27. Juli 2018 | 06:00 Uhr

Blutmond © Getty

Countdown-Ticker

Hier sehen Sie den Blutmond am besten

Die Mondfinsternis: Ein Ereignis, an das wir uns ein Leben lang erinnern werden.

Für Astronomen ist es das spektakulärste Ereignis des Jahrhunderts – für Astrologen und Esoteriker das stärkste Symbol der sexuellen Kraft und Ausdruck der legendären Kundalini – jener spirituellen Energie, die für die Erhaltung des Lebens verantwortlich ist – der Blutmond, eine Nebenerscheinung der Mondfinsternis, die am heutigen Freitag um 21.30 beginnt. Es ist die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts, und sollte der Himmel klar und wolkenlos bleiben, ein Spektakel, welches man sich nicht ­entgehen lassen sollte. Ganze vier Stunden dauert das Phänomen, und am ­Höhepunkt, um 23.13 Uhr, färbt sich unser Mond blutrot. Dann verschmelzen die Dimensionen von Astronomie und Astrologie zu einem Schauspiel der Natur, welches der Legende nach „Helden erzeugt“. Die kosmische sexuelle Energie ist am Höhepunkt und jene, die die Gunst der Stunde zu nutzen wissen, werden auf wundersame Art und Weise belohnt – so der Mythos.

Astronomisch tritt der Mond in den Erdschatten und wird so abgedunkelt. Langwellig rotes Streulicht der Sonne wird aber dennoch auf den Mond reflektiert. Das kurzwellig blaue Licht wird komplett in der Erdatmosphäre gestreut und dadurch entsteht das Naturspektakel des blutroten Mondes.

Während sich der Mond zu dieser Zeit am erdentferntesten Punkt seiner Bahn um die Erde befindet (0,4 Mio. km), kommt der Mars der Erde am nächsten (57,6 Mio. km) – durch die abgedunkelten Sterne ist er dadurch besonders gut sichtbar.

Unbenannt-4.jpg

Hier sehen Sie den Blutmond am besten

Die ZAMG versprach für den Großteil Österreichs relativ gutes Wetter, um die Mondfinsternis zumindest zeitweise zu sehen. In einigen Regionen bildeten sich aber dennoch Gewitterwolken halten, besonders im Bergland.

Gewitter trübten Sicht in Wien

Mehrere astronomische Vereinigungen laden in Wien und Umgebung zum gemeinsamen Schauen des Spektakels ein. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) veranstaltet beispielsweise auf dem Cobenzl, der Sophienalpe und am Laaer Berg sogenannte "Public Viewings", und das Wiener Astronomische Büro lädt ins Freiluftplanetarium Sterngarten am Georgenberg.

Die wurden schließlich bitter überrascht. Gegen 22 Uhr also kurz vor dem Höhepunkt zog ein Gewitter über die Hauptstadt und vermieste den begeisterten Fans die Sicht.

Hier im Video!

Mondfinsternis trifft auf Mars

Am Freitagabend lassen sich am Himmel gleich zwei seltene astronomische Ereignisse gleichzeitig beobachten: Einerseits die mit einer Dauer von einer Stunde und 43 Minuten längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und andererseits der besonders nahe Mars. Vorausgesetzt die Wolken stören nicht, wird letzterer als ungewöhnlich heller Lichtpunkt senkrecht unter dem roten Mond zu sehen sein.

Die maximale Verfinsterung des Mondes wird um 21.30 Uhr beginnen. Ab etwa 22.00 Uhr wird es in Mitteleuropa dunkel genug sein, dass der Mond als rötliche Scheibe im Südosten gut sichtbar wird. Kurz vor Ende der Totalität um exakt 23.14 Uhr dürfte der Blick auf den dunkelroten Vollmond voraussichtlich am lohnendsten sein. Da überdies der Abstand zwischen der Erde und dem Mars dann mit "nur" rund 60 Millionen Kilometern äußerst gering sein wird, lässt sich auch der Rote Planet besonders gut beobachten.

Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

Star-Physiker Gruber: "Perfekte Voraussetzung"

Österreichs Wissenschafts-Experte über Jahrhundert-Ereignis.

ÖSTERREICH: Ein Blutmond steht uns bevor morgen um 21.30 Uhr, was hat es damit auf sich, Herr Gruber?

Werner Gruber: Ganz einfach, wir haben eine normale Mondfinsternis, die tritt alle zwei Jahre auf, allerdings ist sie nicht immer gut sichtbar und heut haben wir mal den großen Vorteil, dass sie in den Abendstunden ist, das Einzige, was noch fehlt, ist, dass das Wetter passen muss, da sind wir „Wickelwackel“, und wir werden ­eine schöne Verfärbung des Mondes verfolgen. Das hängt damit zusammen, dass zwar die Erde einen Schatten auf den Mond wirft, aber die Erde ist umgeben von einer Atmosphäre und diese Atmosphäre lässt in der Richtung des Lichtes nur rotes Licht durch, dadurch verfärbt sich der Mond über 100 Minuten tiefrot.

ÖSTERREICH: Wie lange wird das Spektakel zu sehen sein?

Gruber: Die gesamte Mondfinsternis dauert knapp fünf Stunden, allerdings der rote Blutmond nur ungefähr 100 Minuten. Die Mondfinsternis beginnt ja damit, dass sich der Erdschatten auf dem Mond ausbreitet und das beginnt sogar schon vorher.

 22:08
 

Gewitter nahe Wien lassen Zuseher zittern

Immer mehr Wolken reihen sich rund um die Hauptstadt und gefährden den Blick auf das Spektakel

 22:06
 

Wahnsinns Schnappschuss

 21:54
 

Erste Leser schicken uns ihre Bilder des Spektakels

Danke an Mihriban!

image1.jpg © Leserreporter/Mihriban

 21:43
 

In Wien und Umgebung werden die Wolken langsam zum Problem

Immer wieder schieben sich mehrere Wolken vor den Mond.

 21:34
 

Hier die totale Mondfinsternis im Video!

 21:29
 

JETZT GEHT'S LOS!

Auf der Urania starren die Menschen scho gespannt in den Himmel!

Mondfinsternis © TZOE/Moni Fellner

 21:01
 

Auch über Kairo erstrahlt der Mond noch

2018072718327.jpg © APA/AFP

 20:56
 

In Ankara ist der Blutmond bereits zu bestaunen

... und wie!

2018072718434.jpg © APA/AFP

 20:48
 

In 40 Minuten geht's los!

In Wien ziehen langsam Wolken auf... Hoffen auf beste Sicht!

 19:47
 

Nicht mehr lange bis zum Start der Mondfinsternis

Um 21.30 Uhr geht das Spektakel los. Das große Highlight soll gegen 22:21 Uhr sein - dann soll die maximale Verdunkelung sein!

 16:37
 

Hier gibt es übrigens einen Live-Stream der Mondfinsternis

 16:07
 

Die Urania Sternwarte hat schon mal das heutige Programm gepostet

 16:04
 

In 4,5 Stunden geht es los!

 15:59
 

Was passiert eigentlich bei einer Mondfinsternis?

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen. Die Erde verhindert dann, dass Lichtstrahlen direkt von der Sonne den Mond erreichen. Je nach der genauen Position der einzelnen Himmelskörper zueinander trifft der Schatten der Erde den Mond nur teilweise (partielle Mondfinsternis) oder vollständig (totale Mondfinsternis). Auch die Dauer einer Mondfinsternis und die Sichtbarkeit auf der Erde hängen von der aktuellen astronomischen Konstellation ab.

 13:17
 

Blutmond beeinflusst unsere Stimmung

Die Mondfinsternis beeinflusst die Stimmung der Menschen. Laut Biologen und Astrologen lässt uns das Spektakel enthemmter sein.

 12:20
 

Nächste Mondfinsternis

Die nächste totale Mondfinsternis wird am 21. Jänner 2019 von Wien aus teilweise zu sehen sein. Die nächste totale Mondfinsternis, die von Wien aus zumindest in den partiellen und totalen Phasen in vollem Verlauf zu sehen sein wird, findet laut "Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie" erst am 31. Dezember 2028 statt.

 12:05
 

Wolken könnten Mars verdecken

Der Mars ist heute besonders nahe: Vorausgesetzt die Wolken stören nicht, wird letzterer als ungewöhnlich heller Lichtpunkt senkrecht unter dem roten Mond zu sehen sein.

 11:34
 

In ungefähr zehn Stunden geht es los

Dann ist das Spektakel des Jahrhunderts am österreichischen Himmel zu sehen.

 11:01
 

1 Stunde 43 Minuten

Die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts wird heute Abend 1 Stunde und 43 Minuten dauern. Die maximale Verfinsterung des Mondes wird um 21.30 Uhr beginnen.

 10:40
 

Werner Gruber im Interview

Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

 10:34
 

Mars gut sichtbar

Neben der Mondfinsternis und dem Blutmond ist heute Abend auch der Mars sehr gut sichtbar. Er zeigt sich als sehr helles, rötliches, sternartiges Objekt südlich vom Mond.

 10:20
 

Rund 9% partiell

In Wien ist die Mondfinsternis zu rund 9 Prozent partiell. Laut WAA wird im Aufgang eine kleine Delle am linken unteren Rand sichtbar sein. Diese beeinträchtige die Sichtbarkeit der Mondfinsternis allerdings nicht.

 10:04
 

Drei Ereignisse fallen zusammen

Es handelt sich heute um die längste totale Mondfinsternis im 21. Jahrhundert. Dabei fallen drei Ereignisse zeitlich nahe zusammen, wie die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie berichtet: Mond in Erdferne (Apogäum), Mond im absteigenden Knoten seiner Bahn und Vollmond. Hinzu kommt noch: Erde sonnenfern (Aphel war am 6. Juli).

 10:00
 

Herzlich Willkommen zum Countdown-Ticker!

Hier verpassen Sie nichts zur heutigen Jahrhundert-Mondfinsternis und zum Blutmond.