27. Oktober 2016 | 09:31 Uhr

schia316.jpg © ESA

Mission ExoMars

Navi-Fehler ließ Mars-Sonde abstürzen

Radar-Höhenmessgerät und Navigation kommunizierten nicht richtig miteinander.

Der Absturz der Mars-Sonde "Schiaparelli" ist nach Einschätzung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA von einem Kommunikationsfehler ausgelöst worden. Bei der Landung der Sonde habe es bei ihr zwischen einem Radar-Höhenmessgerät und der Navigation ein Verständigungsproblem gegeben, sagte der ESA-Direktor für Missionsbetrieb, Rolf Densing, in Darmstadt.

Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten wahrscheinlich explodiert. "Die beiden Softwareteile haben nicht richtig miteinander kommuniziert", so Densing. Das Höhenmessgerät habe zwar Informationen gesendet. Das Navigationsteil habe sich aber abgeschaltet. Der Fehler sei wahrscheinlich in einer Höhe von zwei bis vier Kilometer vom Mars entfernt passiert.

Zwischenbericht wird in einer Woche vorliegen

"Die Navi-Software hatte schon gedacht, die Landung wäre bereits vollzogen. Dann haben die Bremsraketen nur noch die minimal vorgewählte Zeit von etwa drei Sekunden gefeuert." Rund 60 Sekunden hätten es sein müssen. Von einer solchen Einschätzung hatte Densing auch im Deutschlandfunk berichtet. An welchem Softwarefehler der Absturz genau liegt, müsse noch geklärt werden. Ein Zwischenbericht der Hersteller werde in etwa einer Woche erwartet, eine Abschlussbewertung in rund zwei Wochen.

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 wollen sie einen Rover zum Mars schicken. Der Forschungssatellit "Trace Gas Orbiter" (TGO), der im März gemeinsam mit "Schiaparelli" zum Mars gestartet war, kreist unterdessen um den Mars. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen. Wird das Gas nachgewiesen, könnte dies ein Hinweis auf biologische Aktivität sein.

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Die Absturzstelle von "Schiaparelli" auf dem Mars
 

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