07. April 2017 | 11:57 Uhr

gb9.jpg © Alpenverein/N. Span

Gletscherbericht

Unsere Gletscher schmelzen weiter - aber langsamer

Schnee im Frühjahr brachte die Gletscher relativ gut durch den Sommer.

Der Rückgang der Gletscher in Österreich hält zwar weiterhin an, hat sich aber im Vorjahr abgeschwächt, wie der aktuelle Bericht des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) zeigt. Der durchschnittliche Längenverlust der Gletscher lag im Berichtsjahr 2015/2016 mit 14,2 Metern deutlich unter dem Vorjahreswert und auch unter dem Mittel der vergangenen zehn Jahre.

Insgesamt sind 87 der beobachteten 90 Gletscher (also 97 %) zurückgeschmolzen. Es gab nur einen geringfügig vorstoßenden Gletscher (das Landeckkees), zwei Gletscher (Winkelkees und Totenkopfkees) verhielten sich stationär. "Wir befinden uns seit dem Hochstand der Gletscher in der kleinen Eiszeit in einer Phase des Gletscherrückgangs, der sich im 21. Jahrhundert deutlich verstärkt hat", sagt Andrea Fischer, Leiterin des Gletschermessdienstes im Alpenverein.

Weniger Rückgang als im Jahr zuvor
Wenig Schnee und wärmere Temperaturen sind für gewöhnlich schlechte Vorboten, weil Eis rascher ausapert und schmilzt, je weniger Winterschnee am Gletscher liegt. Dass der Gletscherrückgang doch geringer ausfiel, war dem Schneefall zur rechten Zeit zu verdanken. Nach dem niederschlagsarmen Winter 2015/2016 lieferte das Frühjahr eine schützende Schneeschicht, die die Gletscher vergleichsweise gut durch den Sommer brachte. Die schneefreie Zeit war kürzer und die absoluten Längenverluste letztlich geringer als in den Extremsommern 2003 und 2015.

Am meisten zurückgeschmolzen ist – wie schon im Jahr zuvor - das Hornkees in den Zillertaler Alpen (-65,0 Meter), allerdings deutlich weniger als im Vorjahr (-136,0 Meter). Insgesamt wurden an 13 Gletschern Rückgänge um mehr als 30 Meter gemessen. Diese Verluste sind aber deutlich geringer als im vorangegangenen Jahr, in dem an drei Gletschern sogar mehr als 100 Meter Rückgang gemessen wurde. Der Rückgang der Pasterze setzt sich in etwa der gleichen Geschwindigkeit wie in den Vorjahren fort.

"Das Eis an den Zungen der großen Gletscher Österreichs ist stark ausgedünnt. Weil die Fließgeschwindigkeiten niedrig sind, gibt es kaum Eisnachschub zu den Gletscherzungen", so Fischer. Diese Faktoren sorgen zusammen mit den großen Abschmelzbeträgen an den Gletscherzungen für den weiterhin extremen Rückgang der Gletscher.

10 stärkste Rückgänge – Längenverluste in Metern:

1. Hornkees (Zillertaler Alpen) - 65,0 Meter
2. Zettalunitzkees (Venedigergruppe) - 51,0
3. Schlatenkees (Venedigergruppe) - 50,0
4. Pasterze (Glocknergruppe) - 44,3    
5. Daunkogelferner (Stubaier Alpen) - 44,0    
6. Wasserfallwinkelkees (Glocknergruppe) - 39,4    
7. Schalfferner (Ötztaler Alpen) - 39,1    
8. Bachfallenferner (Stubaier Alpen) - 37,7    
9. Frosnitzkees (Venediger Gruppe) - 36,0    
10. Westliches Trippkees (Ankogel-Hochalmspitz-Gruppe) - 35,4    

Durchschnittlicher Längenverlust aller gemessenen Gletscher: - 14,2 Meter
 

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Teil Sonne, teils Wolken, zeitweise Schnee. -2/+4°

Im Südosten Österreichs schneit es regional bis weit in den Nachmittag hinein, nur in ganz tiefen Lagen kann der Schnee mit Regentropfen vermischt sein. Dazu bläst in freien Lagen teils lebhafter, eisiger Nordwestwind, der zusätzlich Probleme verursachen kann. In einigen Tälern der Alpensüdseite greift der Nordföhn durch und sorgt für Auflockerungen. Insgesamt darf jedoch mit allmählicher Wetterberuhigung gerechnet werden, die Niederschläge lassen im Großteil Österreichs bereits nach. Ein paar Sonnenfenster sind schließlich auch nördlich der Alpen noch möglich. Tageshöchsttemperaturen minus 3 bis plus 6 Grad. Heute Nacht: In der Nacht ist der Himmel in Osthälfte anfangs aufgelockert bis gering bewölkt. Sonst werden die Wolken von Westen her dichter und es gibt von Vorarlberg bis nach Oberösterreich teils gefrierenden Regen. Die Schneefallgrenze zieht sich von tiefen Lagen bereits bis gegen 1000m Seehöhe zurück. Bei überwiegend schwachem Wind liegen die Tiefsttemperaturen der Nacht in der Osthälfte meist zwischen minus 12 und minus 5 Grad, sonst zwischen minus 5 und plus 3 Grad.
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