11. Mai 2012 | 08:29 Uhr

eis_dpa.jpg © dpa

Es wird kalt

Die Eisheiligen stehen vor der Tür

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia bringen oft kaltes Wetter.

Oft kalt, selten frostig - so in etwa lassen sich die Eigenschaften der fünf Eisheiligen beschreiben. Auch heuer werden sie Österreich ihre Aufwartung machen. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia sorgen von 11. bis 15. Mai für deutliche Abkühlung, Regen und lange Gesichter. Denn Sonne und sommerliche Temperaturen haben bei den Eisheiligen keine Chance.

Bauernregeln
Es gibt viel Gerede um die fünf Heiligen, die so um die Mai-Mitte mit großer Verlässlichkeit ihr meteorologisches Unwesen treiben. Sie tauchen in Bauernregeln auf, beeinflussen die Aktivitäten der Garten-und Pflanzenliebhaber und beschäftigen sogar die Meteorologen. Denn diese Wetterphänomene wollen schließlich wissenschaftlich begründet sein.

Kaltlufteinbrüche
Alexander Orlik, Klimatologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): "Der Hintergrund der Eisheiligen ist, dass es fast jedes Jahr im Mai kräftige Kaltlufteinbrüche gibt. Der Mai ist zwar schon ein recht warmer Monat, mit Höchstwerten im Mittel um 20 Grad, gelegentlich sogar bei 30 Grad. Aber nur knapp nördlich von Österreich liegen im Mai meist noch kalte Luftmassen, die mit Nordwind schnell bei uns sind. Dabei kommt es dann oft innerhalb weniger Stunden zu einem Temperatursturz von zehn bis 20 Grad."

Nicht unter Null Grad
Während also die Eisheiligen einen durchaus realen meteorologischen Hintergrund haben, ist die Sache mit dem "Eis" nicht ganz stimmig. Orlik: "Frost, also Temperaturen unter Null Grad, bringen die Eisheiligen im Großteil Österreichs nur sehr selten. In den Landeshauptstädten zum Beispiel gab es in den vergangenen 20 Jahren zu den Eisheiligen keinen einzigen Frosttag. Selbst wenn man den gesamten Mai betrachtet, ist Frost eine Ausnahme. In den meisten Landeshauptstädten gibt es im Schnitt im Mai nur alle zehn Jahre einen Frosttag, in Graz alle fünf Jahre, in Klagenfurt jedes zweite Jahr. Nur in höher gelegenen Regionen ist Frost im Mai noch häufig, wie etwa in Tamsweg und Seefeld mit im Schnitt drei Tagen pro Jahr."

Auch für die Eisheiligen 2012 gilt: Kaltlufteinbruch ja, Frost nur ganz vereinzelt. Unter Null Grad fallen die Temperaturen in den Nächten zu Beginn der kommenden Woche aber nur in wenigen Regionen, am ehesten noch im Wald- und Mühlviertel sowie vereinzelt in den Alpentälern.
 

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Bewölkt und regnerisch. 4/12°

Von ein paar Auflockerungen im Süden abgesehen ist es meist dicht bewölkt und von Westen her gibt es zeitweise Niederschläge. Die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 1200 und 2000m, im Norden und Osten kann es vorübergehend fast bis in tiefe Lagen Schneefall oder Schneeregen geben. Am Nachmittag liegt die Schneefallgrenze hier meist zwischen 500 und 1200m Seehöhe. Der Wind weht im Osten und Süden nur schwach, sonst mäßig aus West bis Nordwest. Tageshöchsttemperaturen im Norden, Osten und Südosten nur 3 bis 9 Grad, sonst 10 bis 18 Grad, mit den höchsten Temperaturen in Osttirol. Heute Nacht: Entlang der Alpennordseite überwiegen häufig noch dichte Wolken und Restniederschläge klingen, abgesehen vom inneralpinen Bereich meist in der ersten Nachthälfte, ab. Später lockert es vor allem im Osten und ganz im Westen bis zum Morgen nach und nach auf, im inneralpinen Bereich bleibt es hingegen meist dicht bewölkt. Es weht schwacher Wind aus West bis Nordwest. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 3 und plus 7 Grad, mit den niedrigsten Werten im Norden vom Mühl- bis ins Weinviertel und mit den höchsten Temperaturen in Vorarlberg.
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