27. November 2015 | 10:25 Uhr

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Warum das der wärmste Winter aller Zeiten werden könnte

Dezember beginnt extrem mild - was bringt uns dieser Winter?

Mit einer Umstellung der Großwetterlage beginnt der Dezember und damit der meteorologische Winter. Nach dem zwischenzeitlichen Einbruch polarer Kaltluft mit Frost und Neuschnee bis in tiefe Lagen andert sich nun die Wettersituation in Europa und bringt sehr milde, subtropische Luft in den Alpenraum - nächste Woche steigen damit die Temperaturen auf bis zu 14 Grad.

Grund für die Wetter-Kehrtwende ist, dass sich ein Azorenhoch bis nach Südeuropa ausbreitet und die kalte Luft nach Norden abdrängt. Die Folge ist, dass das sich ausweitende Azorenhoch und ein Tief über Island gemeinsam für Nachschub warmer Luft aus Südwesten sorgen. Gleichzeitig hat sich der Kaltluftpol in Richtung Kanada verschoben. Die kalte Luft wird über dem Atlantik erwärmt und bildet Tiefs, die auf ihrer Reise in Richtung britische Inseln und Skandinavien subtropische Warmluftmassen anzapfen und nach Zentraleuropa transportieren.

Auftakt zu neuem Rekord-Winter?
Eine ähnliche Großwetterlage gab es auch in den letzten Jahren - die Winter waren jeweils mild. Im Vorjahr lagen die Durchschnittstemperaturen im Dezember bzw. Jänner um 2,5 bzw. 2,7 Grad über dem langjährigen Mittel.

Wie lang die Wetterlage heuer so bleibt, ist nicht einschätzbar. Die längerfristigen Vorhersagemodelle deuten jedoch darauf hin, dass uns die milden Temperaturen bis zum 6. Dezember, dem Nikolaustag, erhalten bleiben.

Wie wetter.at bereits berichtete, sagen jüngsten Saisonprognosen der Wetterdienste uns einen sehr milden und im Westen niederschlagsreicheren Winter als im langjährigen Schnitt voraus.

Winterprognose

So geht etwa das aktuellste Wettermodell der US-Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) für die Wintermonate Dezember, Jänner und Februar für den Großteil Europas von deutlich höheren Temperaturen aus - um bis zu 2 Grad soll es auch im Alpenraum wärmer werden als normal.

Temperaturabweichung für die Monate Dezember, Jänner, Februar
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Grafik: NOAA

Auch die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) beziffert die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen im Dezember und Jänner mit 60 Prozent. Im Jänner sehen die ZAMG-Experten gar nur in einem von 10 Fällen zu kalte Temperaturen. Der deutsche Wetterdienst (DWD) geht von einer 55-prozentigen Wahrscheinlichkeit für einen warmen Winter aus.

Natürlich verstehen sich diese Prognosen nur als Näherungen an ein mögliches Wettergeschehen und schätzen ab, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Monat bzw. ein Quartal kälter oder wärmer als im langjährigen Durchschnitt ist.

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