22. Dezember 2015 | 11:44 Uhr

waldbrand85.jpg © TZ ÖSTERREICH (Archiv)

Warnung

Hohe Waldbrandgefahr zu Weihnachten

Schon der Funken einer Zigarette reicht, um einen Großbrand zu entfachen.

In vielen Gebieten Österreichs hat es seit zwei Monaten keinen ergiebigen Niederschlag gegeben. So sind etwa in Zeltweg, Steiermark, in den vergangenen 60 Tagen von normalerweise 80mm Niederschlag nur 2mm gefallen. Während in den Tal- und Beckenlagen feuchtes Nebelwetter dominiert, ist es darüber vielerorts sonnig und trocken. In Verbindung mit der Dürre steigt auch die Waldbrandgefahr. Sie ist vor allem in Südösterreich für die Jahreszeit außergewöhnlich hoch.

Mit fast 1,5 Quadratkilometer verbrannter Waldfläche ist 2015 bis jetzt das flächenmäßig drittstärkte Waldbrandjahr seit 1993. Betrachtet man die Gesamtzahl an Bränden, liegt 2015 mit mehr als 270 Waldbränden sogar an erster Stelle.

"Wir haben es mit einer außergewöhnlichen Situation zu tun", meint Harald Vacik vom Institut für Waldbau an der Universität für Bodenkultur in Wien. "Durch die lange Trockenheit in Südösterreich treten fast täglich Waldbrände auf - eine Situation, die man eher aus dem Frühjahr oder Sommer kennt."

Mensch löst Waldbrände im Winter aus

Während in den heißen Sommermonaten 30-40% aller Waldbrände durch Blitze ausgelöst werden - die einzig natürliche Ursache in Österreich - sind in den Wintermonaten sämtliche Brände auf den direkten oder indirekten Einfluss des Menschen zurückzuführen.

"Generell sind in den letzten Jahren eine Häufung an Großbränden und eine Zunahme von zeitlichen Waldbrandanomalien zu beobachten", sagt Vacik. "Die aktuelle Lage ist vergleichbar mit der Rekordtrockenheit im Herbst 2011, als im November mehr als zwanzig teils großflächige Waldbrände verzeichnet wurden."

Wo die Gefahr am größten ist 
Die derzeit hohe Waldbrandgefahr in Österreich wird von den verfügbaren Modellen nur unzureichend erfasst, da die frühwinterliche Trockenheit bei der Abschätzung der Feuergefahr nicht ausreichend abgebildet wird. Besonders hoch ist die Waldbrandgefahr von Osttirol über Kärnten, den Lungau, weite Teile der Steiermark und des Burgenlands. Auch in manchen Gebieten Vorarlbergs, Nordtirols und Niederösterreichs ist sie erhöht. Dabei sind in erster Linie die Gebiete oberhalb der Nebelzonen gefährdet, also Lagen ab etwa 1000 Meter Seehöhe. Hier kann schon der Funken einer Zigarette ausreichen, um einen Großbrand zu entfachen.

Niederschlag ist im Süden weiter nicht in Sicht. Die aktuellen Wetterprognosen deuten sogar darauf hin, dass es bis ins neue Jahr hinein trocken bleiben dürfte. Damit könnte die Brandgefahr zum Jahreswechsel noch einmal ansteigen, denn fast jedes Jahr werden zu Silvester Waldbrände verzeichnet, hauptsächlich ausgelöst durch Feuerwerkskörper. In Verbindung mit der aktuellen Rekordtrockenheit ist hier besondere Vorsicht geboten.
 

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Lokaler Nebel, viel Sonne, -7/2°

In Tälern und Becken vor allem im Süden und Südosten sowie im Rheintal und im Waldviertel gibt es einige Hochnebelfelder, die vor allem im Südosten den ganzen Tag beständig sind. Abseits der Nebelfelder bleibt es sehr sonnig. Der Wind weht in höheren Lagen und im östlichen Flachland mäßig bis lebhaft aus Ost bis Südost, sonst bleibt es eher schwach windig. Tageshöchsttemperaturen in den Niederungen in der Osthälfte nur minus 4 bis minus 1 Grad, sonst meist zwischen plus 2 und 8 Grad, mit den höchsten Temperaturen im Bergland der Alpennordseite und im Westen sowie allgemein in höheren Lagen. Heute Nacht: In der Nacht bleibt es im Südosten trüb, ebenso oft auch im Waldviertel, sonst ist der Himmel regional noch sternenklar. Nach und nach gibt es aber auch im Osten und in Beckenlagen sowie in manchen Tälern wieder Nebel oder Hochnebel. Der Wind weht allgemein schwach, im Norden und Osten teils mäßig oder auffrischend aus Ost bis Süd. Es gibt wieder verbreitet strengen Frost zwischen minus 15 und minus 3 Grad, wobei es in klaren Alpentälern und Senken auch noch kälter werden kann.
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