09. Jänner 2015 | 16:45 Uhr

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Unwetter-Alarm

Orkansturm fegt über Österreich

Sturmwarnung: Orkan wütet in den nächsten Stunden mit bis zu 200 km/h.

Die Wetterlage bleibt 2015 äußerst abwechslungsreich, und so folgt auf Schnee und Kälte nun ein stürmisches Wochenende mit frühlingshaften Höchsttemperaturen bis 17 Grad Celsius. Diese Werte werden laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für den Samstag erwartet.

Am Freitag gelangt der Ostalpenraum an der Rückseite einer Störungszone in eine kräftige Nordwestströmung. Etwas Regen oder Schnee fällt zunächst noch entlang der Alpennordseite, die Schneefallgrenze bewegt sich in der Früh noch zwischen 800 und 1.500 Meter. Die Strömung bewirkt zudem, dass es in allen Höhen deutlich milder wird. Tagsüber ist es dann oft trocken, am Nachmittag werden von Westen die Wolken allerdings wieder mehr und Regen setzt ein. Im Bergland und alpennordseitig bleibt es ausgesprochen windig, dabei sind Böen aus westlichen Richtungen teils in Sturmstärke dabei. Mehr Sonne und deutlich weniger Wind gibt es im Süden. Die Frühtemperaturen liegen je nach Wind bei minus fünf bis plus sechs Grad, die Höchstwerte erreichen dann drei bis zwölf Grad.

Hier tobt der Sturm:

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Der Samstag wird dann teilweise äußerst frühlingshaft, wobei es besonders im Norden und Osten zunächst noch meist stark bewölkt mit etwas Regen ist. Die Schneefallgrenze zieht sich dann bis auf über 2.000 Meter Seehöhe zurück und im Laufe des Tages lockert die Bewölkung immer mehr auf - es wird zunehmend sonnig. Alpennordseitig bis ins Flachland weht starker bis stürmischer Wind aus West bis Nordwest. Im Süden ist es oft von Beginn an sonnig, hier bleibt es zumindest in den Tälern und Beckenlagen meist auch schwach windig. Nach Frühwerten zwischen minus zwei bis plus elf Grad, steigen die Tageshöchsttemperaturen auf sieben bis 17 Grad. In Deutschland erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an den Küsten und im Bergland Orkane der Stärke elf bis zwölf.

Von Norden her legt sich dann am Sonntag eine markante Störungszone über den Ostalpenraum und erfasst am Nachmittag auch den Süden. Dabei regnet und schneit es verbreitet, wobei die Schneefallgrenze anfangs von Nord nach Süd zwischen 700 und 2.000 Meter Seehöhe liegt und im Tagesverlauf teilweise sogar wieder bis in die Niederungen sinkt. Am Nachmittag kann die Bewölkung von Nordwesten her etwas auflockern, und stellenweise kann sich noch die Sonne zeigen. Der Wind weiterhin oft lebhaft bis kräftig, auf den Bergen auch stürmisch aus West bis Nordwest, nur inneralpin und an der Alpensüdseite bleibt es eher schwach windig. Die Frühtemperaturen bewegen sich zwischen minus drei Grad im Süden und plus zehn Grad im Donauraum, die Höchstwerte liegen zwischen ein und zehn Grad, teilweise bleibt die Temperatur den ganzen Tag über nahezu konstant.

Diese Gefahren drohen:

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Eingebettet in die anhaltend stürmische west- bis nordwestliche Höhenströmung streift am Montag ein Warmfrontausläufer die Alpennordseite und den Nordosten Österreichs. Besonders im Donauraum, im Nordburgenland und auf den Bergen weht für einige Stunden noch kräftiger Westwind, teils mit stürmischen Böen. Auch ein paar Schneeflocken oder Regentropfen sind dabei. Die Schneefallgrenze steigt von anfangs 400 Meter rasch wieder auf über 1.000 Meter. Von Westen her kommt tagsüber immer öfter die Sonne zum Vorschein, im Süden ist es ohnehin überwiegend sonnig. Die Frühwerte bewegen sich zwischen minus sechs bis plus vier Grad und steigen im Tagesverlauf auf drei bis neun Grad.

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter und über Österreich wird Zwischenhocheinfluss wetterwirksam. Ein paar lokale Hochnebelfelder kann es geben, die sich tagsüber dann mitunter auch hartnäckig halten. Meist aber scheint die Sonne und nur wenige Wolken zeigen sich am Himmel. Der Wind weht schwach bis mäßig und kommt meist aus Südost bis Südwest. Die Frühtemperaturen liegen zwischen minus acht und plus zwei Grad, Höchstwerte zwischen ein bis neun Grad folgen.

Auf Seite 2 der Liveticker

17:00 Uhr: Sturm auch in Deutschland
Heftige Orkanböen haben in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet und mehrere Menschen verletzt. Zwei Mädchen wurden auf einem Hamburger Schulhof von einem umstürzenden Baum getroffen und kamen in ein Krankenhaus. Starke Stürme kappten in Schottland zeitweise die Stromversorgung von etwa 100.000 Menschen.

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Foto: APA

16:43 Uhr: Auch in Wien werden die ersten Anzeichen für einen Sturm bereits wahrgenommen. In verschiedenen Bezirken südlich der Stadt wird schon ein erster orkanartiger Wind gemeldet.

16:35 Uhr: Österreich wird wettertechnisch in zwei Teile geteilt sein. Der Norden wird mehr vom Sturm mitbekommen, während der Süden laut derzeitigem Stand verschont bleibt.

16:20 Uhr: Die Niederschlags-Karte für Österreich. Derzeit gibt es nur wenige Regen- bzw. Schneeschauer. Auch hier sollte es in den Nachtstunden zu stärkeren Güssen kommen.

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16:09 Uhr: Ein aktuelles Bild aus Zwettl. Dichte Bewölkung und Regen.

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15:58 Uhr: Der Orkansturm soll laut Vorhersagen erst in den Nachtstunden über Österreich hinwegziehen. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits in den nördlichen Bundesländern. Vor allem in Ober- und Niederösterreich kommt es teilweise zu starkem Windaufkommen.

15:40 Uhr: In Steyr soll es bereits zu ersten Sturm-Anzeichen kommen. Starker Wind in der oberösterreichischen Stadt. Auch in Niederösterreich meldet man erste stärkere Windstöße.

15:22 Uhr: Die aktuelle Wind-Vorhersage-Karte. Im Norden Österreichs gibt es erste heftige Geschwindigkeiten.

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15:05 Uhr: 200 km/h am Schneeberg!
Die ZAMG hat die Prognosen der möglichen Windgeschwindigkeit deutlich hinauf gesetzt. Bisher war von rund 130 bis 150 km/h die Rede, jetzt heißt es, am niederösterreichischen Schneeberg könnten sogar Orkanböen von unglaublichen 200 km/h toben.

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(c) bergfex.at: Puchberg mit Blick auf den Schneeberg um 14:45 Uhr.

14:44 Uhr: Wind wird stärker:
Am Kolomannsberg (Landesgrenze OÖ/Salzburg) wurde aktuell eine Windgeschwindigkeit von 99 km/h gemessen. In den nächsten Stunden kommt aus Nordwesten kräftiger Wind auf.

14:17 Uhr: Schulkinder in Deutschland verletzt:
Im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld hat ein herabstürzender Baum acht Schulkinder verletzt, zwei von ihnen angeblich schwer. Rund um die Landungsbrücken (Hafen) ist die Sturmflut der Nordsee auch in der Elbe zu bemerken, der Wasserstand liegt 1,5 Meter über normal.

13:40 Uhr: Starker Wind am Nachmittag:
Vorübergehend hat der Sturmwind großteils nachgelassen. Meteorologen warnen aber: Ab den Nachmittagsstunden legen die Böen wieder zu. Österreich gelangt in den Warmluftsektor eines atlantischen Orkantiefs. Im nördlichen Alpenvorland, dem Donauraum und im Osten soll der Sturm am stärksten werden. An windexponierten Lagen, etwa dem Buchberg im Wienerwald sind Orkanböen dabei, meldet skywarn.at

13:00 Uhr: Fast 20 Grad am Samstag:
Die Sturmtiefs bringen auch abwechselnd milde und kalte Luft nach Österreich. Besonders mild wird der Samstag. ZAMG-Experte Stefan Kiesenhofer: "Am Samstag erwarten wir Höchsttemperaturen zwischen acht und 15 Grad. Besonders im Südosten von Niederösterreich sind mit leicht föhnigen Effekten sogar bis zu 18 oder 19 Grad möglich."

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(Klicken Sie auf die Karte für den genauen Wetterbericht für Ihren Ort)

12:39 Uhr: Aus Westen wird es windiger:
Noch ist es verhältnismäßig ruhig, die Ruhe währt aber nicht mehr lange. Bis zum Abend ist ganz Österreich (mit Außnahme des äußersten Südens) vom Sturm erfasst worden. Derzeit fegen bereits Böen von knapp 90 km/h über den Westen Tirols. Spitzenreiter ist aktuell Tannheim mit 89 km/h.

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(c) bergfex.at: Gemeinde Tannheim (Bezirk Reutte, Tirol) um 12:30 Uhr.

12:04 Uhr: Diese Gefahren drohen heute und am Samstag:
Bei Windstärken von 80 bis 110 km/h im Flachland können Bäume umknicken und Äste abbrechen. Im Wald und in Waldnähe ist daher besondere Vorsicht geboten. Im letzten März bezahlte eine Joggerin den Ausflug ins Freie mit dem Leben. Bei starkem Sturm wurde die Sportlerin an einem Sonntagnachmittag an der Kreuzung Lobaugasse/Mühlwasserpromenade in Wien-Donaustadt von einem herabfallenden Ast getötet. Der heftige Schlag brach der 46-jährigen Donaustädterin das Genick. Mehr dazu ->>

11:38 Uhr: Sturm erreicht Norddeutschland:
Elon hat die Nord- und Ostseeküste erfasst. Am Leuchturm Kiel wurde eine Orkanböe mit 119 km/h registriert, in Skrydstrup in Dänemark fegte der Orkan sogar mit 126 km/h über die Küste. Jetzt zieht der Sturm landeinwärts beziehungsweise gelangen an seiner Südseite warme Luftmassen auf den Kontinent.

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Windböen am Ostseebad Wustrow nahe Rostock

11:15 Uhr: Die Lawinengefahr steigt wieder:
Auf den Bergen steigt mit dem Sturmwetter erneute die Lawinengefahr, ausgelöst durch Neuschnee der letzten Nacht, der vom Sturm verfrachtet wird. Die warmen Temperaturen könnten dann für Abgänge sorgen. Schon in den letzten Tagen galt die Warnstufe 3 (von 5). Acht Menschen verloren alleine seit Jahresbeginn bei Lawinenabgängen ihr Leben.

10:55 Uhr: Video: So stürmisch wird das Wochenende:

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

10:19 Uhr: Schwere Sturmschäden in Schottland:
Schwere Stürme haben in Schottland fast 70.000 Menschen zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten und Teile des Zugverkehrs lahmgelegt. Die Betreiberfirma ScotRail sagte Freitagfrüh alle Fahrten aus Sicherheitsgründen ab, kurz darauf waren vereinzelte Züge aber wieder unterwegs. Windböen erreichten an mehreren Orten Geschwindigkeiten von über 100 km/h. Heute Abend kommt der Sturm zu uns. Mehr dazu ->>

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(c) Heart Scotland/facebook.com

09:47 Uhr: So stark werden die Windböen in Wien:
In Wien ist in allen Bezirken von Freitagabend bis zum Montag um 18:00 Uhr mit Windböen bis zu 100 km/h zu rechnen. Der Höhepunkt wird am Samstag erreicht, dann sind eventuell auch 110 km/h möglich.

09:18 Uhr: 148 km/h Sturmspitze:
Wie die ZAMG jetzt bekannt gibt, hat der Sturm bereits längst Orkanstärke erreicht. Auf dem Feuerkogel in Oberösterreich wurde die Windspitze von 148 km/h in der vergangenen Nacht erreicht, auch auf der Jubiläumswarte in Wien erreichte Elon 104 km/h.

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(c) bergfex.at: Berggasthof Feuerkogel, Freitag 08:15 Uhr.

09:01 Uhr: Elon und Felix:
"Elon" wird der Orkan über Island genannt, er trifft Deutschland und Österreich am heutigen Freitag. Auf ihn folgt am Samstag "Felix", das Tief nähert sich aus Richtung Nordwesten und wird morgen den Höhepunkt des Sturmwochenendes bilden.

08:33 Uhr: Der Orkan aus dem Weltraum:
Dieses Satellitenbild zeigt den Orkan etwas südlich über Island. Nicht weit davon entfernt, in Schottland, hat er bereits getobt - und wie: Sturmspitzen von 192 km/h wurden im Norden der Britischen Inseln gemessen.

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(c) EUMETSAT

08:06 Uhr: Warum wird es so warm und stürmisch?
Ein Orkantief liegt über Island, hoher Luftdruck über der iberischen Halbinsel: Warme Atlantikluft dringt damit westwärts bis nach Österreich vor, wie im Windkanal (siehe Grafik unten). Auffallend ist dabei die lange Dauer des Sturmwetters - bis Sonntag.

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(c) www.severe-weather.eu

07:35 Uhr: Schon 101 km/h Wind
Die nächtliche Windspitze wurde mit 101 km/h in Mariazell (Stmk.) erreicht. Auch in Lilienfeld (NÖ) fegte der Sturm bereits mit 94 km/h. Immer noch ist es dort verhältnismäßig stürmisch mit Windgeschwindigkeiten bis zu 69 km/h.

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