20. Oktober 2016 | 07:50 Uhr

mars35.jpg © AFP

ExoMars-Mission

Rätsel um Mars-Sonde: Kein Signal

"Schiaparelli" ist auf dem Roten Planeten gelandet - sendet aber keine Daten.

Die Raumfahrtbehörden von Europa und Russland haben erstmals eine gemeinsame Sonde auf den Mars gebracht, doch sendet diese keine Daten vom Roten Planeten. Dies sagte Thierry Blancquaert von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in der Nacht auf Donnerstag in Darmstadt. Es sei unklar, ob die Testsonde "Schiaparelli" intakt sei oder nicht.

Rätsel: Was ist geschehen?

Möglicherweise habe "Schiaparelli" einen Felsen oder einen Krater gerammt oder könne "einfach nicht kommunizieren", sagte Blancquaert. Laut Zeitplan sollte die knapp 600 Kilogramm schwere Sonde nach einem ruppigen Abstieg durch die Marsatmosphäre kurz vor 16.50 Uhr (MESZ) auf dem Roten Planeten landen. Das Aufsetzen der Testsonde auf der Mars-Oberfläche ist eines der schwierigsten Raumfahrtmanöver überhaupt.

Die Landung der Testsonde "Schiaparreli" ist die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die ESA in vier Jahren auf dem Mars absetzen will. Der erste europäische Versuch einer Mars-Landung war vor 13 Jahren missglückt: Im Dezember 2003 verschwand das in Großbritannien gebaute Mini-Landegerät "Beagle 2" spurlos, nachdem es sich planmäßig von der ESA-Sonde Mars Express gelöst und zur Landung angesetzt hatte.

Im Zuge der europäisch-russischen Mission ExoMars hatte sich "Schiaparelli" am Sonntag nach siebenmonatiger Reise von der Atmosphärensonde TGO gelöst, mit der sie Huckepack zum Mars gereist war.

Satellit funktioniert nach Plan

Immerhin konnte ESA am Mittwochabend feiern, dass die TGO planmäßig in den Orbit des Roten Planeten eingetreten ist. ESA-Chef Jan Wörner bezeichnete das Einschwenken des Satelliten als "großen Erfolg". TGO soll nun sechs Jahre lang die Atmosphäre des Roten Planeten untersuchen. Am Bau der Atmosphärensonde waren auch österreichische Unternehmen beteiligt, etwa RUAG Space Österreich, das die Thermoisolierung sowie Elektronik für den zentralen Steuerungscomputer des Orbiters lieferte.

Nach Angaben des Infrastrukturministeriums hat sich Österreich mit 13,9 Mio. Euro an ExoMars beteiligt. Im Gegenzug wurden Aufträge in Höhe von 15,5 Mio. Euro an heimische Unternehmen vergeben.
 

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