27. Oktober 2021 | 22:39 Uhr

202110271395.jpg © APA/PRESSETEAM D. FF WR. NEUSTADT

Wegen Zigarette

Größter Waldbrand aller Zeiten

Der Jahrhundertbrand versetzt Österreich in Schock.

Hirschwang. Seit Montag tobt am Mittagstein gegenüber der Rax-Seilbahn (NÖ) der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes. Es kämpfen Hunderte Einsatzkräfte unermüdlich gegen das Flammeninferno. „Das ist eine Dimension, die wir bisher nur aus dem Fernsehen kannten, und jetzt trifft es uns selbst“, sagte Peter Lepkowicz, Leiter der Forstverwaltung. Die Situation ist dramatisch: 115 Hektar Waldfläche sind vernichtet, ein Ende nicht in Sicht.

202110262220.jpg © APA/EINSATZDOKU.AT/PATRIK LECHNER

202110262210.jpg © APA/EINSATZDOKU.AT/PATRIK LECHNER

202110267103.jpg © APA/LFKDO NÖ/MATTHIAS FISCHER

Gefahr. Acht Hubschrauber von Polizei und Bundesheer sind im Dauereinsatz, unter anderem auch zwei „Black Hawk“, die bis zu 3.000 Liter Wasser auf einmal transportieren können. Dazu 300 Feuerwehrkräfte. Weil der Brand im steilen, unwegsamen Gelände ausgebrochen ist, sind Einsätze am Boden kaum möglich. Ein 51-jähriger Wiener Forstarbeiter wurde nach einem Felssturz schwer verletzt.

Wind-Turbo. Nachdem gestern Schneisen geschlagen wurden, wodurch ein Ausbreiten der Flammen vorläufig verhindert werden konnte, wartet auf die Einsatzkräfte am Donnerstag der nächste Großkampftag: Winde bis zu 40 km/h sind voraus­gesagt, Brandüberschläge auf andere Gebiete drohen. „Wenn die Flammen überspringen, wäre das eine Katastrophe“, sagt Landesfeuerwehrsprecher Franz Resperger.

Alarm. Die Bevölkerung in der 2.754-Einwohner-Gemeinde Reichenau ist in Alarmbereitschaft.

Quellwasser. Ist damit auch Wiens Hochquellwasser in Gefahr? Seit Oktober 1873 hat die Wasserleitung im Rax-Gebiet ihren Ursprung, versorgt große Teile der Bundeshauptstadt mit bestem Trinkwasser.

"Zigarette könnte den Brand ausgelöst haben"

ÖVP-Bürgermeister von Reichenau an der Rax, Johann Döller, zur aktuellen Lage.

ÖSTERREICH: Herr Bürgermeister, hat eine Brandstiftung diesen Jahrhundertbrand ausgelöst?

Johann Döller: Es ist von einer fremden Quelle auszugehen, möglicherweise von einer weggeworfenen Zigarette. Der Wind hat dann seinen Teil dazu beigetragen. Brandstiftung war es keine, sonst wäre das Feuer an mehreren Orten ausgebrochen. Die Behörden gehen aber von einer Ausbruchsstelle aus und sind dabei, die Ursache aufzuklären.

ÖSTERREICH: Wie erleben Sie diese schweren Stunden?

Döller: Die Lage ist angespannt, aber wir haben einen Krisenstab eingerichtet und die Situation weitestgehend unter Kontrolle. Jetzt gilt es, im Höllental Maßnahmen zu setzen, um einen Funkenflug auf die Rax zu unterbinden – das wäre eine Katastrophe und die Lage wäre dann unkontrollierbar.

ÖSTERREICH: Wie besorgt ist die Bevölkerung?

Döller: Noch ist das Feuer ein Stück entfernt vom Siedlungsgebiet, der Wind bläst weg von den Häusern. Mit drei, vier Hausbesitzern, die im Falle einer weiteren Ausbreitung betroffen wären, sind wir in Kontakt. Diese Personen könnten wir im Notfall sofort evakuieren.

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15

Erst sonnig, nachmittags gewittrig, 18/34°

In der Osthälfte scheint noch für ein paar Stunden die Sonne. Vom westlichen Bergland ausgehend werden jedoch Quellwolken immer mächtiger und mit diesen gehen schließlich erste Regenschauer und Gewitter nieder, die sich in der Folge in Richtung Osten und Südosten ausbreiten. Während es im äußersten Osten mitunter sogar trocken bleibt, liegt der Niederschlagsschwerpunkt generell über den Alpengipfeln. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Süd bis West, in Gewitternähe muss aber stellenweise mit kräftigen Böen gerechnet werden. Mit 26 bis 37 Grad sind die Nachmittagstemperaturen erreicht, am wärmsten weiter im Osten. Heute Nacht: Während der Abendstunden gehen über dem westlichen und südwestlichen Bergland noch verbreitet, überall sonst nur noch vereinzelt Regenschauer und Gewitter nieder. Stellenweise können diese auch kräftig ausfallen. Bis nach Mitternacht lassen die Niederschläge aber insgesamt nach und die Wolken lockern mehr und mehr auf. Der Wind weht abseits von Schauern und Gewittern überwiegend schwach aus unterschiedlichen Richtungen. In Schauer- und Gewitternähe können mitunter lebhafte bis kräftige Sturmböen auftreten. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen 15 und 23 Grad.
mehr Österreich-Wetter