03. Juni 2016 | 08:28 Uhr

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Hochwasser

Unwetter: Schon 6 Tote in Bayern

Mindestens sechs Tote, mehrere Vermisste und Schäden in Millionenhöhe.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe mit mindestens sechs Toten geht im niederbayerischen Hochwassergebiet das große Aufräumen weiter. Bis in den späten Donnerstagabend waren die Menschen in und um Simbach am Inn damit beschäftigt, die Spuren der Katastrophe zu beseitigen: Scherben von geborstenen Fensterscheiben, zerstörte Häuser - und vor allem Schlamm, überall Schlamm.

Normalität ist noch lange nicht in Sicht: Zahlreiche Schulen sollten auch am Freitag geschlossen bleiben, im kleinen Ort Triftern mussten etwa 80 bis 100 Haushalte bereits die zweite Nacht auf Strom verzichten.

Die Wetterlage deutete am Freitagmorgen auf eine Entspannung hin: Gewitter mit Starkregen seien am Tage über ganz Bayern möglich, in den überschwemmten Gebieten jedoch am unwahrscheinlichsten, erklärte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes.

Sechs Tote
Mindestens sechs Tote, mehrere Vermisste und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe: Einen Tag nach der Flutwelle vom Mittwoch wird erst nach und nach das ganze Ausmaß der Katastrophe klar. Orte wie Simbach am Inn und Triftern sind in weiten Teilen verwüstet, viele Häuser stehen immer noch unter Wasser. Allein im Landkreis Rottal-Inn geht der Sachschaden in den dreistelligen Millionenbereich. Auch im Landkreis Passau gibt es große Schäden.

Mehrere Vermisste
Mehrere Menschen wurden auch am Donnerstagabend noch vermisst. Unter den Toten sind auch drei Frauen im Alter von 28, 56 und 78 Jahren. Es handle sich um Tochter, Mutter und Großmutter, berichtete die Polizei. Die vierte Tote ist eine 80-Jährige. Ihr Haus in Untertürken wurde von der Gewalt der Wassermassen zum Einsturz gebracht. Die Leiche der Frau wurde einige Kilometer weiter in Julbach in einem Bachbett entdeckt. Am Donnerstag fanden Taucher die Leiche eines 75-Jährigen in seinem Haus in Simbach, am Abend wurde im Simbach die Leiche eines 65-Jährigen geborgen.

Rekord-Wasserstand
Die ganze Macht der Flutwelle verdeutlichte am Donnerstag das Umwelt-Landesamt. Binnen eines halben Tages sei im besonders schwer getroffenen Simbach das gleichnamige Flüsschen von einem halben Meter auf mehr als fünf Meter angeschwollen. 5,06 Meter waren es schließlich - dies habe "bei weitem jeden bisher beobachteten Wasserstand" übertroffen, erklärte eine Sprecherin.

Immerhin gab es am Donnerstagabend einen ersten Lichtblick: Der Netzbetreiber Bayernwerk vermeldete, im Hochwassergebiet sei die Stromversorgung weitgehend wieder intakt. Nur in Triftern mussten rund 100 Haushalte auch die Nacht auf Freitag ohne Strom auskommen. Am Mittwochabend waren laut Polizei in dem Hochwassergebiet noch rund 10 000 Haushalte ohne Strom gewesen.

Im besonders betroffenen Landkreis Rottal-Inn riefen die Behörden zu einem vorsichtigen Umgang mit Trinkwasser auf. Betreiber und Nutzer von eigenen Wasserversorgungsanlagen sowie kleiner Gemeinschaftsanlagen sollten Trinkwasser nur in abgekochtem Zustand verwenden, teilte das Landratsamt Rottal-Inn am Donnerstagabend mit.

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