15. Mai 2012 | 06:28 Uhr

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"Living Planet Report"

Der Mensch macht die Erde immer kränker

WWF: "Die Lage der Welt ist dramatisch, doch wir können es noch schaffen."

Der niederländische Astronaut Andre Kuipers hatte am Dienstag eine ungewöhnliche Aufgabe zu erfüllen: Er präsentierte den alle zwei Jahre erscheinenden, globalen Umweltbericht "Living Planet Report" des WWF - und zwar aus 400.000 Metern Höhe, in der internationalen Raumstation ISS. Wirklich wohl dürfte Kuipers dabei allerdings nicht gewesen sein, blickte er dabei doch just auf jene Erde, die laut dem aktuellen Bericht in größerer Gefahr ist als bisher angenommen.

Brauchen einen halben Planeten mehr
Trauriges Fazit des "Living Planet Reports": Unser Planet ist kränker geworden. Es dauert eineinhalb Jahre, damit unsere Erde die natürlichen Ressourcen ersetzen kann, die wir in einem Jahr als Menschheit konsumieren. Soll heißen: Wir brauchen derzeit einen halben Planeten mehr als wir zur Verfügung haben. Laut WWF werden wir bis 2030 voraussichtlich zwei Planeten für unseren Konsum benötigen, 2050 bereits fast drei.

Lage der Welt ist dramatisch

Die Reaktion der Umweltschützer war dementsprechend heftig, aber nicht ohne Hoffnung: "Die Lage der Welt ist dramatisch. Doch wir können es schaffen, dass auch im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen genügend Nahrung, Energie und Wasser haben, um gut zu leben. Um dies zu erreichen, müssen wir vieles in unserer Lebensweise und in unserem Wirtschaftssystem ändern", sagte Georg Scattolin vom WWF Österreich.

Ökologischer Fußabdruck

Ein probates Mittel, um den "Verbrauch" der Erde zu messen, ist der ökologische Fußabdruck. Er veranschaulicht Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit unseres Lebensstils. Alles was der Mensch zum Leben braucht (Essen, Trinken, Sauerstoff), wird dabei in Fläche umgerechnet. In den USA ist diese Maßeinheit etwa fünfmal so groß wie in den ärmeren Ländern Afrikas. Der ökologische Fußabdruck der Menschheit beträgt mittlerweile 18 Milliarden globale Hektar oder 2,7 Hektar pro Person. Die Kapazität des Planeten beträgt aber nur zwölf Milliarden Hektar oder 1,8 Hektar pro Mensch.

Die Länder mit dem größten Fußabdruck pro Kopf sind Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dänemark und die USA. Am anderen Ende liegen die besetzten Palästinensergebiete, Osttimor, Afghanistan, Haiti und Eritrea. Österreich liegt laut WWF auf Platz 17 der Länder mit dem größten ökologischen Fußabdruck pro Einwohner. Der "Footprint" Österreichs ist demnach seit 2005 um sechs Prozent gewachsen, der Konsum der Österreicher beansprucht derzeit 44 Millionen globale Hektar. Ein Österreicher nimmt mit rund 5,3 Hektar doppelt so viel Biokapazität in Anspruch, wie der Weltdurchschnitt. "Würden alle Menschen so leben wie wir Österreicher, bräuchten wir schon heute drei Planeten", so die beunruhigende Bilanz des WWF.
 

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Im S Regen, sonst zeitweise sonnig, -4/+5°

Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich überwiegt der freundliche und oft sogar sonnige Wettercharakter. Weiter im Norden sowie im Osten und Süden hingegen bleibt der Himmel wolkenverhangen, wobei aus der Wolkendecke zeitweise ein paar Schneeflocken oder Regentropfen fallen können. Im Südwesten und Süden schneit es erst ein wenig, am Nachmittag geht in Lagen unterhalb von 1000 bis 1400m Seehöhe der Schneefall in Regen über und der Niederschlag wird dann generell häufiger. Der Wind weht verbreitet mäßig bis lebhaft aus Ost bis Süd, vor allem im westlichen Bergland bläst starker Föhn. Nachmittagstemperaturen je nach Wolken, Nebel und Sonne bei minus 2 bis plus 8 Grad, mit Föhn örtlich sogar bis 15 Grad. Heute Nacht: In Laufe der Nacht auf Mittwoch breiten sich Wolken auf alle Landesteile aus. Im Süden, Südosten und Osten fällt aus dichter Bewölkung zeitweise Regen. Mit einsetzendem Regen besteht vorübergehend auch Glatteisgefahr. Der Wind lässt nach und weht nur noch schwach bis mäßig meist aus Ost bis Süd. Tiefsttemperaturen meist minus 5 bis plus 2 Grad.
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