03. Oktober 2020 | 18:38 Uhr

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Starkregen und Überschwemmungen

Tote und Vermisste nach Unwetter-Chaos in Norditalien

Dammsystem MOSE in Venedig aufgestellt, Markusplatz blieb trocken.

Rom. Starkregen und Überschwemmungen haben am Samstag Norditalien heimgesucht. Zwei Todesopfer, elf Vermisste und Schäden in Millionenhöhe wurden in den schwer betroffenen nordwestlichen Regionen Piemont, Ligurien und Aostatal gemeldet.
 
 
Die Leiche eines Mannes wurde entlang des Flusses Sesia in Borgosesia unweit des Lago Maggiore gefunden, berichteten italienische Medien. Ein freiwilliger Feuerwehrmann aus der Gemeinde Arnad im Aostatal starb bei einer Rettungsaktion durch einen umgestürzten Baum.
 
Flüsse traten über die Ufer und richteten Schäden in Millionenhöhe an, unter anderem in der Kleinstadt Ventimiglia an der Grenze zu Frankreich. Im Aostatal waren einige Orte nach Erdrutschen und Brückenschäden zeitweise vom Verkehr abgeschnitten. Schwere Schäden gab es in der piemontesischen Urlaubsortschaft Limone Piemonte. Die Bahnverbindungen kamen zwischen den Städten Vercelli und Novara zum Erliegen. Sechs Touristen mussten in Vercelli in Sicherheit gebracht werden.
 

Tonnen von Holz vom Wasser weggerissen

Nach heftigen Niederschlägen trat der Fluss Borsa in der ligurischen Hafenstadt La Spezia über die Ufer und verursachte Überschwemmungen. Tonnen von Holz wurden vom Wasser weggerissen und gerieten ins Meer, was im Hafen von Genua zu erheblichen Problemen führte.
 
Die Schlechtwetterfront zog in Richtung Venetien und in den Süden. In der Dolomiten-Stadt Belluno verbot der Bürgermeister per Erlass, dass sich Menschen Flüssen nähern. Die Zugänge zum Fluss Piave wurden gesperrt. Den Bürgern wurde geraten, an diesem Wochenende keine Ausflüge zu unternehmen.
 
Venedig ist an diesem Wochenende erstmals seit Beginn des Herbstes mit Hochwasser konfrontiert. Am Samstag wurde zum ersten Mal die Hochwasserschutzanlage MOSE aufgestellt, die im Juli erfolgreich getestet worden war. Die Aufstellung verlief reibungslos, berichteten die städtischen Behörden. Der Markusplatz blieb trocken. "Das Barriere-System funktioniert und die Lage ist unter Kontrolle. Das ist eine gute Nachricht für Venedig", sagte der Präfekt der Lagunenstadt, Vittorio Zappalorto.

Chaos nach Unwettern in Südfrankreich

Unwetter und Überschwemmungen haben im Hinterland der südfranzösischen Ferienmetropole Nizza chaotische Zustände ausgelöst. Laut Medien wurden am Samstag mindestens acht Menschen vermisst, zuvor war von neun Menschen die Rede gewesen. Unter ihnen seien zwei Angehörige der Feuerwehr, die im Einsatz waren, wie der Nachrichtensender Franceinfo unter Berufung auf die Behörden berichtete.
 
Der französische Regierungschef Jean Castex und Innenminister Gerald Darmanin eilten nach Nizza, um sich ein Bild in dem betroffenen Departement Alpes-Maritimes zu machen. Der im ganzen Land bekannte Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, war sichtlich betroffen: "Wir sind mit einem Unglück konfrontiert, wie ich es im (Departement) Alpes-Maritimes noch nicht erlebt habe." Der konservative Politiker kündigte laut Medien an, dass die Armee in der Region eingesetzt werden solle. Etwa 100 Häuser seien in der Region zerstört oder beschädigt worden, so Estrosi.
 
Der Abgeordnete Eric Ciotti sprach von "Horrorszenen". Sein Heimatdorf Saint-Martin-Vesubie in den Bergen nördlich von Nizza sei teilweise zerstört worden. Laut Medien wurde der Friedhof des Ortes fortgerissen.
 
Viele Straßen der Region mit tief eingeschnittenen Gebirgstälern waren nicht mehr passierbar. Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Am dem Flughafen Nizza laufe der Flugbetrieb wieder normal, teilte der Airport via Twitter mit

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