16. Februar 2017 | 16:01 Uhr

schneemangel30.jpg © TZ ÖSTERREICH (Archiv)

Klimawandel-Studie

Bis minus 70 Prozent: Alpen droht Schnee-Krise

Forscher: Weniger Schnee und kürzere Skisaison in den Alpen.

Durch die Klimaerwärmung wird die Schneedecke in den Alpen bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 70 Prozent abnehmen und die Skisaison bis zu einem Monat später beginnen als heute. Ohne Reduktion klimaschädlicher Emissionen werden dann nur noch Gebiete über 2.500 Meter genug Naturschnee zum Skifahren haben. Das zeigt eine Studie Schweizer Forscher, nach deren Angaben dies auch für Österreich gilt.

Trockener Winter

Viele Orte in den Alpen verzeichneten 2016 den schneeärmsten Dezember seit Messbeginn vor rund 150 Jahren, schreiben die Wissenschafter um Christoph Marty vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos in einer Aussendung. Auch in Österreich gab es in vielen Regionen extreme Trockenheit, die Niederschlagsmenge lag laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) österreichweit gesehen um 79 Prozent unter dem Mittel. Der geringe Niederschlag in Verbindung mit hohen Temperaturen auf den Bergen hatte zur Folge, dass die Neuschneemenge selbst im Hochgebirge meist um 60 bis 75 Prozent unter einem durchschnittlichen Dezember lag.

Für ihre im Fachjournal "The Cryosphere" veröffentlichte Studie haben die Schweizer Wissenschafter detaillierte Hochrechnungen erstellt, die auf zahlreichen aktuellen und vergangenen Wetterdaten und verschiedenen Klimaerwärmungsszenarien beruhen. Wie Marty erklärte, können die Ergebnisse auch auf Österreich übertragen werden: "Die Resultate müssten theoretisch ziemlich ähnlich sein, weil die erwartete Temperaturerwärmung im ganzen Alpenbogen ähnlich ist."

Grüne Weihnachten

Gemeinsam mit den Kollegen von der Eidgenössisch Technischen Hochschule Lausanne zeigten die SLF-Forscher, dass sich die Bergregionen in Zukunft vermehrt auf grüne Weihnachten einstellen müssen. Die Schneedecke in den Alpen werde bis Ende des Jahrhunderts in allen Höhenlagen und für alle Emissionsszenarien geringer werden. Am stärksten betroffen seien Gebiete unterhalb von 1.200 Metern Seehöhe, aber selbst oberhalb von 3.000 Metern sei eine Abnahme von rund 40 Prozent zu erwarten.

70 Prozent weniger Schnee

"Wenn wir so weitermachen wie bisher, droht ein Verlust der Schneedecke um bis zu 70 Prozent", so Marty. Doch der Rückgang könnte auf rund 30 Prozent begrenzt werden, falls es gelingt, die globale Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf weniger als zwei Grad einzudämmen. Die Schneedecke in den Alpen werde jedenfalls abnehmen, "aber unsere zukünftigen Emissionen bestimmen, um wie viel", so Marty.

Skisaison wird kürzer

Weiters zeigte sich in der Studie, dass der alpine Winter kürzer wird. Aufgrund der Klimaerwärmung erwarten die Forscher, dass die Skisaison einen halben bis einen Monat später beginnt als heute. Die Mehrheit der Klimamodelle sagt zwar gegen Ende des Jahrhunderts eine leichte Zunahme der Niederschläge im Winter voraus. "Gemäß unserer Studie dürfte dieser Niederschlag infolge der gleichzeitig steigenden Temperaturen jedoch als Regen und nicht als Schnee fallen", so Marty.
 

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Letzte Schneeschauer, eisiger Wind. -2/+3°

Nach Störungsabzug gelangt der Ostalpenraum heute Sonntag vorübergehend unter Zwischenhocheinfluss. Auch alpennordseitig lösen sich am Nachmittag die meisten Wolkenfelder im Osten und Norden auf, letzte Schneeschauer klingen in den Nordstaulagen ab. Den Westen erreichen am Abend dichte Wolken der nächsten Störungszone. Vor allem im Burgenland und der Oststeiermark sowie im Bergland bläst um die Mittagszeit noch stürmischer, eisiger Nordwind, der ebenfalls bald abflaut. Nachmittagstemperaturen minus 3 bis plus 7 Grad. Heute Nacht: In der Nacht auf Montag zieht aus dem Westen eine Störungszone mit dichten Wolken und Schneeregen oder Schneefall auf. Die Schneefallgrenze liegt zwischen Vorarlberg und Niederösterreich zwischen 1100m und den Niederungen. Dabei besteht auf gefrorenen Böden vorübergehend Glatteisgefahr. Weiter nach Osten zu schneit es in geringerer Intensität, im äußersten Osten und Südosten bleibt es niederschlagsfrei. Der Wind weht schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 12 im Waldviertel und plus 2 Grad in Vorarlberg.
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