23. November 2015 | 11:06 Uhr

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Bauernregel unter der Lupe

Gibt es heuer Weiße Weihnachten?

Bauernregel sagt das Wetter für den ganzen Winter voraus - korrekt?

Der Wintereinbruch noch im November heizt Spekulationen an: Gibt es heuer Weiße Weihnachten?

Eines vorweg: Eine seriöse Wetter-Prognose über einen so langen Zeitraum ist nicht möglich. Man kann sich der Frage nur annähern und die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis abschätzen.

Interessante Bauernregel
Bauernregeln versprechen oft einfache und übersichtliche Orientierung. Oft sind sie aber auch einfach falsch oder beliebig - nach dem Motto "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist."

Eine interessante Regel ist allerdings mit dem Lostag 1. Dezember verknüft: "Fällt auf Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte wohl vier Monate dauern mag." Diese Bauernregel sagt praktischerweise gleich das Wetter für den ganzen Winter voraus.

Einerseits ist die Prognose, dass es bis April kalt bleibt, in unseren Breiten nicht allzu gewagt. Andererseits hat diese Bauernregel eine überdurchschnittlich hohe Trefferquote - wenn man sie, wie schon oft fälschlicherweise geschehen, auf vier Wochen statt auf vier Monate bezieht. In diesem Fall trifft diese Regel für Österreich mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent zu.

Die wichtigste Frage scheint also: Wie wird das Wetter am Stichtag, dem 1. Dezember?

Weiße Weihnacht: Wahrscheinlichkeit von 20 bis 30 Prozent
Derzeit gehen die aktuellen Wettermodelle davon aus, dass es Anfang Dezember mit einer Westströmung bei uns wieder milder wird. Die Bandbreiten liegen dabei für den 1. Dezember zwischen 4 und 12 Grad in Wien und 0 bis 10 Grad in Innsbruck. Aus heutiger Sicht wird also der Eligius-Tag kein kalter Wintertag, womit sich wiederum ableiten ließe, dass die Wahrscheinlichkeit für Weiße Weihnachten bei 20 bis 30 Prozent liegt.

Hintergrund: Wenn es Ende November und Anfang Dezember kalt ist, dann bleibt es auch bis zu den Weihnachtsfeiertagen eher kalt, da sich die Großwetterlage nicht so rasch ändert. Erst mit dem klassischen Weihnachtstauwetter wird es milder. Dabei handelt es sich um eine um die Weihnachtszeit einsetzende Periode warmer, regnerischer Witterung (Westströmung), die eine vorangegangene Kälteperiode (mit Schneefall) ablöst.

Wetter-Gurus rechnen mit grünen Weihnachten
Bereits die Schweizer "Hubel-Meteorologen" prophezeiten auf der Grundlage von Beobachtungen aus der Natur oder Wetterbegebenheiten von früheren Jahren grüne Weihnachten. Es gebe einen milden Winter, der erste richtige Schnee komme nicht vor Januar.

Im Gegensatz dazu glaubt Salzburgs Wetter-Prophet Horst Nöbl, der seit 45 Jahren den Zusammenhang zwischen Honig und Schneefall analysiert, dass es heuer einen schneereichen Winter geben wird. Auch das bayerische Wetter-Orakel Sepp Haslinger ist sicher: 2015 erwartet uns ein langer Winter und Schnee bis März.

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