28. Februar 2012 | 11:46 Uhr

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Wetter-Rekorde

Das war ein Winter der Extreme

Ungewöhnlich warm aber auch ungewöhnlich kalt und schneereich.

Der diesjährige Winter hat sich vor allem durch Extreme ausgezeichnet. So war der Dezember noch ungewöhnlich warm und schneearm. Viel Schnee hingegen gab es dann im Jänner und ungewöhnlich kalt wurde es im Februar. Auch regional zeigten sich große Niederschlags- und Temperaturunterschiede, wie die ZAMG am Montag bilanzierte.

Abnormale Werte
Statistisch gesehen ergeben ein warmer Dezember und Jänner, sowie ein sehr kalter Februar zwar durchschnittliche Wintertemperaturen. Im Detail kam es diesen Winter aber teilweise zu abnormalen Werten. So gab es ab dem 22. Dezember 2011 insgesamt 25 Tage in Folge keinen Frost. Ähnliche frostlose Phasen traten erst zweimal seit Beginn der Aufzeichnungen in den Jahren 1974 und 1934 ein. Eine weitere meteorologische Besonderheit erlebte die Wiener Bevölkerung nur etwa zwei Wochen nach diesen warmen Wochen. Dort sanken die Temperaturen zwölf Tage hintereinander unter minus zehn Grad. Auch das wurde nur zweimal in der Geschichte, 1954 und 1942, übertroffen.

Bis zu minus 31,5 Grad
Am frostigsten war es aber im Westen Österreichs. So wurden in Tirol sowohl auf den Bergen wie auch in den Tallagen die tiefsten Temperatur gemessen. Am 10. Februar lag die Tagestemperatur am Brunnenkogel sogar bei minus 31,5 Grad. Extrem warm wiederum war es hingegen am 24. Februar im burgenländischen Güssing, wo plus 20,9 Grad gemessen wurden. Im Schnitt wichen die Wintertemperaturen dennoch nicht außergewöhnlich von den üblichen Temperaturen der vergangenen Jahren ab.

Viel Schnee
Wie bei den Temperaturen wurden auch beim Niederschlag und Schneefall örtlich große Unterschiede festgestellt. Bis zu doppelt so viel Niederschlag als im langjährigen Mittel (Klimaperiode 1971 bis 2000), gab es in den Regionen nördlich des Alpenhauptkammes von Vorarlberg bis ins Industrieviertel. Dagegen kam es in weiten Teilen Kärntens, in der Südsteiermark, im Burgenland und im Weinviertel zu 30 bis 70 Prozent weniger Niederschlag.

 

   Über viel Neuschnee konnten sich im diesjährigen Winter vor allem die Vorarlberger und Obersteirer freuen. Dort lag der Neuschneezuwachs in den höher gelegenen Regionen bei durchwegs 50 bis 100 Prozent über dem vieljährigen Mittel. In Kärnten und der Südsteiermark hingegen fiel weitläufig nur rund 25 bis 50 Prozent der sonst üblichen Neuschneemenge. In Graz zum Beispiel gab es von Dezember bis Februar nur zwölf Zentimeter Neuschnee (minus 75 Prozent).

 

   Die Sonne zeigte sich diesen Winter gleich viel oder etwas weniger als sonst. Dabei bekamen die Tiroler und Vorarlberger noch am wenigsten Sonne ab. Im Innsbruck gab es so spärlich Sonnenschein, wie das letzte Mal im Winter 1994/95.

 (Schluss) fpr/lor/hai

 

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