25. August 2017 | 20:11 Uhr

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Alarm am Berg

Klimaschock: Unsere Alpen zerbröseln

Der Klimawandel setzt den Alpen zu: Schmelzende Gletscher und Böden machen Berge instabil.

Einen solch dramatischen Bergrutsch wie jetzt in der Schweiz hat es seit Jahrzehnten nicht mehr ­gegeben. Das tragische Unglück macht wieder deutlich, wie extrem die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere unmittelbare Umgebung – und unsere Sicherheit – sind.

Alpen sind vom Wandel des Klimas besonders betroffen

Die Alpen scheinen derzeit regelrecht zu zerbröseln. Gletscher schmelzen rasant ab, ­Gestein kommt ins Rutschen. Und: Permafrost­böden ab 2.400 Meter Höhe tauen großflächig auf, ganze Hänge werden unsicher.

„Das ist eine Folge der Erwärmung“, sagt Michael Larcher vom Alpenverein zu ­ÖSTERREICH (s. unten). Das hochalpine Gelände ist vom Klimawandel doppelt so stark betroffen als die Täler: Um 1,6 Grad ist hier die Temperatur in den vergangenen 30 Jahren gestiegen. In niedrigen Lagen waren es im selben Zeitraum nur 0,8 Grad.

Das Eis – der ›Superkleber‹ der Berge – schmilzt weg

Immer rasanter taut das „ewige Eis“ (Permafrostböden) wegen der Erwärmung auf. Es diente bisher als „Superkleber“ für den Berg – hielt alles zusammen. Nun wird der ehemals harte Untergrund zu Matsch, und die Tragfähigkeit schwindet.

Als Konsequenz müssen nun hoch gelegene Hütten wie das Hochwildehaus auf 2.900 Metern in den Tiroler Alpen wegen Einsturzgefahr bereits geschlossen werden. Das Haus wurde vor 80 Jahren auf Steinen gebaut, die durch das bisherige Eis zusammengehalten wurden. Experte Larcher kann noch lange keine Entwarnung geben: „Auch am Sonnblick und am Dachstein haben wir diese Probleme.“

Alpenverein-Experte: »Das Risiko von 
Muren-Abgängen wird jetzt größer«

ÖSTERREICH: Wie sehr setzt der Klimawandel den Alpen jetzt zu?

Michael Larcher: Was er unbestreitbar mit sich bringt, ist der dramatische Rückgang der Gletscher. Als eine weitere Folge der Erwärmung tauen auch die Permafrostböden auf.

ÖSTERREICH: In der Folge müssen Hütten wie das Hochwildehaus gesperrt werden ...

Larcher: Solche Hütten wurden oft auf einem Eis-Erde-Gemisch gebaut. Wenn das Eis jetzt taut, sind sie ­gefährdet. Auch am Sonnblick und am Dachstein haben wir diese Probleme.

ÖSTERREICH: Welche Gefahren birgt das noch?

Larcher: Die Gefahr von Steinschlägen steigt. Und natürlich wirkt sich das Abtauen dieses Eis-Erde-Gemischs auf die Stabilität von Steilhängen aus. Das Risiko von Murenabgängen wird größer. (baa)

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Von SW Störungsaufzug. -3/+4°

Mit einer schwachen Störungszone von Südwesten her ziehen recht verbreitet Wolkenfelder über den Himmel oder es halten sich Nebel und Hochnebel. An der Alpensüdseite beginnt es im Tagesverlauf immer häufiger zu schneien oder zu regnen und gegen Abend breitet sich der Regen auch in den Osten Österreichs aus. In vielen Regionen besteht Glatteisgefahr. Die Schneefallgrenze liegt von West nach Ost zwischen 800 und 1500m Seehöhe. Nachmittags bessert sich das Wetter im Westen und an der Alpennordseite tendenziell und es gibt sonnige Phasen. Der Wind weht meist schwach. Tageshöchsttemperaturen minus 2 bis plus 7 Grad, mit den höchsten Werten im Westen und mittleren Höhenlagen. Heute Nacht: In der Nacht regnet es zunächst im Südosten und im Osten noch ein wenig, dabei besteht Glatteisgefahr. Die Schneefallgrenze liegt um 1500m Seehöhe. Später bleibt es dann meist niederschlagsfrei, die Wolken lockern aber nur regional ein wenig auf. Über den Niederungen halten sich Nebelfelder hartnäckig. Erst in den frühen Morgenstunden beginnt es im äußersten Südwesten zu schneien. Der Wind weht in den Niederungen meist nur schwach, im Bergland kommt lebhafter Südwind auf. Tiefsttemperaturen minus 10 bis 0 Grad.
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