27. April 2018 | 12:24 Uhr

Hitze Freibad Sommer Sonne © TZOe Michele Pauty

Statistik

Wärmster April seit mehr als 200 Jahren

Die durchschnittliche Monatstemperatur lag um 4,6 Grad über dem vieljährigen Mittel.

Der zu Ende gehende April war der wärmste seit dem Jahr 1800 und damit der zweitwärmste in der 251-jährigen Messgeschichte. Die durchschnittliche Monatstemperatur lag um 4,6 Grad über dem vieljährigen Mittel. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten vorläufigen Monatsbilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hervor.
 

Viele Sonnenstunden

Die Zahl der Sonnenstunden lag und um 40 Prozent über dem Durchschnitt, bei den Niederschlägen wurde ein minus von ebenfalls 40 Prozent registriert. Ungewöhnlich hoch war die Zahl der Sommertage, also solchen, an denen die Temperatur auf mindestens 25 Grad stieg: Unter Berücksichtigung der Prognose für die letzten April-Tage erreichten fast alle Landeshauptstädte hier einen neuen Rekord. Nur die Wetterstationen Innsbruck Universität und Salzburg Flughafen blieben hinter dem Rekord. In Wien traten bis zum 26. April sieben Sommertage auf. Dieser Wert werde bis zum Monatsende aller Voraussicht noch um drei Tage übertroffen, hieß es bei der ZAMG. Der bisherige Höchstwert stammt aus dem April 1962 mit insgesamt acht Tagen. In Bregenz gab es mit fünf Sommertagen gleich um drei mehr als der bisherige Höchstwert.
 
Außerdem registrierte die ZAMG den zweitfrühesten "30er" der Messgeschichte: Am 20. April wurde an der Wetterstation Salzburg-Freisaal die 30-Grad-Marke erreicht. Der früheste Termin für das Erreichen der 30-Grad-Marke ist weiterhin der 17. April 1934, ebenfalls in der Stadt Salzburg.
 
Die geringe Zahl an Tagen mit Frost war selbst auf den Bergen ungewöhnlich. Berücksichtigt man die Prognose bis Monatsende, kamen am Patscherkofel (2.251 Meter) in Tirol nur 18 Tage mit Frost zusammen. In einem durchschnittlichen April sind es dort 26 Frosttage. Am Feuerkogel (1.618 Meter) in Oberösterreich brachte der April nur drei Frosttage, im Mittel sind es 17. Auf der Villacher Alpe (2.117 Meter) in Kärnten waren es 16 statt 25 Frosttage.
 

4,6 Grad zu warm

"Rechnet man die Prognosen bis Monatsende ein, wird der April 2018 um 4,6 Grad über einem durchschnittlichen April liegen", sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. "Egal wie sich das im Zehntelbereich noch ändert, ergibt das den zweitwärmsten April seit Messbeginn im Jahr 1767. Auf Platz eins bleibt der April 1800 mit 5,7 Grad über dem Mittel. Übertroffen wird auf jeden Fall der April 2007, der 3,3 Grad über dem Durchschnitt lag."
 
Der April 2018 verlief in fast ganz Österreich sehr trocken, mit größtenteils nur halb so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen April. Im Waldviertel und im Weinviertel fielen stellenweise sogar nur 15 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge. Ein für April außergewöhnlich extremes Unwetter ging am 16. April 2018 in Graz nieder. An der ZAMG-Wetterstation im Bezirk Straßgang regnete es an diesem Tag 93,4 Millimeter. Davon kamen 78 Millimeter in nur drei Stunden zusammen. In der Innenstadt von Graz wurden stellenweise bis zu 162 Millimeter gemessen. So viel Regen wäre selbst bei einem schweren Sommergewitter ungewöhnlich. Im April wurde ein derartiger Starkregen noch nie gemessen. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen April regnet es im gesamten Monat in Graz rund 50 Millimeter.

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Bewölkt und regnerisch. 4/12°

Von ein paar Auflockerungen im Süden abgesehen ist es meist dicht bewölkt und von Westen her gibt es zeitweise Niederschläge. Die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 1200 und 2000m, im Norden und Osten kann es vorübergehend fast bis in tiefe Lagen Schneefall oder Schneeregen geben. Am Nachmittag liegt die Schneefallgrenze hier meist zwischen 500 und 1200m Seehöhe. Der Wind weht im Osten und Süden nur schwach, sonst mäßig aus West bis Nordwest. Tageshöchsttemperaturen im Norden, Osten und Südosten nur 3 bis 9 Grad, sonst 10 bis 18 Grad, mit den höchsten Temperaturen in Osttirol. Heute Nacht: Entlang der Alpennordseite überwiegen häufig noch dichte Wolken und Restniederschläge klingen, abgesehen vom inneralpinen Bereich meist in der ersten Nachthälfte, ab. Später lockert es vor allem im Osten und ganz im Westen bis zum Morgen nach und nach auf, im inneralpinen Bereich bleibt es hingegen meist dicht bewölkt. Es weht schwacher Wind aus West bis Nordwest. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 3 und plus 7 Grad, mit den niedrigsten Werten im Norden vom Mühl- bis ins Weinviertel und mit den höchsten Temperaturen in Vorarlberg.
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