27. Dezember 2015 | 18:23 Uhr

Armee mobilisiert

Schwere Überschwemmungen in England

Premier David Cameron spricht von "beispiellosen Überschwemmungen".

Der Norden Englands ist am Wochenende von schweren Überschwemmungen getroffen worden. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen, vielerorts wurde die Armee für Rettungseinsätze mobilisiert. Die britische Regierung hielt am Sonntag eine Krisensitzung ab und sprach von "beispiellosen" Überschwemmungen.

Landesweit wurden mehr als 250 Flutwarnungen ausgegeben, in 24 Warnungen wurde vor lebensgefährlichen Situationen gewarnt. Betroffen war auch die historische und bei Touristen beliebte Stadt York. Bis zu 400 Bewohner in flussnahen Gegenden der Stadt wurden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen und ihr Hab und Gut in obere Stockwerke zu bringen. In einigen Überschwemmungsgebieten standen die Erdgeschosse der Häuser unter Wasser.

Auch in anderen Teilen der Grafschaften Yorkshire und Lancashire wurden Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht, die Armee half vielerorts bei der Bekämpfung der Wassermassen. Betroffen waren auch Teile von Leeds und der Großraum Manchester. Mehr als 7.000 Haushalte im Großraum Manchester und in Lancashire waren ohne Strom.

Krisensitzung
Premierminister David Cameron leitete am Sonntag eine Sitzung des Krisenstabs Cobra und bezeichnete die Überschwemmungen als "beispiellos". Er kündigte die Mobilisierung zusätzlicher Soldaten an. An den Rettungsmaßnahmen waren außerdem örtliche Kräfte sowie Freiwillige des Roten Kreuzes beteiligt. Zahlreiche Helfer waren rund um die Uhr im Einsatz, um Sandsäcke aufzuschichten und Menschen aus ihren Häusern zu holen. Mancherorts stießen die Behörden bereits an ihre Grenzen: "Haben keine 'Straße geschlossen'-Schilder mehr", schrieb etwa die Polizei North Yorkshire auf Twitter. "Fahren Sie nicht ins Hochwasser, vermeiden Sie überschwemmte Straßen."

Cameron versprach zudem, den Hochwasserschutz auf den Prüfstand zu stellen. Dieser war in den vergangenen Wochen kritisiert worden. "Die temporären wie auch die dauerhaften Deiche haben eine wichtige Rolle gespielt, aber es ist klar, dass sie in einigen Fällen überholt sind, und wir müssen sehen, ob mehr getan werden muss", sagte Cameron der BBC. Der Regierungschef will die Überschwemmungsgebiete am Montag besuchen.

Immer wieder Hochwasser

Auch im vergangenen Winter hatte es in Teilen Großbritanniens Hochwasser gegeben, besonders heftig waren die Überschwemmungen im Februar 2014. Regelmäßig wird die Regierung für Versäumnisse in der Vorsorge kritisiert. Die Labour-Partei forderte die konservative Regierung auch am Sonntag auf, mehr zu investieren.

Die Überschwemmungen sind die Folge schwerer Regenfälle in den vergangenen Tagen. Noch für Sonntag wurden weitere Regenfälle vorhergesagt, die allerdings als nicht so verheerend wie die am Vortag eingestuft wurden. Bewohner der Hochwassergebiete klagten in der britischen Presse über einen Mangel an Sandsäcken und überlastete Rettungsdienste. In anderen Regionen hatten nach tagelangen Regenfällen am Sonntag bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Erst Anfang Dezember hatten Überschwemmungen im Nordwesten Englands Millionenschäden verursacht.
 

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Viele Wolken, teils mit Regen. 7/17°

Zu Wochenbeginn kann die Bewölkung vor allem an der Alpennordseite und im Osten immer wieder etwas auflockern, Föhneffekte machen es möglich. Allerdings sorgen auch nennenswerten Mengen an Saharastaub in der Luft für eine zusätzliche Himmelstrübung. Insgesamt verdichten sich die Wolken von Südwesten her. Vor allem in Vorarlberg, Tirol und Oberkärnten nimmt die Neigung zu etwas Regen sowie eingelagerten Regenschauern allmählich weiter zu. Sowohl in der Ostregion als auch in einzelnen Föhntälern der Alpennordseite bläst mäßiger bis lebhafter Wind, vorzugsweise aus Ost bis Süd. Frühtemperaturen 3 bis 10, Tageshöchsttemperaturen 12 bis 22 Grad.
mehr Österreich-Wetter