08. Dezember 2015 | 08:18 Uhr

peking.jpg © AFP

China

Erstmals Smog-Alarmstufe "Rot" in Peking

Es gibt weitreichende Fahrverbote, die Schulen sind geschlossen.

Mit dem ersten Smog-Alarm der höchsten Stufe "Rot" in Peking sind am Dienstag in der chinesischen Hauptstadt weitreichende Fahrverbote in Kraft getreten. Zudem wurden alle Schulen und Kindergärten geschlossen, damit die Kinder daheimbleiben können. Die chinesischen Behörden berichteten, dass auch "einige Fabriken" ihre Produktion herunterfahren oder stoppen mussten.

Zu Hause bleiben
Während eine graue, schmutzige Dunstglocke die 22-Millionen-Metropole einhüllte, waren die Straßen spürbar leerer als sonst. Wer trotz der hohen Schadstoffbelastung in der Luft vor die Tür musste, trug meist eine Atemschutzmaske. Die Sichtweite fiel auf wenige hundert Meter. Die Behörden riefen die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben.

Trotz der Maßnahmen gegen den Smog stieg der offizielle Luftindex für Peking am Vormittag Ortszeit weiter auf 266 Punkte, was als "schwer verschmutzt" gilt. Die US-Botschaft maß allein für den gefährlichen Feinstaub einen "sehr ungesunden" Wert von 280. Das ist mehr als das Zehnfache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Warnung
Ärzte warnen, dass die tückischen Feinpartikel direkt ins Blut gehen und Krebs erregen können. Die hohen Schadstoffbelastungen schwächten auch grundsätzlich das Immunsystem und erleichterten den Ausbruch von Atemwegsproblemen oder Herz- und Kreislauferkrankungen. Besonders alte und junge Menschen seien gefährdet.

Es ist das erste Mal seit dem Erlass der neuen Smog-Vorschriften 2013, dass die höchste Alarmstufe "Rot" ausgerufen wurde. Ziel ist eine Verringerung der Schadstoffe um mindestens 30 Prozent.

Fahrverbote
Die Hälfte der Autos ist drei Tage lang von den Straßen verbannt. Je nach Nummerntafel dürfen Fahrzeuge nur noch abwechselnd an geraden und ungeraden Tagen fahren. Damit waren nach Schätzungen zwei Millionen zusätzliche Passagiere in öffentlichen Verkehrsmitteln zu erwarten. Mehr als 20.000 Busse wurden am Dienstag extra eingesetzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der Smog-Alarm gilt bis Donnerstagmittag. An dem Tag soll eine erwartete Kaltfront die Schadstoffe wegblasen. Auch die Schulen und Kindergärten bleiben drei Tage geschlossen. Auf Baustellen werden Arbeiten unter freiem Himmel eingestellt. Welche Fabriken den Betrieb herunterfahren oder stoppen sollen, blieb aber unklar.

Notmaßnahmen
Da die Schadstoffe auch aus angrenzenden Regionen nach Peking wehen, wurden laut Xinhua weitere "Notmaßnahmen" in den Provinzen Hebei und Shandong sowie in der Nachbarmetropole Tianjin ergriffen.

In der 150 Kilometer von Peking entfernt gelegenen Stadt Baoding galten ähnliche Fahrverbote. Rund 2.000 Fabriken wurden dort laut Xinhua angewiesen, die Produktion zu verringern oder zu stoppen. Auch mussten 1.200 Baustellen demnach ihre Arbeiten für den Rest des Monats einstellen. In Tianjin wurden Erdarbeiten auf Baustellen verboten. Große Lastwagen mit Baumaterialien dürften nicht mehr in die Stadt rollen, berichtete die Staatsagentur.

 

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Etwas Nebel, oft Sonne, 4/18°

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