11. Juli 2017 | 23:41 Uhr

Tornado Flughafen © APA/NÖLFK
Hagel © privat
Hagel Tornado Überschwemmung © APA/HGV

Klima wird immer heftiger

Wetter-Wahnsinn immer extremer

Mega-Unwetter mit enormen Schäden, wie am Montag, werden Alltag, warnen Experten.

Land unter. Täglich neuer Unwetter-Alarm. Bisheriger Höhepunkt dieses Sommers war der Montag: Am Nachmittag verdunkelte sich plötzlich der Himmel über der Osthälfte des Landes.

  • Tornado. Diese Fotos sorgen auch zwei Tage nach dem Unwetter für Aufsehen: Ein Tornado zieht über Niederösterreich – gefährlich nahe am Flughafen Schwechat vorbei – in dieser Region hat es das noch nie zuvor gegeben.

  • Starkregen flutete große Flächen. Besonders betroffen war der Bezirk Gänserndorf (NÖ). In Großenzersdorf wurden 35 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde gemessen – eine sehr seltene Beobachtung. „Das tritt im Sommer nur alle 20 Jahre auf“, so Alexander Orlik von der ZAMG.

  • Hagel. Die Wucht der Eisbrocken war enorm, zahlreiche Fahrzeuge wurden beschädigt.

Gewitter-Gefahr bleibt 
diese Woche noch hoch

Der Schaden – alleine für die Landwirtschaft – betrug am Montag 15 Millionen Euro (siehe rechts).

Beruhigung ist noch keine in Sicht. Zwei Tage lang herrscht noch in Teilen Österreichs Gewitter-Gefahr. Erst am Sonntag beruhigt sich das Wetter richtig.

Erderwärmung sorgt für 
schlimmere Unwetter

Extreme. Experten warnen seit Jahren: Mit der Erderwärmung werden diese Wetter-Extreme immer häufiger und heftiger ausfallen. Expertin Helga Kromp-Kolb zu ÖSTERREICH: „In den nächsten zwei, drei Jahrzehnten wird es auf jeden Fall noch wärmer. Damit kommen auch heftigere Niederschläge.“

Horror-Prognosen einer Studie über die Auswirkungen des Klimawandels auf Österreich ab dem Jahr 2050 (Projekt COIN, 42 Forscher):

  • Tote. Häufigere Hitzewellen werden bis zu 9.000 Tote pro Jahr fordern.

  • Milliardenkosten. Wetterschäden betragen schon jetzt etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr. Bis 2050 steigen die Gesamtschäden (inklusive Landwirtschaft und Tourismus) auf bis zu 8,8 Milliarden.

  • Gebäudeschäden. Ein Jahrhundert-Hochwasser wird im Jahr 2050 Schäden von 7 Milliarden Euro verursachen. Ende des Jahrhunderts schon bis zu 41 Milliarden.

  • Dürre. Alle vier Jahre soll es ab 2050 zu Dürreperioden kommen. Einbußen für die Landwirtschaft: 56 Millionen Euro.

Landwirte: 15 Millionen Euro Schaden an nur einem Tag

Obst-, Gemüse- und Weinbauern im Osten Österreichs beklagen Rekord- Schäden.

Ernteausfall. Das schwere Unwetter in Wien und Niederösterreich setzte Straßen teilweise einen Meter unter Wasser. Alleine im Bezirk Gänserndorf waren 500 Feuerwehrmänner im Einsatz, um Keller auszupumpen und umgeknickte Bäume zu beseitigen.

  • 10.000 Hektar ruiniert: Große Ernteausfälle gibt es bei zahlreichen Landwirten in der Region. Laut Hagelversicherung beläuft sich der Schaden auf 15 Millionen Euro. So viel Schaden richtete das Unwetter alleine am Montag an. Auf einer Fläche von knapp 10.000 Hektar wurden Acker-, Obst-, Wein- und Gemüsekulturen sowie Glashäuser durch bis zu 5,5 cm große Hagelkörner schwer in Mitleidenschaft gezogen.

  • Nur 2009 schlimmer: Die Schäden von diesem einen Gewitter sind laut Hagelversicherung die zweithöchsten aller Zeiten bei einem Unwetter in Österreich. Rekord: Am 23. Juli 2009 waren es 20 Millionen Euro in der Landwirtschaft gewesen.

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Im W sonnig, im O überwiegend bewölkt -10/-3

Gebietsweise halten sich noch ein paar harmlose Restwolken, vor allem im Westen und Südwesten dominiert aber ungestörter Sonnenschein. Der Wind bläst im Osten schwach bis mäßig aus Nordwest, sonst weht der Wind insgesamt nur schwach. Die Tageshöchsttemperaturen liegen meist zwischen minus 7 und minus 1 Grad. Heute Nacht: In der Nacht auf Donnerstag lösen sich die Restwolken im Osten und Südosten rasch auf, bald ziehen aber von Westen her neue Wolken auf und breiten sich aus. Die Bewölkung sorgt von Vorarlberg bis Salzburg und Oberösterreich auch für einsetzenden Schneefall. Vor allem im Osten und Süden ist es aber für einige Zeit gering bewölkt bis klar. Der Wind weht zunächst nur schwach. Während der Morgenstunden lebt jedoch im westlichen Bergland der Wind deutlich auf. Die Tiefsttemperaturen umspannen minus 18 bis minus 5 Grad.
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