21. Oktober 2013 | 06:59 Uhr

gletscher_getty.jpg © Getty Images

Hohe Tauern

Österreichs Gletscher schmelzen weiter

Aber langsamer. Massenverluste in diesem Jahr etwas geringer als im Mittel.

Auch in diesem Jahr sind die von der ZAMG vermessenen Gletscher in den Hohen Tauern geschmolzen - allerdings weniger stark als im vieljährigen Mittel. Dennoch seien die Massenverlusten erheblich: Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) schmolz die Eisdecke im Bereich des Hohen Sonnblicks um einen halben Meter, im unteren Bereich der Pasterze um rund sieben Meter.

Die ZAMG untersucht für ihre Jahresbilanz im Herbst vor allem die Gletscher in den Hohen Tauern. Dazu gehören die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, sowie Goldbergkees und Kleinfleißkees im Bereich des Sonnblicks. Trotz des ungewöhnlich heißen Sommers schmolz weniger als sonst, da im Hochgebirge überdurchschnittlich lange Schnee lag, verursacht durch die kühlen und feuchten Wetterlagen im Frühling.

Verspätetes Abschmelzen

Bernhard Hynek, Gletscherexperte der Hohen Warte: "Während im Mai und im Juni der Regen in den Niederungen Hochwasser und Muren brachte, fiel im Hochgebirge der gesamte Niederschlag als Schnee. Teilweise wuchs die Schneedecke dabei sogar bis zu zwei Meter. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem normalerweise bereits die Schneeschmelze voll im Gang ist." Die Folge war heuer ein verspätetes Abschmelzen der Winterschneedecke und damit verbunden ein kürzerer Zeitraum, in dem das darunterliegende Eis der Sonnenstrahlung und der Wärme ausgesetzt war.

Am Goldbergkees (Sonnblick-Region) war am Ende des Sommers 2013 die schneebedeckte Fläche größer als 2012 und 2011. Damals schmolzen die Reste des Winterschnees bis zum Herbst sogar völlig und der mittlere Rückgang der Eisdicke betrug auf dem Gletscher mehr als zwei Meter. 2013 verloren die Gletscher am Hohen Sonnblick dagegen einen halben Meter an Eisdicke, ähnlich wie in den Jahren 2009 und 2010.

Sieben Meter weniger

Ein ähnliches Bild zeigt sich auf dem größtem heimischen Gletscher, der Pasterze. Am tiefer gelegenen Teil, an der fünf Kilometer langen Gletscherzunge, wurden heuer stellenweise Abschmelzbeträge von rund sieben Meter gemessen. In den vergangenen Jahren war es deutlich mehr, mit acht Meter 2012 und neun Meter 2011. Der leichte Rückgang ändert aber nichts am rasanten Schmelzen der vergangenen Jahrzehnte. "Die ständig mehr werdenden Spaltenregionen an der Pasterze zeigen deutlich den raschen Zerfall des Gletschers", so Hynek.
 

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Sonnig mit lokalen Schauern, 0/12°

Zum meteorologischen Frühlingsbeginn erfasst von Westen eine schwache Kaltfront mit dichten Wolken Österreich und breitet sich bis zum Abend auf nahezu alle Landesteile aus. Während es anfangs im Osten und Südosten noch oft sonnig ist, gehen weiter im Westen bei einer Schneefallgrenze um 1700m Seehöhe lokale Regenschauer nieder. Bis zum Abend schließen sich aber auch in Niederösterreich, in Wien, in der Steiermark und am Alpenostrand letzte Wolkenlücken und die Schauerneigung steigt. Es weht allgemein nur schwacher Wind. Die Nachmittagstemperaturen umspannen 8 bis 15 Grad, mit den höchsten Temperaturen im Südosten Österreichs. Heute Nacht: Von Westen zieht in der Nacht auf Montag eine schwache Kaltfront mit dichten Wolken durch und bringt vor allem nördlich des Alpenhauptkammes sowie im Norden und Osten bei einer Schneefallgrenze zwischen 1600 und 1800m Seehöhe einzelne Regenschauer. Der Wind weht schwach. Im Laufe der Nacht sinken die Temperaturen auf plus 6 bis minus 2 Grad.
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