29. August 2012 | 08:18 Uhr

hitze_bruna.jpg © Bruna

Oft über 30 Grad

Einer der wärmsten Sommer geht zu Ende

1,9 Grad über langjährigem Mittel: Auf Platz drei der 246-jährigen Messgeschichte.

Einer der wärmsten Sommer aller Zeiten neigt sich dem Ende zu. Erst zweimal in der 246-jährigen Messgeschichte war es in Österreich im Juni, Juli und August noch heißer - nämlich 1992 und 2003. Die Durchschnittstemperatur lag - wie auch in den Jahren 1811 und 1994 - 1,9 Grad über dem langjährigen Mittel. Die Hitze nahm teilweise beeindruckende Ausmaße an, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag meldete.

Höchste Temperatur des Sommers

Während am 3. Juli die Quecksilbersäulen in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) auf 38,3 Grad kletterten, produzierte vor allem der 20. August rekordverdächtige Werte. An 139 der 266 Wetterstationen wurde an diesem Tag die höchste Temperatur des Sommers erreicht. Die 30-Grad-Marke wurde an lediglich 50 Wetterstationen nicht überschritten - sie alle lagen allerdings über 850 Meter Seehöhe. Sogar auf der Rudolfshütte (S) auf 2.317 Meter wurde ein Tageshöchstwert von 21,6 Grad gemessen - der zweithöchste Wert seit Bestehen der Messstation (1980).

Die wärmsten Orte

Die größten Abweichungen zum klimatologischen Mittel traten von Kärnten über die Südsteiermark bis ins Weinviertel auf, wo der Temperaturschnitt um 2,4 Grad über den Normalwerten lag. In Feistritz ob Bleiburg (K) war mit einer mittleren Sommertemperatur von 19,9 Grad sowie einer positiven Abweichung von 2,8 Grad der relativ wärmste Ort Österreichs. Der absolut höchste Mittelwert, nämlich 22,6 Grad, wurde allerdings in der Wiener Innenstadt registriert. Die dortige ZAMG-Wetterstation verzeichnete von Juni bis August bemerkenswerte 35 Hitzetage, um 15 mehr als das Langzeitmittel.

Viel Regen
Dass es im Sommer 2012 nicht nur heiß war, daran werden sich vor allem die Einwohner einiger Gemeinden in der Obersteiermark mit Schrecken erinnern. Lagen die Niederschlagsmengen im Großteil Österreichs im Bereich der langjährigen Mittel, war es in Osttirol, in Oberkärnten und vor allem im Mur- und Mürztal um 40 bis 60 Prozent nasser als normal. Besonders Mitte Juli gab es intensivste Niederschläge, mit Gewitterstürmen, Hagel und daraus resultierenden Murenabgängen und Überflutungen. Am 20. Juli summierte sich in der Obersteiermark flächendeckend 50 bis 75 Millimeter Niederschlag, stellenweise sogar bis zu 100 Millimeter binnen 24 Stunden.

Ein traditioneller Indikator für die Wetterentwicklung ist Österreichs höchstgelegene Wetterstation am Hohen Sonnblick (3.105 Meter). Selten zuvor verschwand dort die Schneedecke derart früh: Am 19. August meldete das Observatorium, dass an der Messstelle kein Altschnee mehr aus der vergangenen Winterperiode liegt. Noch früher trat dieses Ereignis nur im Sommer 2003 (13. August) sowie 1963 (13. August) ein. Am Sonnblick verzeichnete man den zweitwärmsten Sommer seit Messbeginn im Jahr 1886.

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Unbeständig, im S und SO trocken 3/12°

Im Osten und am Alpenostrand schließen sich letzte Wolkenlücken rasch und von Tirol, von Vorarlberg sowie von Salzburg breitet sich Regen im Laufe des Nachmittags auf alle Landesteile aus. Am längsten trocken bleibt es südlich des Alpenhauptkammes sowie im Südosten Österreichs. Mit den Niederschlägen sinkt die Schneefallgrenze langsam auf Lagen unter 2000m Seehöhe. Der Wind weht zunächst in der Osthälfte teilweise lebhaft aus Südost bis Süd. Bis zum Abend dreht der Wind schließlich zunehmend auf westliche Richtungen und lebt nördlich des Alpenhauptkammes sowie von Oberösterreich ostwärts deutlich auf. Die Nachmittagstemperaturen zwischen 8 und 14 Grad. Heute Nacht: Eine Kaltfront zieht mit dichten Wolken in der Nacht auf Montag von West nach Ost über Österreich und sorgt bis Mitternacht verbreitet für Regen und Regenschauer. Die Schneefallgrenze sinkt langsam auf Lagen zwischen 1700 und 1200m Seehöhe ab. Während der zweiten Nachthälfte lässt schließlich von Westen der Niederschlag nach und die Wolken beginnen aufzulockern. Vor allem am nördlichen Alpenrand ist jedoch noch bis zum Morgen mit Regen und Regenschauern zu rechnen. Der Wind kommt aus West bis Nordwest und weht nördlich des Alpenhauptkammes, im Norden und Osten sowie in den Tälern im Süden mäßig bis lebhaft, in der Höhe auch stark. Die Tiefsttemperaturen 0 bis 9 Grad.
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