29. Dezember 2023 | 10:00 Uhr

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Unwetterfolgen

Tirol: Hochgallmigg seit 5 Tagen isoliert

Das turbulente Wetter in der Vorweihnachtszeit hinterlässt weiterhin seine Spuren: Ein Tiroler Ort bleibt aufgrund von Hangrutsch und Felssturz seit fünf Tagen nur per Helikopter erreichbar.  

Auch eine wichtige Bahnstrecke ist durch umgestürzte Bäume nach wie vor blockiert.

Hochgallmigg: Isolation und Gefahr durch instabilen Hang

Das kleine Dorf Hochgallmigg in der Nähe von Landeck im Tiroler Oberland ist seit dem Heiligen Abend nicht mehr mit Fahrzeugen erreichbar. Ein instabiler Hang, der bereits seit diesem Zeitpunkt rutscht, bleibt weiterhin ungesichert.

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Ein großer Felsbrocken donnerte in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf die einzige Zufahrtsstraße des Dorfs. 

Am Heiligen Abend selbst versperrte zudem ein großer Felsbrocken die Hochgallmiggstraße.

Luftbrücke für 250 Einwohner: Versorgung per Hubschrauber

Die etwa 250 Bewohner sind auf eine Luftbrücke angewiesen, um lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel, Medikamente und Heizöl zu erhalten.

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Hubschrauber des Bundesheers stehen zur Verfügung.

Es ist unklar, wann die einzige Straßenverbindung zu dem abgelegenen Dorf wieder freigegeben werden kann.

Weitere Hangrutschungen in Tobadill: Evakuierungen und Straßensperrungen

Auch in Tobadill, nur etwa 5 Kilometer Luftlinie von Hochgallmigg entfernt, kam es in den letzten Tagen zu weiteren Hangrutschungen.

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In Tobadill ging am Christtag eine Mure auf die Straße ab. 

Eine betroffene Gemeindestraße, die zu mehreren Häusern führt, bleibt seit dem Christtag gesperrt. Zusätzlich mussten 20 Urlauber aus ihren Ferienwohnungen evakuiert werden, nachdem am Stefanitag weitere Teile eines steilen Hangs abgerutscht waren.

Ursachenanalyse: Niederschläge und Wetterextreme

Die Ursachen für die Felsstürze und Hangrutsche liegen in den intensiven Niederschlägen der vergangenen Wochen. Seit Oktober fiel in der Region mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt. Der Dezember war besonders feucht, zunächst mit starkem Schneefall, gefolgt von Tauwetter und anhaltendem Regen.

Infrastrukturschäden im gesamten Land: Bergstrecke der Mariazellerbahn gesperrt

Das nasse und stürmische Wetter in der Vorweihnachtswoche hat auch in anderen Teilen des Landes erhebliche Auswirkungen auf die Infrastruktur.

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Die Bergstrecke der Mariazellerbahn bleibt aufgrund von schweren Sturmböen und vereinzelt sogar Orkanböen vorerst gesperrt. Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.