13. August 2015 | 13:26 Uhr

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Bilanz

Dieser Sommer bricht (fast) alle Rekorde

In vielen Regionen war dieser Sommer 2015 der heißeste aller Zeiten.

Der Sommer 2015 wird einen Platz unter den extremsten in der Messgeschichte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Wiener Hohen Warte einnehmen. In vielen Regionen war er überhaupt der heißeste.

Neue Rekorde gab es zum Beispiel an der Anzahl an sogenannten Wüstentagen mit Temperaturen über 35 Grad. An den Wetterstationen Wien Hohe Warte wurden zwölf derartiger Tage (2013: fünf) gemessen, in St. Pölten zehn Tage (1992: acht), in Eisenstadt acht Tage (2013: sechs) und Linz-Stadt sechs (2013: fünf).

Etwas schwieriger sind Untersuchungen der Zahl und Dauer von Hitzewellen. "Eine sehr gute Methode stammt vom tschechischen Meteorologen Jan Kysely. Vereinfacht gesagt definiert er eine Hitzewelle mit einer Serie von zumindest drei aufeinanderfolgenden Tagen über 30 Grad, die höchstens kurz von einem Tag zwischen 25 und 30 Grad unterbrochen wird und die mittlere Maximaltemperatur in der Periode größer 30 Grad ist. Jeden Tag so einer Hitzewelle bezeichnet man als Kysely-Tag", erklärte ZAMG Klimatologe Robert Klonner.

An der ZAMG wurden für alle Landeshauptstädte im historischen Vergleich diese Kysely-Tage ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen einige regionale Unterschiede, aber auch einen eindeutigen Trend, erklärte Klonner. "Hitzewellen mit einer Serie von Maximumtemperaturen um und über 30 Grad sind in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich häufiger geworden. Das erkennt man gut an der Auswertung der Wetterstationen mit mehr als 100 Jahre langen Datenreihen, wie Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz. Hier brachte seit den 1990er-Jahren nahezu jedes Jahr Hitzewellen", sagte der Klimatologe.

Das Jahr 2015 wird in Bezug auf die Kysely-Tage pro Jahr in allen Bundesländern einen Spitzenplatz in der Rangliste der Hitzewellen einnehmen, erklärte Klonner: "In Wien zum Beispiel gab es 2015 schon 33 Hitzewellen-Tage. Nimmt man die Prognose bis kommenden Montag dazu, sind es 38 Tage. Das wäre der zweite Platz in der seit 1872 bestehenden Messgeschichte der Wetterstation Wien Hohe Warte. An der Spitze liegt weiterhin das Jahr 2003 mit 44 Hitzewellen-Tagen."

Die aktuelle Hitzewelle wird sich in dieser Auswertung vor allem im Osten Österreichs unter den zehn höchsten Werten der Messgeschichte einreihen, sagte Klonner: "In Wien liegen wir in der aktuellen Hitzewelle bei 13 Tagen. Mit Prognosen bis Montag wären es 18 Tage. Das wäre gleichauf mit dem Jahr 2013 Platz drei, hinter den Jahren 2003 und 1994."

 

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Im S und O unbeständig, sonst sonniger 2/12°

Vor allem im Süden und Osten gibt es teils noch starke Bewölkung und örtlich Regenschauer, die Schneefallgrenze steigt auf 1100 bis 1400m Seehöhe. Sonst scheint auch regional zeitweise die Sonne. Viel Sonnenschein findet man von Vorarlberg bis nach Oberösterreich vor. Im Laufe des Nachmittags nimmt die Schauerneigung überall ab und es wird auch in den vorerst bewölkten Gebieten etwas sonniger. Der Wind weht schwach bis mäßig, in Teilen Ober- und Niederösterreichs auch etwas auflebend aus Ost bis Südost. Tageshöchsttemperaturen meist 9 bis 15 Grad. Heute Nacht: Bis zum Montagmorgen lösen sich letzte dichtere Wolken meist rasch auf und es wird vielerorts nur gering bis mäßig bewölkt. Es weht schwacher, im westlichen Donautal anfangs auch noch mäßiger Wind aus östlichen Richtungen. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen minus 4 und plus 4 Grad.
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