14. November 2016 | 06:23 Uhr

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Stärke 6,2

Wieder schweres Beben in Neuseeland

Damm des Clarence River gebrochen - Einwohner sollen sich "sofort in höhere Lagen begeben".

In Neuseeland hat sich am Montag ein weiteres schweres Erdbeben ereignet, nur Stunden nach dem Erdstoß der Stärke 7,8, durch den zwei Menschen ums Leben gekommen waren. Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, hatte das neue Beben die Stärke 6,2. Sein Epizentrum befand sich in einer Tiefe von zehn Kilometern rund 120 Kilometer nordöstlich von Christchurch auf der Südinsel.

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Epizentrum des Bebens am Montag; Grafik: USGS

Das Epizentrum des ersten Bebens lag etwa 90 Kilometer von Christchurch entfernt. Es war im gesamten Land zu spüren. Nach einer Tsunamiwarnung brachten sich die Menschen aus der Küstenregion in Sicherheit.

Damm gebrochen

Nördlich von Kaikoura ging ein Erdrutsch in das Flussbett des Clarence nieder und staute das Wasser. Am Montag hieß es dann, dass der solcherart entstandene Damm wieder gebrochen und es zu einer Flutwelle gekommen sei. Die Behörden riefen die Bewohner daher auf, "sich sofort in höhere Lagen zu begeben".

Zuvor hatte am Sonntag ein Beben der Stärke 7,8 die Südinsel erschüttert. Das Beben ereignete sich mitten in der Nacht (Ortszeit; 12.00 Uhr MEZ) in etwa 23 Kilometern Tiefe. Es war im gesamten Land zu spüren. Dem Hauptbeben folgte eine Reihe von Nachbeben.

Zwei Tote

Premierminister John Key bestätigte am Montag den Tod von zwei Menschen. Demnach starb ein Mensch 150 Kilometer nördlich von Christchurch, ein weiterer Mensch im nahegelegenen Fischerdorf Kaikoura. Es sei nicht auszuschließen, dass die Opferzahl weiter steige, sagte Key fast sieben Stunden nach dem Erdbeben. Helfer würden mit Hubschraubern in die am stärksten betroffenen Gebiete gebracht. Straßen wurden zerstört, Eisenbahnverbindungen waren unterbrochen, der Fährverkehr wurde ausgesetzt.

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Eisenbahn und Highway One nördlich von Kaikoura; Foto. Getty Images

Tsunami-Warnung

Das Zivilschutzministerium bezeichnete den möglichen Tsunami in seiner Warnmeldung zunächst als "ein Ereignis von lebensbedrohlichem und landesweitem Ausmaß". Möglich seien Wellen bis zu einer Höhe von fünf Metern. Einige frühe Wellen waren zwei Meter hoch. Später schwächte die Behörde die Tsunamiwarnung leicht ab, warnte aber weiter vor Risiken.

Nach dem Beben heulten Tsunami-Warnsirenen in den Küstenstädten der Süd-Insel und entlang der Ostküste der Nord-Insel. Polizisten und Rettungshelfer gingen von Tür zu Tür, um Häuser in Wassernähe zu evakuieren. Menschen in den Küstengebieten flohen in höher gelegene Regionen.

Schäden

In Berichten war von Gebäudeschäden in verschiedenen Regionen die Rede. Die Gemeindevertreterin Marie Black sagte der Zeitung "New Zealand Herald", in der Region North Canterbury rund 50 Kilometer nördlich von Christchurch seien zahlreiche Gebäude beschädigt. In einigen Gebieten fiel der Strom aus, Telefonleitungen waren unterbrochen.

"Es war stark und dauerte wirklich lange", beschrieb Tamsin Edensor aus Christchurch das Beben. "Wir schliefen und wachten auf, als das Haus wackelte, es dauerte und schien stärker zu werden", sagte die zweifache Mutter. Regierungschef John Key schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter: "Ich hoffe, alle sind in Sicherheit nach dem Erdbeben heute Abend."

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Zahlreiche Straßen sind verschüttet - der Highway One nördlich von Kaikoura ist unpassierbar; Foto: Getty Images

Feuerring

In Neuseeland sind Erdbeben keine Seltenheit. Der Inselstaat liegt auf dem pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten zusammentreffen. In dem Gebiet ereignen sich jährlich bis zu 15.000 Erdstöße.

Im September hatte ein Erdbeben der Stärke 7,1 an der Ostküste Neuseelands einen kleinen Tsunami ausgelöst, bei dem es aber nicht zu größeren Schäden kam.





 

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