03. Mai 2019 | 14:28 Uhr

zyklon.jpg © AFP

Erste Opfer

Monster-Zyklon fegt über Indien hinweg

Schwerster Wirbelsturm seit 1999 - Millionen Menschen betroffen.

Der stärkste Zyklon seit vielen Jahren ist auf Indiens Ostküste getroffen. Der tropische Wirbelsturm "Fani" erreichte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern das Festland in der Nähe der Stadt Puri. Dort kam nach Behördenangaben mindestens ein Mensch ums Leben.
 
Im Nachbarland Bangladesch, wo das Sturmzentrum in der Nacht erwartet wurde, starben vier Menschen auf einem Reisfeld bei einem Blitzschlag, wie die Polizei mitteilte. In beiden Ländern wurden Küstengebiete geräumt und Bewohner in Sicherheit gebracht. Allein im indischen Bundesstaat Odisha wurden nach Angaben der Regierung mehr als eine Million Menschen binnen 24 Stunden in mehr als 4.000 Notunterkünfte gebracht. In Bangladesch könnten nach Aussage der Katastrophenschutzbehörde bis zum Abend rund 2,5 Millionen Menschen von der Evakuierung betroffen sein.
 

Überschwemmungen

Nach ersten Berichten der Behörden in Odisha riss der Sturm Bäume aus dem Boden, warf Strommasten um und verursachte Überschwemmungen. Einige strohgedeckte Häuser wurden demnach zerstört. Verletzte oder Todesfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Fernsehbilder zeigen stark gebogene Palmen und heftigen Regen in der Küstenstadt Puri, wo rund 200.000 Menschen leben.
 
"Fani" - "Foni" ausgesprochen - gilt als stärkster Zyklon in dem Gebiet am Golf von Bengalen seit 1999, als mehr als 10.000 Menschen in Odisha (damals Orissa) ums Leben kamen. Damals hatte der Wind eine Geschwindigkeit von 260 km/h erreicht. Seitdem gelten die Sicherheitsvorkehrungen in dem Bundesstaat allerdings als deutlich verbessert. "Fani" bezeichnet in bengalischer Sprache den Nackenschild, den Kobras in ihrer Drohhaltung ausbreiten.
 
Der Sturm zog in nordöstlicher Richtung über die Küstenregion und schwächte dabei etwas ab - am Nachmittag wurden noch Böen von einer Geschwindigkeit bis zu 165 Stundenkilometern gemessen. Das Sturmzentrum sollte zunächst über den Bundesstaat Westbengalen hinweg ziehen, bevor es Bangladesch erreichte. Auch Teile des südlich von Odisha gelegenen indischen Bundesstaates Andhra Pradesh waren betroffen.
 

Verkehrschaos

In Kolkata (früher Kalkutta), der Hauptstadt von Westbengalen mit rund 15 Millionen Einwohnern, fielen alle Flüge von 15.00 Uhr am Freitag bis 8.00 Uhr am Samstag (Ortszeit) aus. In Odishas Hauptstadt Bhubaneswar wurden alle Flüge am Freitag abgesagt. Schulen im ganzen Bundesstaat blieben geschlossen. Auch viele Züge fielen aus.
 
Die Regierungschefin von Westbengalen, Mamata Banerjee, twitterte, sie habe wegen der "möglicherweise drohenden Katastrophe" alle Wahlkampfauftritte für 48 Stunden abgesagt. In Indien findet derzeit eine knapp sechswöchige Parlamentswahl statt.
 
Wirbelstürme sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit, vor allem zwischen April und November. Bei dem bisher wohl tödlichsten Zyklon - wie tropische Wirbelstürme im Indischen Ozean wie auch im südlichen Pazifik genannt werden - kamen 1970 in Bangladesch mindestens 300.000 Menschen ums Leben.

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7

Teils Frühnebel, im S Wolken. Sonst sonnig. 4/17°

Vor allem in inneralpinen Becken und Tälern, aber auch in den Niederungen im Norden und Osten liegen während der ersten Stunden Nebel- oder Hochnebelfelder zäh bis weit in den Tag hinein. Davon abgesehen präsentiert sich das Wetter meist recht sonnig und trocken. Lediglich südlich des Alpenhauptkammes stauen sich im Tagesverlauf deutlich mehr Wolken. In Osttirol und Oberkärnten, später dann auch in Tirol, ist bis zum Abend zeitweise mit Regen und mit Regenschauern zu rechnen. Nördlich des Alpenhauptkammes, vom Brenner bis zu den Hohen Tauern kommt im Tagesverlauf zunehmend föhniger Südwind auf. Sonst weht tagsüber schwacher bis mäßiger, im östlichen Flachland mitunter lebhafter Wind aus Ost bis Süd. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 13 bis 21 Grad, mit den höchsten Werten im föhnigen Westen.
mehr Österreich-Wetter