07. September 2017 | 14:37 Uhr

Irma © APA/AFP/NASA/GOES Project/HO

Erst "Harvey", dann "Irma"

Werden Hurrikans immer häufiger?

Forscher beobachten vor allem zunehmende Intensität von Wirbelstürmen.

Erst "Harvey", dann "Irma" - mit zerstörerischer Kraft haben die beiden Wirbelstürme binnen weniger Tage Tod und Verwüstung gebracht. Forscher gehen davon aus, dass die Intensität solcher Stürme weiter zunehmen wird, nicht aber ihre Häufigkeit.

Während die Wirbelstürme im Nordatlantik und im nordöstlichen Pazifik als Hurrikans bezeichnet werden, ist im Indischen Ozean und im Südpazifik von Zyklonen die Rede. Taifune werden die Stürme im nordwestlichen Pazifik genannt.

Wissenschaftliche Auswertung schwierig

Angesichts fehlender Satellitenbilder für alle Weltregionen vor dem Jahr 1970 kann keine Aussage darüber getroffen werden, wie sich die Wirbelstürme über das 20. Jahrhundert hinweg entwickelt haben. Vor Beginn der vollständigen Satellitenüberwachung kam es mitunter vor, dass selbst besonders heftige Hurrikans nicht wahrgenommen wurden, wenn sie nicht auf Land trafen. Wegen der schwachen Datenlage ist eine wissenschaftliche Auswertung der Stürme schwierig.

Im Nordatlantik wird seit rund 20 Jahren eine Zunahme von Hurrikans registriert. Franck Roux von der Universität Paul-Sabatier im französischen Toulouse zufolge war aber zwischen 1970 und 1995 das Gegenteil der Fall.

Natürlicher Zyklus oder Klimawandel?

Tatsächlich sind sich die Forscher einig, dass die Aktivität von Wirbelstürmen in dieser Region Zeitzyklen von mehreren Jahrzehnten folgt. Sie können deshalb noch nicht sicher sagen, ob die gegenwärtige Zunahme der Stürme einem natürlichen Zyklus oder dem Klimawandel geschuldet ist.

Im nordwestlichen Pazifik etwa war im Zeitraum von 1998 bis 2010 ein leichter Rückgang an Wirbelstürmen zu verzeichnen.

Verstärkte Intensität

Computermodelle zur Klimasimulation zeigen eine verstärkte Intensität der Wirbelstürme. Dies betrifft die Windgeschwindigkeiten und die Regenfälle. Die Modelle weisen aber auch auf eine mögliche zukünftige Abnahme der Häufigkeit solcher Stürme weltweit hin.

"Heftigere Wirbelstürme sind eine der erwarteten Konsequenzen des Klimawandels", sagt Valerie Masson-Delmotte, Mitglied der internationalen Expertengruppe zum Klimawandel (Giec). Wirbelstürme erlangen ihre Kraft durch die von den Ozeanen freigesetzte Energie. Der Klimaforscherin zufolge werden die Stürme mit der Erwärmung der Meere und der zunehmenden Feuchtigkeit in der Atmosphäre immer heftiger.

Klimawandel verschärft Auswirkungen

"Der Klimawandel lässt diese Stürme nicht entstehen, aber er verschärft ihre Auswirkungen", sagt Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Der Anstieg der Meeresspiegel ist eines der Anzeichen für die Erderwärmung. Lag der Anstieg im 20. Jahrhundert noch bei durchschnittlich 20 Zentimetern, könnte er bis zum Jahr 2100 knapp einen Meter erreichen. Darüber hinaus produzieren die Wirbelstürme Wellen, die wiederum "Wogen an Stürmen" verursachen. Küstengebiete werden den Unwettern durch beide Phänomene künftig stärker ausgesetzt sein.

Dem Wetterdienst Meteo France zufolge zeigen Studien, dass sich das Gebiet, in denen die Stürme ihre maximale Intensität erreichen, in den vergangenen 35 Jahren auf der Nord- wie auf der Südhalbkugel in Richtung der Pole bewegt hat. Dies könnte auf die Ausdehnung der Tropen, also des Gebiets beiderseits des Äquators, zurückzuführen sein, wo ein heißes und feuchtes Klima vorherrscht.

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Sonne und Wolken, 9/25°

Beginnend im Westen und Nordwesten ziehen unter leichtem Störungseinfluss bereits am Vormittag einige kompakte Wolken auf, nach und nach setzen im Berg- und Hügelland lokale Regenschauer ein. Weiter nach Osten zu machen sich zwar schon am Morgen hohe Wolken bemerkbar, hier scheint aber am Vormittag überwiegend die Sonne. Am Nachmittag ziehen dann auch hier ausgedehnte Wolken auf, die vereinzelt, meist vom Bergland ausgehend, auch etwas Regen bringen. Der Wind weht vorwiegend schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Frühtemperaturen 7 bis 13 Grad, Tageshöchsttemperaturen 22 bis 26 Grad.
mehr Österreich-Wetter