14. April 2020 | 12:08 Uhr

tschernobyl © Yaroslav EMELIANENKO / AFP

Kampf gegen Waldbrände

Tschernobyl-Brände: 110 Kilometer lange Brand-Schneisen gegraben

Mit schwerer Technik hätten Ingenieure insgesamt 110 Kilometer Brandschneisen gegraben. In der Nacht zum Dienstag hätten auch Regenfälle die Löscharbeiten begünstigt, hieß es.

Tschernobyl. Die Feuerwehr in der Ukraine hat nach Behördenangaben erste Löscherfolge bei den Bränden in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl erzielt. "Es gibt kein offenes Feuer", teilte der Katastrophenschutz in Kiew am Dienstag mit. Es würden vereinzelte Glutherde beobachtet. Unterstützt von Hubschraubern und Flugzeugen seien mehr als 400 Feuerwehrleute im Einsatz.
 
Mit schwerer Technik hätten Ingenieure insgesamt 110 Kilometer Brandschneisen gegraben. In der Nacht zum Dienstag hätten auch Regenfälle die Löscharbeiten begünstigt, hieß es. Die Brände gibt es seit über zehn Tagen.
 
In der Hauptstadt Kiew war am Morgen ein beißender Rauchgeruch zu spüren. Behörden zufolge gab es durch die seit zehn Tagen währenden Brände erhöhte Werte des radioaktiven Stoffs Cäsium-137 in Kiew. Sie seien jedoch unterhalb der Grenzwerte geblieben, hieß es.
 
In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten der Zone. Als Ursache wurde immer wieder Brandstiftung vermutet. Zuletzt hatte die Polizei einen 27-Jährigen festgenommen, der ein Feuer gelegt haben soll.
 
Nach der Explosion des Blocks vier im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 waren radioaktiv belastete Landstriche um die Atomruine gesperrt worden. Die Explosion am 26. April 1986 war die schwerste Atomkatastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft.
 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ging 2005 von bis zu 4.000 Toten aus. Andere Experten vermuten weit mehr als 100.000 Todesopfer. Die Zahlen schwanken, weil ein direkter Zusammenhang zwischen Radioaktivität und einer Krankheit oder der Todesursache schwer nachzuweisen ist. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Seit mehreren Jahren ist die Zone für geführte Touristen zugänglich.

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Oft sonnig, weniger Nebel. 2/9°

Eine schwache Kaltfront aus Nordwesten sorgt heute für den Durchzug eines breiten Wolkenbandes. Zunächst sind vor allem alpennordseitig viele Wolken unterwegs und örtlich regnet es leicht. Später lockert es dort auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Alpensüdseitig ist es dagegen zunächst noch sonnig. Im Laufe des Nachmittags lösen die Wolken dann den Sonnenschein ab, aber es bleibt trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus West bis Nord. Die Nachmittagstemperaturen liegen zwischen 7 und 13 Grad. Heute Nacht: In der Nacht zieht die schwache Kaltfront ab und vielerorts verläuft die Nacht nur mäßig bewölkt und örtlich sogar sternenklar. In den Senken und Beckenlagen muss allerdings wieder mit Nebel- und Hochnebelbildung gerechnet werden. Der Wind weht nur schwach. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 6 und plus 4 Grad.
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