07. Juni 2016 | 21:08 Uhr

Unbenannt-2.jpg © FF Damme

Überflutungen

Überflutungen

Schwere Unwetter haben erneut zu Überflutungen geführt.

Heftige Unwetter mit starkem Regen haben am Dienstag erneut mehrere Teile Deutschland getroffen. Im niedersächsischen Demme standen am Abend drei Viertel des Stadtgebietes unter Wasser, nachdem innerhalb von 20 Minuten 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. In Hamburg wurden Dutzende Einsätze nach Gewittern verbucht, auch Baden-Württemberg hielten Unwetter in Atem.

Tornado
"Wir hatten hier schon mal Wasser auf den Straßen stehen, aber so etwas wie heute hatten wir noch nicht", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend in Damme. Das Unwetter habe gegen 17.15 Uhr begonnen, aber bald wieder aufgehört. In Hamburg wurden zahlreiche Blitzschläge registriert, ein Dachstuhl fing Feuer und zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Über den Stadtteilen Bramfeld und Wandsbek wurde eine Trichterwolke gesichtet, Bilder vom angeblichen Tornado verbreiteten sich rasch in den sozialen Medien. Meteorologen zufolge war es möglich, dass es sich bei der Wolke um einen Tornado handelte.

In Teilen Baden-Württembergs fielen innerhalb einer Stunde mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Besonders betroffen war demnach die Region um den Schwarzwald, vor allem der Ortenaukreis und der Kreis Calw. In Unterharmersbach schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und verursachte mehrere tausend Euro Schaden. Verletzte gab es zunächst nicht. In Heidelberg wurde bei Unwettern außerdem ein Baum entwurzelt, mehrere Straßen waren überflutet.

Große Schäden
Erst vor gut einer Woche hatten Unwetter in Baden-Württemberg verheerende Schäden angerichtet, vier Menschen kamen ums Leben. Besonders betroffen waren die Gemeinden Braunsbach und Schwäbisch Gmünd. Dass sie wieder der Schwerpunkt der sehr lokalen Gewittern werden, sei allerdings unwahrscheinlich, sagte der Meteorologe. Das Land zahlte bereits 700.000 Euro Soforthilfe an besonders betroffene Regionen aus.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte nach den Überschwemmungen in Baden-Württemberg eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden. Eine entsprechende Initiative habe er in der Ministerpräsidentenkonferenz schon einmal eingebracht. "Ich finde, dass diese Unwetterereignisse das noch mal stützen", sagte er. Solche extremen Wetterlagen könne es überall geben, und ihre Zahl werde zunehmen.

Dagegen gaben die Meteorologen in Nordrhein-Westfalen Entwarnung nach tagelangen Unwettern mit Gewittern und starkem Regen. In der Nacht auf Mittwoch seien noch einzelne Schauer und Gewitter zu erwarten, sagte eine Meteorologin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstagabend. "Dann wird das Ganze nach Süden rausgedrückt und dann beruhigt sich das Wetter." Donnerstag und Freitag soll es trocken bleiben.

"Die Warnlage war diesmal sogar deutlich extremer als vor dem Jahrhunderthochwasser", sagte Brandschutz-Dezernent Wolfgang Heuer in Münster laut einer Mitteilung. Stellenweise seien in Münster 70 Millimeter Regen niedergegangen. Besonders betroffen gewesen sei der Bereich Loddenheide: Straßen und eine Bahnunterführung wurden überflutet, Keller liefen voll. Das Fazit der Stadt war dennoch: "Münster ist glimpflich davongekommen."