26. Februar 2012 | 05:00 Uhr

Lawine © APA

Außergewöhnlich

Heuer besonders viele Gleitschneelawinen

Erst am Freitag dieser Woche hat eine solche Lawine 2 Skifahrer mitgerissen.

Der ungewöhnliche Wettermix dieses Winters mit dem milden und trockenen November und den anschließend sehr großen Schneemengen hat heuer in Österreich zu einer außergewöhnlichen Häufung an sogenannten Gleitschneelawinen geführt. Erst am Freitag dieser Woche hat eine solche Lawine im Salzburger Rauris einen geöffneten Skiverbindungsweg verschüttet und zwei Skiläufer aus Belgien mitgerissen, die zum Glück überlebt haben.

Im Gegensatz zu einem Schneebrett, bei dem nur die obere Schicht der Schneedecke abrutscht, löst sich bei der Gleitschneelawine die gesamte Schneedecke vom zumeist glatten Untergrund - etwa Gras -, es handelt sich also um eine deutlich größere Schneemenge. Das geschieht vor allem dann, wenn der Boden noch nicht gefroren ist und der erste Schneefall des Winters ergiebig ausfällt. "Derart starkes Schneegleiten wie diesen Winter kommt nur etwa alle 30 Jahre vor", berichtete die Schweizer Lawinenexpertin Christine Pielmeier der Nachrichtenagentur sda.

In Österreich gibt es darüber zwar keine Statistik, aber "sehr außergewöhnlich" ist der Winter in diese Hinsicht laut Michael Butschek, dem stellvertretenden Leiter der Lawinenwarnzentrale Salzburg, auch hierzulande. "Gleitschneelawinen sind sonst weit nicht so häufig wie heuer", sagte er im Gespräch mit der APA. Seinen Angaben zufolge betrifft das in diesem Winter den gesamten Alpenraum.

Das Gefahrenpotenzial von Gleitschneelawinen ist differenziert zu sehen: Denn einerseits handelt es sich eben um sehr große Schneemengen, andererseits kündigt sich eine solche Lawine in Form von sogenannten Schneemäulern an, so Butschek. Das sind sichel- bzw. maulförmige Risse in der Schneedecke, die sich im Weiß dunkel abheben. "Für aufmerksame Tourengeher sind Gleitschneelawinen nicht so kritisch, wenn sie diese Bereiche meiden."

Allerdings können diese Gefahrenbereiche nicht künstlich entschärft werden, weil sich solche Lawinen im Gegensatz zu Schneebrettern nicht absprengen lassen. "Für die Lawinenkommissionen ist das sehr unangenehm, weil sie warten müssen, bis die Lawine von alleine abgeht."

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Teil Sonne, teils Wolken, zeitweise Schnee. -2/+4°

Im Südosten Österreichs schneit es regional bis weit in den Nachmittag hinein, nur in ganz tiefen Lagen kann der Schnee mit Regentropfen vermischt sein. Dazu bläst in freien Lagen teils lebhafter, eisiger Nordwestwind, der zusätzlich Probleme verursachen kann. In einigen Tälern der Alpensüdseite greift der Nordföhn durch und sorgt für Auflockerungen. Insgesamt darf jedoch mit allmählicher Wetterberuhigung gerechnet werden, die Niederschläge lassen im Großteil Österreichs bereits nach. Ein paar Sonnenfenster sind schließlich auch nördlich der Alpen noch möglich. Tageshöchsttemperaturen minus 3 bis plus 6 Grad. Heute Nacht: In der Nacht ist der Himmel in Osthälfte anfangs aufgelockert bis gering bewölkt. Sonst werden die Wolken von Westen her dichter und es gibt von Vorarlberg bis nach Oberösterreich teils gefrierenden Regen. Die Schneefallgrenze zieht sich von tiefen Lagen bereits bis gegen 1000m Seehöhe zurück. Bei überwiegend schwachem Wind liegen die Tiefsttemperaturen der Nacht in der Osthälfte meist zwischen minus 12 und minus 5 Grad, sonst zwischen minus 5 und plus 3 Grad.
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