10. Dezember 2010 | 07:04 Uhr

Dach brach unter Schneelast © dpa/David Ebener
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Winterwetter

Bis zu 50 cm Neuschnee in Österreich

Tief 'Monika' lässt halb Europa zittern, jetzt kommt der Schnee zu uns.

Der starke Schneefall hat am Freitag früh zu zahlreichen Unfällen auf Österreichs Straßen geführt.

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Tirol
In der Früh rutschte ein Schülerbus von einer schneebedeckten Bundesstraße in Tirol in den Graben. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Auf der Brennerautobahn (A13) war ab der Mautstelle Schönberg Schneefahrbahn. Die Fahrzeuge kamen nur im Schritttempo voran. Der Lawinenwarndienst meldete erhebliche Lawinengefahr.

Die Passagiere des abgerutschten Busses in Erpfendorf bei St. Johann wurden mit anderen Bussen weiterbefördert. Zur Bergung war die Bundesstraße in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. In den vergangenen 24 Stunden habe es 15 Zentimeter geschneit, hieß es im Lawinenbericht des Landes. Das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers reiche, um eine Lawine auszulösen.

Oberösterreich
In Weitersfelden (Bezirk Freistadt) wurde ein 53-jähriger Fußgänger von einem Auto erfasst und verletzt. Die Pkw-Lenkerin hatte ihn im Schneetreiben übersehen.

Auf der Westautobahn (A1) sorgte der Neuschnee Freitag früh kurz vor dem Knoten Sattledt (Bezirk Wels-Land) in Richtung Wien für einen kilometerlangen Stau: Ein Lkw hatte sich quergestellt, drei andere Lastwagen konnten nicht mehr stoppen und fuhren auf. Die Mühlkreisautobahn (A7) wurde im Stadtgebiet von Linz in Richtung Freistadt ebenfalls von einem Laster blockiert.

Die Feuerwehren standen wegen Fahrzeugbergungen - u.a. in Ohlsdorf (Bezirk Gmunden) - im Dauereinsatz. In exponierten Lagen, darunter das Seengebiet, müsse mit Schneeverwehungen gerechnet werden, informierte das Land Oberösterreich auf seiner Website. Auf zahlreichen höhergelegenen Straßen herrschte am Freitag Kettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 bzw. 7,5 Tonnen.

Salzburg
Intensiver Schneefall am Freitagvormittag hat im Bundesland Salzburg zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. "Bei uns geht's momentan arg zu", schilderte ein Beamter der Polizei-Verkehrsleitzentrale. In allen Teilen des Bundeslandes waren Schwerfahrzeuge hängen geblieben, der Walserberg musste nach einem Unfall bei Bad Reichenhall gesperrt werden. Und in der Stadt Salzburg ist am Donnerstagabend ein Radfahrer bei dichtem Schneetreiben gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt.

Das größte Problem hatte seine Ursache in Bayern, wo die Autobahn München-Salzburg nach einem Lkw-Unfall bei Bad Reichenhall blockiert war und in der Folge der Autobahn-Grenzübergang Walserberg gesperrt wurde. Auf Salzburger Seite entstand rasch Stau, der gegen 9.30 Uhr auf der Tauernautobahn A10 bereits bis Salzburg-Süd und auf der Westautobahn A1 bis zum Knoten Salzburg zurückreichte

Die zweite große Problemzone waren Autobahnauffahrten, wo laut Polizei vielfach Schwerfahrzeuge hängen blieben. Behinderungen durch Lkw meldete auch der ÖAMTC, unter anderem von der West Autobahn (A1) im Großraum Salzburg sowie der Tauern Autobahn (A10) zwischen Kuchl und Tauerntunnel.

Burgenland
Die winterlichen Fahrbahnverhältnisse im Südburgenland haben den Feuerwehren einsatzreiche Stunden beschert. "Den ganzen Tag über gab es bereits etliche Fahrzeugbergungen", sagte ein Sprecher der Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland. Immer wieder seien Pkws und Lkws aufgrund der rutschigen Fahrbahn in den Straßengraben gerutscht. Verletzt wurde laut LSZ niemand.

Die Florianijünger waren neben dem Bergen von Fahrzeugen außerdem auch ausgerückt, um Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien, hieß es aus der Alarmzentrale des Landesfeuerwehrkommandos Burgenland. Am frühen Nachmittag waren in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf sechs Feuerwehren im Einsatz.

Steiermark, Niederösterreich
Der Lawinenwarndienst Steiermark der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) meldet für das Wochenende erhebliche Schneebrettgefahr in den steirischen und niederösterreichischen Alpen. Skitourengeher sollten vorsichtig sein, mahnten die Fachleute am Freitag.

Bis Freitag wurden entlang der Alpennordseite mit stürmischem Wind bereits 50 Zentimeter Neuschnee gemessen. "Doch es kommt noch einiges an Neuschnee hinzu. Am kommenden Wochenende ist auf den Bergen im Steirischen Salzkammergut noch einmal mit 50 bis 100 Zentimeter und am Hochkar mit gut einen halben Meter Neuschnee zu rechnen", erklärte Hannes Rieder von der ZAMG. Dazu bleibt der Wind stürmisch. "Skitourengeher sollten vorsichtig sein, da schlechte Sicht und Sturm die Bewertung der Lawinensituation nur eingeschränkt zulassen", erläuterte Arnold Studeregger, ZAMG-Lawinenexperte der Steirischen Landesregierung. Zusätzlich sei an diesem Wochenende mit spontanen Lawinen aus sehr steilen Grashängen zu rechnen.

Das Wochenendwetter

Samstag
Ein trüber Tag steht in ganz Österreich am Samstag bevor. Immer wieder regnet oder schneit es, wobei die Schneefallgrenze von Westen her tagsüber rasch von tiefen Lagen auf 600 bis 1.000 Meter Seehöhe ansteigt. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt entlang sowie nördlich des Alpenhauptkammes, längere trockene Phasen sind hingegen im Süden zu erwarten. Dabei weht in den südlichen Landesteilen nur schwacher, überall sonst lebhafter bis starker Wind aus West bis Nordwest. Die Temperaturen in der Früh bewegen sich von minus sieben bis null Grad, die Höchstwerte liegen bei null bis fünf Grad.

Sonntag
Am Sonntag scheint im Süden überwiegend die Sonne, im Flachland des Ostens kann es anfangs noch zwischendurch auflockern, sonst ist es stark bewölkt oder bedeckt und es schneit besonders an der Alpennordseite und im Norden zeitweise. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, im östlichen Flachland teils kräftig aus West, nur im Süden ist der Wind eher schwach. Die Frühtemperaturen erreichen minus zwei bis drei Grad, im Süden bis zu  minus acht Grad. Die Höchstwerte tagsüber liegen bis ein bis fünf Grad.

Wochenbeginn

Montag
Zu Wochenbeginn ist es im Süden länger sonnig, sonst meist stark bewölkt oder bedeckt bei zeitweisem Schneefall, entlang der Alpennordseite schneit es wiederholt und teils auch kräftig. Der Wind weht mäßig, vor allem im Donauraum und im Osten teils lebhaft aus Nordwest. Das Quecksilber kommt in der Früh kaum über minus acht bis minus zwei Grad hinaus, im Süden ist es stellenweise auch kälter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei minus vier bis plus zwei Grad, mit den höchsten Werten im Süden.

Dienstag
Am Dienstag überwiegen die Wolken und es schneit zeitweise etwas, besonders an der Alpennordseite. Im Süden zeigt sich hingegen auch regional die Sonne. Der Wind weht schwach bis mäßig, im Osten lebhaft aus Nordwest. Die Frühtemperaturen bewegen sich zwischen minus zehn bis minus vier Grad, im Süden auch kälter. Die Tageshöchstwerte erreichen minus sechs bis null Grad.

Seite 2: Der Live-Ticker über den starken Schneefall in ganz Österreich zum Nachlesen!

20.00: In der Nacht kündigen sich im Norden und später im Osten wieder neuerliche Schneefälle an. Tiefstwerte zwischen minus 4 und plus 1 Grad.

19.32: Der am Hallstätter See entgleiste Zug dürfte "haufenweise Schnee" auf den Schienen zum Opfer gefallen sein, vermutet Zuginsasse Klaus Hoffert. Der Zug sei aufgrund einer Baustelle ganz langsam gefahren, "dann hat es gerumpelt und wir sind gestanden." Die ÖBB hat noch keine offizielle Ursache für das Entgleisen bekannt gegeben.

19.00: Den österreichischen Schneerekord hält aktuell der Kaunertaler Gletscher mit 171 cm im Tal und 194 cm auf dem Berg. Dahinter liegt Obertauern (Salzburg) mit 100 cm (Berg: 210) sowie der Mölltaler Gletscher in Kärnten (80 cm im Tal, 220 am Berg).

18.18: Wegen Lawinengefahr wurden mehrere Straßen in Tirol gesperrt:
L72, Hahntennjoch Landesst., zw. Pfafflar u. Pass Hahntenjoch
L198, Lechtal Str., zw. Warth u. Lech
L246, Hahntennjoch Landesst., zw. Imst u. Strassenkreuzung B189


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17.50:
Am Samstag ist in der Steiermark, Tirol, Salzburg und Oberösterreich mit heftigen Schneestürmen zu rechnen: Die Windgeschwindigkeit soll zwischen 70 und 80 km/h betragen, zugleich werden 30 bis 40 cm Neuschnee erwartet.

17.22: Die ZAMG hat Sturmwarnungen für sämtlich Bundesländer mit Ausnahme von Vorarlbergund Tirol herausgegeben: In Wien, Niederösterreich, Kärnten, dem Burgenland und der Steiermark erreicht der Wind rund 65 km/h, in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten 70 km/h.

16.45: „Skitourengeher sollten vorsichtig sein, da schlechte Sicht und Sturm die Bewertung der Lawinensituation nur eingeschränkt zulassen“ rät Arnold Studeregger, ZAMG-Lawinenexperte für die Steirische Landesregierung. „Zusätzlich ist an diesem Wochenende auch mit spontanen Lawinen aus sehr steilen Grashängen zu rechnen“.

16.28:
Am Wochenende ist auf den Bergen im Steirischen Salzkammergut noch einmal mit 50 bis 100cm und am Hochkar mit gut einen halben Meter Neuschnee zu rechnen“, so Hannes Rieder, Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

15.37:
Morgen wieder heftiger Neuschnee im Westen. Keine Beruhigung in Sicht. Vorallem in Voralberg soll es morgen wieder bis 20 cm Neuschnee geben.

15.01:
Schneechaos auf der A2. Starker Schneefall hat den ganzen Freitag im Südburgenland neuerlich für zahlreiche Bergeeinsätze gesorgt. Auf der A2, der Südautobahn, reihte sich ein Einsatz an den nächsten.

14.35: Die neuste Österreich-Prognose: In Unterkärnten und der Südoststeiermark ist zunächst noch mit dichten Wolken und zeitweiligem Schneefall oder Schneeregen zu rechnen. Überall sonst ist es bereits trocken, jedoch weiterhin stark bewölkt. Der Wind weht lebhaft bist stark aus West bis Nordwest und die Nachmittagstemperaturen liegen zwischen minus 4 und plus 3 Grad.

14.10: Schneebrettgefahr in der Steiermark und in NÖ. Der Lawinenwarndienst Steiermark der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) meldet für das Wochenende erhebliche Schneebrettgefahr in den steirischen und niederösterreichischen Alpen.

13.32: Etliche Fahrzeugbergungen im Südburgenland - Keine Verletzten. Die winterlichen Fahrbahnverhältnisse im Südburgenland haben den Feuerwehren heute, Freitag, einsatzreiche Stunden beschert. Immer wieder seien Pkws und Lkws aufgrund der rutschigen Fahrbahn in den Straßengraben gerutscht. Verletzt wurde laut LSZ niemand.

13.19: Frontradargeräte durch Schnee lahm gelegt. Seit Monaten setzt die Polizei auf der A21 und der S1 Frontradargeräte gegen Raser ein. Allerdings gibt es derzeit ein Problem: Der Schneematsch macht die Frontbilder zum Teil unbrauchbar.

13.02: Auf Oberösterreichs Straßen sorgt die aktuelle Witterung für zahlreiche Unfälle. Auf vielen Straßenabschnitten besteht Kettenpflicht für Lastwagen, die A7 musste im Linzer Stadtgebiet gesperrt werden.

12.36: Schneechaos in Salzburg Stadt. Nicht nur im Bundesland sondern auch in der Stadt Salzburg hat der Schneefall die Straßen in eine Rutschbahn verwandelt: Der Frühverkehr kam nur im Schritttempo voran. Unfalls-Punkte waren unter anderem die Vogelweiderstraße und der Müllner Hügel.

12.24: Weitere Fluglinien, unteranderem AirBerlin streichen mehrere Flüge von und nach Deutschland.

11.57: Lawinengefahr in den bayrischen Alpen auf Stufe 3 erhöt. 

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11.38: Schwierige Lkw-Bergung nach Unfall im Mühlviertel. Die Bergung eines Klein-Lkw nach einem Unfall Freitag früh im Mühlviertel in Oberösterreich hat sich schwierig gestaltet. Der Kastenwagen war auf der schneebedeckten Rohrbacher Straße (B127) in Feldkirchen an der Donau (Bezirk Urfahr-Umgebung) mit einem entgegenkommenden Pkw kollidiert und umgekippt. Die beiden Lenker blieben unverletzt.

11.30: Easy-Jet streicht alle Deutschland-Flüge. Grund dafür ist laut Mitteilung der „Mangel an Enteisungsmittel”.

11.06: Berlin: Erneut zahlreiche Flüge im deutschen Luftraum gestrichen.

10.47: Große Verkehrs-Probleme im ganzen Bundesland Salzburg. Intensiver Schneefall am Freitagvormittag hat im Bundesland Salzburg zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. In allen Teilen des Bundeslandes waren Schwerfahrzeuge hängen geblieben, der Walserberg musste nach einem Unfall bei Bad Reichenhall gesperrt werden. Und in der Stadt Salzburg ist am Donnerstagabend ein Radfahrer bei dichtem Schneetreiben gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt.

10.35: Schnee behindert Verkehr in Bayern. Schnee und Schneeverwehungen haben in ganz Bayern in der Nacht auf Freitag den Verkehr wieder stark behindert. Laut dem Deutschen Wetterdienst fiel mehr als ein halber Meter Neuschnee. Nach Polizeiangaben kam es allein in der Oberpfalz und in Niederbayern auf schneeglatter Fahrbahn zu rund 150 Unfällen, die meisten verliefen glimpflich.

10.22: Schülerbus rutschte in Tirol in Straßengraben. Der starke Schneefall hat am Freitag früh zu einigen Unfällen auf Tirols Straßen geführt. Gegen 7.15 Uhr rutschte ein Schülerbus von einer schneebedeckten Bundesstraße in Tirol in den Graben. Verletzt wurde laut Polizei niemand

10.15: Besonders dramatisch ist die Situation nach Angaben der ÖAMTC-Informationszentrale in Salzburg und dem benachbarten Bayern. Nach mehreren Unfällen mit Lkw-Beteiligung auf der deutschen A8 bei Bad Reichenhall wurde der Autobahngrenzübergang Walserberg vorübergehend gesperrt.

10.00: Bis zu vierzig Zentimeter Neuschnee, starker Wind und eisige Kälte sorgten am Freitag seit den frühen Morgenstunden neuerlich für teilweise chaotische Verhältnisse auf Österreichs Straßen.