Euro für Schäden und Katastrophenfälle zur Verfügung, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.