22. November 2016 | 22:39 Uhr

artner_HA1_8277.jpg © TZOe/Artner

Bis zu 22 Grad

So föhn ist der Advent

Das Wetter spielt verrückt: Plötzlich gibt es wieder frühlingshafte Temperaturen

Der Wetter-Irrsinn ist komplett. Noch in der vergangenen Woche schneite es bis hinunter nach Wien. Jetzt hat es plötzlich bis zu 22 Grad. Die Frostgrenze ist auf 2.500 Meter hochgeschnellt.

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Wiederholen

Wind. Wo vor ein paar Tagen noch eine Schneedecke lag, gibt es nun grüne Hänge – die Skigebiete zittern. Dazu windet es orkanartig auf den Bergen: Am Patscherkofel in Tirol blies es am Dienstag mit 112 km/h.

Warmluft. Schuld ist der Luftaustausch zwischen einem Tief über Westeuropa und einem ausgedehnten Hoch über Osteuropa. Dadurch kommt Luft aus dem Süden nach Österreich, „und die ist naturgemäß warm“, sagt Klaus Stadlbacher von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zu ÖSTERREICH.

Föhnwind. „Dazu kommt der Föhnwind an der Alpennordseite. Deshalb haben wir jetzt so hohe Temperaturen“, sagt Stadlbacher. Ungewöhnlich sei dies, zumindest für die vergangenen Jahre, aber nicht – und damit ein starkes Indiz für den Klimawandel.

„Noch bis Sonntag bleibt es warm“, so Stadlbacher. Dann müssen wir uns an tiefere Temperaturen gewöhnen.

Skigebiete zittern vor der Schneeschmelze

In den Zeitraffer-Bildern einer der Webcams der Skigebiete kann man dem Schnee beim Schmelzen zusehen. Zum Ski-Start gibt es wieder grüne Hänge.

  • Ischgl (Tirol): Morgen wird hier eröffnet. 7 Grad warm ist es im Tal, Schneehöhe 0 cm.
  • Schmitten (Sbg.): Auf Zell am Sees Hausberg geht es Freitag los. Am Gipfel ist es 5 Grad warm, im Tal 10.
  • Kühtai (T): Österreichs höchstgelegener Skiort startet am Freitag, derzeit hat es 4 Grad bei noch 20 cm Schnee.
  • Wilder Kaiser (T): Am Samstag geht es rund um Kitzbühel los. 12 Grad warm ist es auf 600 Metern.

Klima-Alarm: Arktis-Eis schmilzt trotz Winter

Über 20 Grad in der zweiten Novemberhälfte? Inzwischen ist das schon Normalität. "In den 2000er Jahren gab es das bisher alle zwei, drei Jahre", sagt Klaus Stadlbacher von der ZAMG. "Aber davor nur sehr, sehr selten."

Der Wetterexperte muss weit zurückblättern, um einen ähnlich milden Winter im 20. Jahrhundert zu finden: 1984 hatte es zuletzt einmal 20 Grad in der zweiten Novemberhälfte. "Das ist ein eindrückliches Signal für den Klimawandel."

Auch hoch im Norden, in der Arktis, liegt die Temperatur derzeit bei Null. Normalerweise ist es hier Mitte November minus 25 Grad kalt. Forscher schlagen Alarm: Die Meereisfläche ist um eine Million Quadratkilometer -also fast die zwölffache Fläche Österreichs -kleiner als üblich. Erstmals nimmt die globale Eismasse um diese Jahreszeit nicht zu.